Kompliment
brummibaer (08.12.2007)
Hamburg, den 8.12.2007
Wir waren am Vorabend als Gruppe von 25 Personen angemeldet und gekommen. Da sich 4 Mitarbeiter wegen des Spätdienstes verspäteten, begann das Menue statt der ins Auge gefassten 20 Uhr erst gegen 21:15 Uhr. Es standen 5 veschiedene Menues mit passenden Vorspeisen zur Verfügung. Mit dem Geschmack, der Zubereitung sowie der optischen Gestaltung waren alle zufrieden, doch bereits jetzt warteten die ersten von uns MEHR ALS 30 Minuten auf ihre Getränke. Stattdessen wurde uns aber immerhin Mineralwasser gebracht. Und auf unser Bitten hin immerhin auch Brot (um dessen Ersatz wir in der Folge immer bitten mussten).
In der Zwischenzeit zum Zwischengang (es dauerte vom Servieren der Vorspeise 50 Minuten bis zum Servieren des Zwischengangs) fiel auf, dass die Getränkeversorgung noch schlechter wurde, in Ausnahmefällen trotz mehrfachen Nachfragens ca. 1 STUNDE!!! Es war mit unserer Betreuung, aber auch der einiger anderer Gäste nur ein einzelner Kellner betraut - sowohl für die Getränke als für die Speisen.
Nach dem Zwischengang dauerte es erneut 50 Minuten, bis wir unsere Hauptspeisen bekamen. Dabei waren bei zwei Menues Fleisch-, bei den anderen Fischspeisen aufgelistet. Bei den Fleischspeisen handelte es sich um Gerichte jeweils mit Rinder bzw. Schweinefilets. Erst wurde gefragt, welche Gäste Rinderfilets wollten - die bekamen auffällig helles Fleisch mit eindeutigem Schweinegeschmack. Auf Nachfragen bestätigte der Kellner uns aber, wir hätten Rindfleisch. Danach servierte er den Schweinefreunden die Rinderfilets - und auf erneutes Nachfragen ging er zurück in die Küche, kam wieder und gab den Irrtum zu. Allerdings hatten in diesen Minuten die meisten unfreiwilligen Schweinefleischesser ihre Portionen bereit angefangen zu essen. In der Folge stimmte dann die Zuordnung der wenigen anderen Gerichte - so aber bekamen von 25 Gästen 20 jeweils das falsche Gericht!
Was zumindest stimmte war wohl die Uhr, denn wiederum 55 Minuten später, um 23:50 Uhr, erhielten die ersten Gäste die Nachspeisen. In der Zwischenzeit hatten wir mit dem Kellner erörtert, was schief gelaufen war. Die Getränkeversorgung wurde erst jetzt, da wir nicht mehr einzeln an nicht gelieferte Getränke erinnerten sondern gesammelt die Verfehlungen des Abends monierten, ein wenig besser. Nach wie vor war dieser eine Kellner mit allem beschäftigt. Wir baten ihn um ein Gespräch, weil wir unsere Kritik vor Ort loswerden wollten. Ja, wir erwarteten nach all diesen Behandlungen in einem Restaurant genau dieser Güte auch eine gütliche Einigung oder ein Entgegenkommen bei der Rechnung, dass uns vielleicht von den rund 660,- vielleicht 5 % erlassen worden wären.
Was wir in der Zwischenzeit recht früh erkannt hatten war, dass noch eine weitere Weihnachtsfeier in diesem Lokal stattfand. Diese Gruppe wurde stets mit den Gängen vor uns beliefert - war aber mit dem Service nicht minder unzufrieden, weil die eben auch so lange warten mussten.
Als wir uns mit dem Restaurantleiter zusammensetzen wollten meinte er nur zu uns, das sei hier kein Marktplatz - wir seien gut behandelt worden und hätten eine Top Leistung erfahren. Auf unsere Kritikpunkte angesprochen wies er uns an zu zahlen, es sei alles optimal gelaufen - und wenn etwas nicht ok war, dann, dass unsere Kollegen zu spät kamen. Er behauptete, alle hätten die bestellten Speisen erhalten, lachte mich nur aus, als ich sagte, auch ich als Laie sei in der Lage Rind- von Schweinefleisch zu unterscheiden. Die Getränkelücken bestritt er (Ich selber wartete auf eine Coca Cola ziemlich genau 30 Minuten.).
Der Abend war geschmacklich so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Ein schmackhaftes 4-Gänge-Menue... Aber dass daraus fast auch ein 4-Stunden-Menue wurde und das, wie der Restaurantleiter sagte normal sei, fanden wir erschreckend. Mit einem einzigen, wirklich sehr fleißigen Kellner (+ Chef als Servierer, der aber sehr häufig am Reden mit Gästen war) die normalen Gäste und zwei Weihnachtsfeiern von vielleicht zusammen 40 zusätzlichen Gästen mit ihren Menues zufriedenzustellen finden wir, die wir als Krankenpflegepersonal auch aus der Dienstleistung kommen, schon sehr mutig. Die Versorgung auf Grund der personellen Decke war miserabel organisiert, das Essen im Preis-Leistungs-Verhältnis absolut in Ordnung und sehr schmackhaft - aber das Auftreten des Restaurantchefs am Ende setzte dem Abend die Krone auf. Er lachte uns nur aus, machte unsere Kritikpunkte als die von Laien lächerlich und war nicht zumindest in der Lage sich für Fehler zu entschuldigen: Nein, die Schuldigen suchte er in seinen Kunden, uns! Scheinbar ist er nicht auf einen guten Leumund angewiesen, denn Rufpropaganda bekommt man anders.
Mit einer angemessenen Entschuldigung, auch ohne Nachlass bei dem Gesamtpreis, der bei regulärem Verlauf so auch absolut akzeptabel gewesen ist, hätten wir uns gerne zufriedengegeben. Mit weniger aber nicht.
In Schulnoten würde ich dem Abend und seinen Komponenten folgende Zensuren geben:
Ambiente: 2
Empfang: 2
Dauer der Getränkelieferungen: 6
Dauer der Pausen zwischen den Gängen: 6
Qualität der Speisen: 1 - 2 (Kompliment der Küche!)
Optische Bereitung der Speisen: 1 - 2
Aufmerksamkeit des Kellners: 3 (Der arme Kerl war überfordert, aber stets bemüht und freundlich! Hat eine tolle Leistung gebracht, war aber einfach überfordert!)
Verhalten des Restaurantführers: Der hat in der Dienstleistungsbranche NICHTS zu suchen! Schlechter als 6 geht leider nicht! Also 6!
Stichworte
service, unfreundlich, schlechter, wohlschmeckend, überfordert
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