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Kompliment michalke (17.07.2008) 1

Die Gedenkstätte als Museum zu bezeichnen grenzt an eine Zumutung: Es gibt keine Ausstellung, die Informationen werden nicht belegt und die Führenden haben ausschließlich subjektive Information!

Nicht falsch verstehen: Ich finde es sehr gut und richtig, dass das Stasi-Gefängnis der Öffentlichkeit zugänglich ist um die Verbrechen in Erinnerung zu behalten. Und ich finde es auch eine große Chance mit Zeitzeugen in Kontakt zu kommen! Aber vor der subjektiven Informationen durch Zeitzeugen muss ich dem Besucher doch etwas wissenschaftlich-sachliches bieten!

Mir wurde erzählt, dass die Bundesregierung mit den gleichen Methoden wie die Stasi arbeitet, alle Insassen verstrahlt wurden, etc. Auf die Frage nach Beweisen hieß es: “Frau XY sagt das auch!”

In diesem Sinne: Unbedingt informieren!

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User_star_grey 236
Benutzerfoto: Flaco

Flaco

Kompliment Flaco (25.06.2008) 5

Diesen Platz als “Öffentl. Dienstleistungen” zu kategorisieren, hat wirklich etwas tragikomisches, aber Qype wollte es ja wissen. Es besteht sogar eine gewisse Ambivalenz, denn sowohl zu den unseligen DDR-Zeiten wie ja auch heute noch kann man mit Fug u. Recht von “Öff. Dienstleist.” sprechen. Auch 5 Sterne zu vergeben, stößt wohl an die Grenzen des Sarkasmus; aber ehrlich, Freunde, in dieser Folterburg wurden nach allen Regeln der psycho-sadistischen DDR-Kunst auf die perfekteste 5-Sterne-Weise Menschen durch die Mangel gedreht. Bis zur Bildung des eigentlichen DDR-Regimes hatten hier die Russen das Sagen. Während dieser ersten Jahre wurden Gefangene unter unvorstellbaren Bedingungen im Keller in Zellen ohne Schlafmöglichkeit tage- u. wochenlang weggesperrt, auch in sog. “Naßzellen”, d. h., man setzte sie in gummigepolsterten wasser- u. schalldichten Zellen der “Tropffolter” aus oder begoß sie gleich richtig eimerweise mit kaltem Wasser. Die Zellen sind im Originalzustand zu besichtigen. Später dann, nach Übernahme der Verwaltung durch die etablierte DDR-Regierung, wurde mehr psychisch gearbeitet, d. h. in stunden- u. tagelangen Verhören mit den ausgefeiltesten Methoden, die die Stasi-Schergen auf einer Hochschule 4 Jahre lang erlernten. Da blieb nichts dem Zufall überlassen. Diese riesige Anzahl von Verhörräumen wie ebenso alle weiteren ausgetüftelten Überwachungssysteme sind zu besichtigen. Zu den aktiven Zeiten hätte Dante auch hier gesagt: “Wanderer, durchschreitest Du dieses Tor, laß alle Hoffnung fahren”.
Sich bei einer Führung anzumelden, ist praktisch unerläßlich, da man im Alleingang eigentlich unwissend bleibt. Teilweise werden die Führungen sogar von “Ehemaligen” vorgenommen, sodaß man die interessantesten Details aus berufenem Munde erfährt.
Im Shop erstand ich schließlich eine DVD mit dem Titel “Das Ministerium für Staatssicherheit - Alltag einer Behörde”. Es kann einen die kalte Wut packen mit anzuhören, wie ehemalige Verhöroffiziere in Interviews noch heute ihre damalige Handlungsweise und Methoden rechtfertigen. Es kann einem schlecht werden.

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Kompliment hansimglueck (28.05.2008) 5

aussen die gefängnisüblichen hohen mauern,
elektro- und stacheldraht, wachtürme etc.
beeindruckend dann die interieurs:
ab hochparterre rührend kleinbürgerliche blümchentapeten,
im keller homosauna-ambiente-
ein erlebnis nicht nur für hobby-heimatkundler
sondern auch für architekten, designer, bildende künstler usw.

besichtigungstipp:
mies van der rohe haus
unweit des gefängnisareals
in der oberseestrasse 60
www.miesvanderrohehaus.de
die häuser am obersee waren bis zur wende
für hochrangige stasi-mitarbeiter reserviert-

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Kompliment kr040379 (15.04.2008) 5

Ein Tipp für Berlin-Besucher, die die “üblichen” Sehenswürdigkeiten schon kennen:
Eine Führung durch die Gedenkstätte Hohenschönhausen (u.a. ehemaliges Stasi-Gefängnis) durchgeführt von Zeitzeugen!!!
Von den über dreißig ehrenamtlichen Guides haben ca. dreißig selbst dort im Gefängnis gesessen und können daher lebensnah von den eigenen Erlebnissen berichten… und das tun sie auch.
Dabei erhält man viele Informationen über die Gedenkstätte und deren Verwendungszweck, sowie über die Haftbedingungen und Gründe für Inhaftierungen.
Die persönliche Note, die die Guides den Führungen aufgrund Ihrer Erfahrungen geben können, machen den Besuch in der Gedenkstätte besonders spannend…

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Qype Advanced Insider 7177
Benutzerfoto: Moni23

Moni23

Kompliment Moni23 (25.03.2008) 5

Hat unsere Familie bei unserem Berlinbesuch tief berührt. Bei einer Führung, die vion einem ehemaligen Häftling geleitet wurde, hat man soviel über das Unrecht, das sich dort abgespielt hat, erfahren. Unser Führer war völlig sachlich und unaufgeregt, ohne jeden missionarischen Eifer. Dadurch war der Eindruck nur um so nachdrücklicher.

Es bedrückt einen auch im Nachhinein, was dort sowohl vom NKWD als auch von der Stasi mit Menschen gemacht wurde.

Und dann gibt es heute soviele “Ostalgiker” - unverständlich, wenn man Hohenschönhausen war und gesehen und gehört hat, wie dieser Staat mit seinen Menschen umging.

Sollte Pflichprogramm für jede Schulklasse sein und für alle, die sich die DDR zurückwünschen

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Kompliment agentberlin (29.02.2008) 5

Im Mai 1945 als Internierungslager (Speziallager Nr.3) zum Zwecke der Entnazifizierung gegründet, 1946 zum zentralen sowjetischen Untersuchungsgefängnis, bei dem nicht mehr die Inhaftierung im Vordergrund stand, sondern das Erzwingen von Geständnissen, ausgebaut. Zu diesem Zweck wurden 60 unterirdische, karg eingerichtete Zellen durch Häftlinge eines benachbarten Arbeitslagers gebaut, die aufgrund der fehlenden Fenster über kein Tageslicht verfügten und 24 Stunden mit elektrischem Licht beleuchtet wurden. Aus diesem Grund erhielt der Komplex die Bezeichnung „U-Boot“. 1951 übernahm das Ministerium für Staatssicherheit das Gefängnis. Ende der 50er Jahre wurde das „U-Boot“ stillgelegt und ein Neubau mit 102 Haftzellen und 120 Vernehmerzimmern errichtet, welche wiederum dem Zweck des Erzwingens von Geständnisse dienten. Die Häftlinge wurden in diesem Neubau strikt voneinander isoliert und erhielten keine Informationen über ihren Aufenthaltsort oder politische Ereignisse und hatten keinerlei Kontakt zu ihren Angehörigen. Mit der Begründung der Geheimhaltung war selbst den Anwohnern des Stadtbezirkes nicht bekannt, was konkret auf dem Gelände stattfand. Auf Stadtplänen aus dieser Zeit gibt es keine eindeutige Kennzeichnung des Gefängnisses.
Leider laufen heute immer noch Leute herum und tun kund, dass hier ein Staat seine Pflicht tat. Um so wichtiger, dass man sich einen Besuch mal auf die Fahnen schreibt und möglichst junge Leute mitnimmt.

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Kompliment Jeightynine (16.02.2008) 3

Die DDR war vor meiner Zeit, doch als Kind der Wende interessiert mich die Vergangenheit dennoch durch und durch. Bei einem Projekttag besichtigte ich dieses stillgelegte Gebäude des Grauens. Die Führung war schon ein Schock, wenn man mal überlegt, dass es noch garnicht so lange her ist, als jene Taten geschahen. Doch am Ende war ich um einige Erfahrungen und Informationen reicher, man sollte unbedingt eine Tour planen und sich die Geschichten anhören. Ich persönlich könnte mir nur schwer vorstellen, meine Erlebnisse als ehemaliger Gefangener an die Besucher weiterzuerzählen, dafür gebürt den Tour-Führern auf jedenfall sehr großer Respekt und Hochachtung.

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Qype Advanced Insider 3281
Benutzerfoto: Bemo

Bemo

Kompliment Bemo (03.09.2007) 5

Für mich als Wahlberliner mit Österreichischen Wurzeln war "die Stasi" ein eher abstrakter Begriff. So weit weg wie die Gestapo, der KuKuxClan und ähnlich menschenverachtende Institutionen. Man hat Bekannte, die es in der DDR so weit gebracht haben, wie das ohne intensiver Kooperation wohl nicht gegangen wäre... doch nichts genaues weiß man nicht.
Man bekommt den Hauch einer Ahnung, wie effizient und menschenverachtend dieses System funktionierte, wenn man diese Gedenkstätte besucht. Es handelt sich hierbei um ein ehemaliges Stasi-Gefängnis, das ausschließlich für politische Feinde gebaut wurde und offiziell gar nicht existierte. Es besteht aus zwei Teilen, dem Alt- und dem Neubau. Das ist insofern interessant, als dass die Einweihung des Neubaus auch eine Neuausrichtung der Verhörmethoden bedeutete. Während im Altbau noch massiv körperlich misshandelt und gefoltert wurde, wurden die Methoden im Neubau subtiler.
Unser Guide war ein ehemaliger Insasse, der der Opposition angehörte und bei einer versuchten Republikflucht erwischt wurde. Eindrucksvoll, ergreifend und erschütternd schilderte er all jene Dinge, die ihm und seinen Freunden in diesen Mauern widerfahren sind.
Hier sollte man gewesen sein, vor allem, wenn man anfällig für "Ostalgie" ist.

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Kompliment BösesMädchen (04.04.2007) 5

Ui, jetzt lastet die Aufgabe auf meinen Historikerinnen-Schultern, den ersten Beitrag zur Gedenkstätte Hohenschönhausen zu schreiben!
Nunja. Es handelt sich bei der 1994 eröffneten Gedenkstätte um ein Gefängnis, das nach dem Ende des zweiten Weltkrieges als sowjetisches Speziallager errichtet worden ist, anschließend wurde das Gebäude und seine Anbauten als zentrales sowjetisches Untersuchungsgefängnis für Deutschland und ab den fünfziger Jahren dann vom MfS als Untersuchungsgefängnis benutzt.
Zugänglich ist die Gedenkstätte nur im Rahmen von Führungen, die unter der Woche um 11 und 13 Uhr sowie am Wochenende stündlich zwischen 10 und 16 Uhr stattfinden. Am Wochenende bekommt man jedoch den einführenden Film nicht zu sehen, sondern muss auf die Fähigkeiten des Referenten vertrauen. Bei ebendiesen handelt es sich um ehemalige Gefangene, die somit auch von ihren persönlichen Erlebnissen berichten können.
Die Führung beginnt im aus der Nachkriegszeit stammenden "U-Boot", dem unterirdischen Teil, wo auch Folterzellen rekonstruiert sind und man angesichts der beengten Zellen mit funzeliger Beleuchtung erahnen kann, wie grausam die Haft hier gewesen sein muss. Die hier eingesetzten Methoden wichen später psychischer Desorientierung und Verunsicherung. Die Gefangenen waren komplett isoliert, wenn sie auf Doppelzellen kamen, dann mit Stasi-Spitzeln. Im neueren Gebäudeteil übersteigt die Zahl der Verhörräume die der Zellen - wenn man den ellenlangen Flur entlanggeht und rechts und links jeweils immer gleich eingerichtete Zimmer sieht, bekommt man einen Eindruck davon, dass es auf endlose Befragungen, bis man IRGENDWAS gestand, wohl vorrangig ankam.
Im Hof ist ein Gefangenentransporter zu sehen, auf dessen "Ladefläche" fünf winzige Zellen eingebaut sind. Unser Referent beschrieb, wie man damit endlos lange durch die Stadt gefahren wurde, bevor man im Gefängnis ankam. Er selbst hat die Haftanstalt erst nach der Wende während eines Besuches als diejenige wiedererkannt, in der er selbst kurz saß.
Auf dem Gelände steht außerdem der "Grotewohl-Express", ein Zugwaggon, in dem auf kleinstem Raum sitzend fünf Gefangene pro Abteil transportiert wurden. Auch die "Tigerkäfige", in denen die Häftlinge kurz Frischluft bekamen, sind bedrückend.

Im Museumscafé gibts Kaffee und Kuchen und eine reichhaltige Buchauswahl sowie ein kurioses Sammelsurium an alten Postkarten.

Zu erreichen ist die Gedenkstätte mit der M5, ab der Haltestelle Freienwalder Straße läuft man noch ein kurzes Stück zu Fuß.

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