DoroB (11.09.2007)
Ankunft und erste Eindrücke
Nach der etwa einstündigen, unwahrscheinlich schönen Fahrt mit dem Zug durch das Tramuntanagebirge kamen wir in Soller an und gleich auf dem Bahnhof erwartete uns eine nette Überraschung. Ein hübscher Jugendstilbahnhof in welchem nicht nur ein Souvenirshop sondern auch eine von Miro gestiftete (kostenlose) Dauerausstellung auf Besucher wartet. ....
Vor dem Bahnhof fuhr gleich die historische Straßenbahn vorbei und es erwartete uns eine Touristeninfo in welcher wir die erwünschten Infos zur Stadt sowie zum (separat beschriebenen) botanischen Garten Sollers bekamen.
Vom Bahnhof geht es talwärts bis zum Hauptplatz, der Placa Constitucio. Doch bevor ich den Marktplatz und andere Sehenswürdigkeiten Sollers beschreibe, kurz paaar Infos zur Stadt:
Soller, 30 km nördlich von Palma gelegen, ist eine kleine Stadt (circa 12000 Einwohner). Durch die Gebirgskette abgetrennt vom Rest der Insel liegt sie im Tal der Orangen. Interessant ist die Altstadt, der Markt sowie die historische Eisenbahn und die zum nahe gelegenen (ca. 4 Km) Port de Soller fahrende historische Straßenbahn.
Das Leben spielt sich in Sóller auf und rund um den Marktplatz ab, der wahrscheinlich einer der schönsten der gesamten Insel ist. Am Platz steht mit der Kirche Sant Bartomeu aus dem 13. Jh. das auffallendste Gebäude von Soller mit einem wunderschönen Rosettenfenster und einer modernistischen Fassade des Architekten und Gaudischülers Joan Rubio im Schatten von Platanenbämen. Rubio entwarf auch das Bankgebäude von Soller. Trotz der vielen Besucher strahlt hier alles eine gewisse Ruhe und Gelassenheit aus. In den Gassen und Straßen rund um den Platz befinden sich einige Geschäfte, in denen man mehr oder weniger Inseltypisches kaufen kann. Prächtige in den Kopfsteingassen dokumentieren den Reichtum Sollers um die Jahrhundertwende.
Geschichte, Tourismus, Bauwerke, Sehenswürdigkeiten:
Soller war eine Insel auf der Insel, von mächtigen Tausendergipfeln umschlossen, bis 1912 die damals moderne Schmalspurbahn aus dem Hause Siemens die bequeme Verbindung nach Palma brachte.Als zweites historisches Vehikel zockelt eine Straßenbahn mit offenen Waggons im Halbstundentakt von Sóller zum Hafen (Port de Soller). Seit der Eröffnung des (mautpflichtigen) Straßentunnels im Jahr 1997 ist es mit der Abgeschiedenheit des Ortes endgültig vorbei. Stadt und Hafen leiden unter Verkehrsproblemen, denn Sóllers noch aus arabischen Zeiten stammende Gassen sind eng und die terrassenartig angelegten die Stadt umgebenden Zitrushaine lassen keine Ausdehnung zu.
Altstadt von Soller: Die alte Innenstadt von Soller ist weitgehend erhalten. Die engen Gassen und der zentrale Platz Placa de Constitucio mit der bekannten Kirche Sant Bartomeu laden zu einem Spaziergang und Einkaufsbummel ein. Die Carrer Sa Lluna ist die Einkaufsmeile. Auf dem Placa de Constitucio befinden sich einige gute Straßencafes, in denen man die Atmosphäre der Stadt geniessen kann.
Kulinarisches und andere Einkaufstips:
Soller ist für seine Orangen mit hoher Qualität bekannt. Die Saftorangen sind etwas kleiner als üblich, süß und sehr geschmacksintensiv. Man bekommt sie sowohl frisch als auch frisch gepresst fast überall in der Saison zu kaufen.
Zur Zeit der Orangenreife (Okt.-Mai) ist das Tal von Sóller besonders reizvoll.
Aber auch die Zitronen sind sehr beeindruckend. Ich habe Zitronen aus Soller zu Hause aufs Maßband gelegt: 15cm lang und ca 7cm Durchmesser! Auch frischen Zitronensaft bekommt man in Soller in den Cafes angeboten.
Nicht weit vom Marktplatz gelangt man, wenn man zu Fuß den Straßenbahnschienen folgt, zur Markthalle des Ortes und zu einer Speiseeisfabrik. Die zentrale Markthalle (Lebensmittel) ist täglich außer Sonntag geöffnet, jedoch offenbar nur bis Mittag, denn sie hatte leider schon geschlossen, machte jedoch einen interessanten Eindruck und ein Besuch soll sehr lohnenswert sein. Leckeres Eis haben wir schräg gegenüber der Markthalle gegessen. Es gab mind. 20 verschiedene Sorten, bnis zu 30 soll es in der Saison geben, habe sie aber nicht gezählt. Mangelnde Katalanischkenntnisse bereiteten mir hier durchaus Probleme. Aber das nach der Optik bestellte Eis war lecker.
Auch sehr lecker war das in der Carrer Sa Lluna beim Bäcker verzehrte Essen. Die Carrer Sa Lluna verdankt ihren Namen dem Haus nr. 50, der Casa de la Lluna, da es ein Mondgesicht auf der Fassade hat. Leider ist es stark restaurierungsbedürftig. Interessant ist auch der große Samstagsmarkt unter freiem Himmel, mit vielen Ständen auf den Gassen und Plätzen der Altstadt. Somit sollte man, wenn man die Wahl hat, einen Ausflug nach Soller auf einen Samstagvormittag legen.
Lohnenswert sind auch Schnitzereien aus Olivenholz, welche man zu kaufen bekommt.
Straßenbahn Soller - Port de Soller: 1913 wurde die etwa 5 km lange Straßenbahn gebaut. Heute dient sie vor allem den Touristen. Die Wagen und Einrichtung stammen aus der Anfangszeit der Tram. Fahrkarten gibts im Zug, wie es früher war, beim Schaffner. Die Bahn fährt recht langsam, hält unterwegs öfter zum fotografieren und auf Wunsch kann man überall unterwegs anhalten und/oder aussteigen.
Stichworte
eisenbahn, garten, historisch, botanischer, zug, gaudi, orangen, zitronen, miro, tramuntana, rubio
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