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meme

Kompliment meme (12.09.2007) •••••

Da meine alte Abgabestelle kürzlich ihre Pforten schloß, habe ich nach einer neuen Möglichkeit gesucht, neue und gut erhaltene Gegenstände und Kleidungsstücke, die nicht mehr gebraucht werden, loszuwerden, ohne sie in diese überall aufgestellten Kleidercontainer werfen zu müssen. Leider werden die Tüten dort häufig im wahrsten Sinne des Wortes herausgefischt, ausgeschlachtet – und die Reste liegen verstreut in der Gegend herum und vergammeln.

Beim Stadtbummel am Schweinemarkt-Sonntag habe ich ihn dann gefunden. Der Charity-Shop fiel mir sofort ins Auge. Das Ladenlokal - samt Einrichtung übernommen vom vormals dort residierenden Herrenausstatter - machte einen guten aufgeräumten Eindruck. Kleidung in allen Größen und Variationen – darunter auch viele neue Artikel – für Damen, Herren und Kinder zu wirklich günstigen Preisen- anlässlich des Schweinemarktes gab´s noch einen Tagesrabatt von 20%. Obwohl es recht interessante Angebote gab, habe ich mich doch zurückgehalten – schließlich will ich ja Dinge loswerden, nicht anhäufen.

Der anwesende Mitarbeiter war gerade so schön dabei, das Konzept einem interessierten Päärchen zu erklären, da habe ich gleich mit zugehört. Also - der Laden ist eine Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes – Kreisverband Steinfurt e.V. Seit 1996 müssen auch die Einnahmen aus dem Verkauf von Altkleidern trotz Gemeinnützigkeit versteuert werden. Zudem verursachen der Unterhalt der Kleiderkammern, das Einsammeln, Sortieren und Verteilen hohe Kosten – denn „ehrenamtlich heißt nicht kostenlos“ . Neben der Kleidung als Hilfsgut (bei Katastrophenfällen zum Beispiel) – wird Kleidung aus Sammlungen nämlich auch als Wirtschaftsgut eingesetzt, um Gelderlöse ebenso wie Spenden zielgerichtet einsetzen zu können. Immerhin ist es problematisch, z.B. Hochzeitskleider oder Winterkleidung in heißen Regionen als Hilfslieferung einzusetzen. Ebenso verhält es sich mit moderner Kleidung in Ländern, die eine andere religiöse Ausrichtung haben.

So kam man dann im Kreisverband Steinfurt auf die Idee, die Warenströme selber zu kontrollieren, um bestmöglich helfen zu können. Kleidungsstücke, die nicht als Hilfslieferung weitergegeben, an professionelle Händler verkauft oder wegen des schlechten Zustands dem Recycling zugeführt werden (Herstellung von Garn, Putzlappen, Teppichböden und Türverkleidungen von Autos, Herstellung von hochwertigem Papier, Füllstoff für Matratzen und Decken), werden seit 2004 im Charity-Shop verkauft.
Teilweise neue, ansonsten sehr gut erhaltene Kleidungsstücke und Accessoires sollen Kunden aus allen Kreisen anziehen – natürlich auch die, die nicht viel Geld zur Verfügung haben, denn die Preise sind sehr moderat. Natürlich darf man gern mehr bezahlen, denn alle Erlöse fließen in die sozialen und gemeinnützigen Projekte des Deutschen Roten Kreuzes – und das wird ständig von unabhängigen Wirtschaftsprüfern kontrolliert. So beschreibt es das Info-Blatt, dass ich mir von dem netten Mitarbeiter geben ließ – wie ich denke auch jemand, dem diese Tätigkeit einen Verdienst beschert, den er sonst nicht hätte. Denn auch Arbeitsplätze entstehen natürlich beim Sammeln, Sortieren, Verteilen und Verkaufen der Kleidung (gegenwärtig werden 12 schwervermittelbare Langzeitarbeitslose in der Textilwerkstatt Ochtrup für den ersten Arbeitsmarkt wieder fit gemacht) – rundum also eine gute Sache – zumal bei dieser Art von Kleiderrecycling oder Umverteilung auch keine Volkswirtschaften ärmerer Länder empfindlich gestört werden.

Natürlich habe ich gleich nachgefragt, ob ich meine „guten Altkleider“ denn auch hier im Laden abgeben kann – ich kann !!! Notfalls würden die Kleidungsstücke sogar in eigenen Wäschereien gereinigt, bzw. in Nähstuben geflickt, geändert oder was sonst so nötig ist. Ist doch eine tolle Sache – vorher musste ich immer nach Metelen fahren (der Organisator der Hilfstransporte nach Rumänien ist leider verstorben), jetzt kann ich also kurz mal einen Arm voll Kleidung, Taschen, Schuhe oder Accessoires kurz entschlossen in Borghorst direkt abgeben. Stark abgenutzte oder unmoderne Sachen werde ich dann weiterhin in die entsprechenden Container werfen – ich weiß ja jetzt, dass jedes noch so kleine Fitzelchen Textil noch irgendeinen Zweck erfüllen kann. Und natürlich werde ich bei nächster Gelegenheit doch mal das Angebot prüfen und vielleicht das eine oder andere Teil kaufen, mein Kleiderschrank hat dann ja wieder Platz. Und ein Kauf im Charity-Shop ist so gut wie eine Spende, weil ja alles wieder zurückfließt in die gemeinnützige Arbeit – also Recycling in allen Bereichen – was will man mehr.

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