Hallo, ich bin seid 04.2011 im BfW Hamm. Nach dem RvL mache ich nun eine Umschulung zum Mechatroniker.
Ich kann dem Bfw folgende Noten geben:
Reha Berater: … … ist super! … nimmt meine Anliegen ernst und kümmert sich sehr angagiert. Ich kenne einige Umschüler , die ihren rechten Arm gäben wenn sie auch … … hätten, was durchaus Rückschlüsse auf andere Reha- Berater zulässt.Die Wohnsituation: erträglich bis unannehmbar
Ich habe mich sehr um ein anständiges Zimmer bemüht und nun auch eines erhalten. Viele Zimmer sind zu klein, schlecht und unpraktisch möbliert und zu dunkel( nichts für Menschen die zu Depressionen neigen!!) Es darf nichts an den Wänden angebracht werden( Bilder, Pinnwand ect.). Hat jemand von Euch schon mal 2 Jahre auf weisse Wände gestarrt??? Also wer da noch keine Depris hat, bekommt welche!!. Im Winter fällt teilweise die Heizung aus, die Putzfrauen haben 3 min Zeit pro Zimmer, die Möbel sind zu klein, zu wenig und dürfen nicht umgestellt werden. wer hier wohnen will oder muss, braucht nerven wie Stahlseile.
Das Essen: In Anbetracht der Tatsache, dass vom Kostenträger unter 4,- € pro Tag gezahlt werden, ist das Essen sehr annehmbar. Allerdings, wenn man erst ein halbes Jahr hier ist, kann man den Speiseplan vorhersagen. Die Abendessenzeiten sind schlecht( 17.00 – 18.30 Uhr) da man nicht auf den Zimmern kochen darf( nicht mal Wasser!!!) Die Portionen, na ja, sagen wir mal so, ich habe bis jetzt 13 kilo abgenommen, Tendenz fallend. Also bitte mit viel Übergewicht herkommen!!! Ach ja, ab demnächst gibt es hier keine Tassen mehr. Jeder Umschüler soll zu Beginn eine ausgehändigt bekommen, die er dann 2 Jahre hegen und pflegen muss. Ich würde dem Geschäftsfüher gerne so viel Intelegenz zubilligen, dass diese Tasse nicht aus Blech sein wird, bin aber leider aus Erfahrung skeptisch.Die Ausbildung( Metall): mieserabel!!! Das BfW ist mit Lehrkräften hoffnungslos unterbesetzt und viele von denen sind hochgradig untermotiviert. wer also hier seine Ausbildung machen will, sollte viel Erfahrung im selbstständigen lernen mitbringen und über eine schnelle Auffassungsgabe verfügen. Falls nicht, na ja…. viel Glück!! Ihr werdet hier den grössten Teil der theoretischen Ausbildungszeit mit arbeitsblättern versorgt und anschliessend damit allein gelassen. Wenn Ihr Glück habt werden diese aber nach ein par Wochen noch ausgewertet. In einer praktischen Prüfung (Zeitarbeit) musste ich mir eine Maschine( Fräse) mit einem weiteren Umschüler teilen. Ergebnis. 6. Nachdem ich mich massivst beschwerte, durfte ich mein verhunztes Werkstück nach 5 Wochen weiterbearbeiten und versuchen noch was zu reissen. Aus Angst ich könnte noch grössere Wellen schlagen wurde aus der 6 gnädiger Weise ne 3. Bei der Maschineneinweisung hatte ich Ausgabedienst und konnte diese nicht mitmachen. Als ich dies nachholen wollte bekam ich zur Antwort: " Dafür hab ich jetzt keine Zeit. Was machen sie auch in der Werkzeugausgabe?" Na ja, es waren die Ausbilder welche mich dahinstellten. Nach weiteren massiven Beschwerden erhielt ich dann doch noch eine Einweisung, diese enthielt jedoch nicht alle Fakten und wurde quasie im " vorbeigehen2 erledigt. In der Werkstatt seid Ihr oft mit euren fragen allein, weil einfach keine Ausbilder da sind. Mit etwas Glück habt Ihr aber Mitschüler die sich auskennen und Euch was beibringen können.
Ihr solltet Euch aber nur dann beschweren wenn ihr mental gefestigt seid und psychospielchen euch nicht fertig machen können, oder … … ist Eu… Reha- Berate… .( Ich nenne keine Namen da ich nicht einschätzen kann in wie weit dies Auswirkungen hätte)
Die Elektrotechnik: Die Ausbilder sind sehr angagiert, leider ist dieser Bereich teilweise schlecht ausgerüstet und die Beschaffung neuer Materialien ist sehr anstrengend( Ausbilder überlegen gewisse Dinge privat zu finanzieren!!!) Einige Unterrichtsinhalte werden an eingekaufte Lehrkräfte vergeben. Diese Lehrkräfte sind allerdings nicht immer geschult im Umgang mit Umschülern. Ihr braucht also ein dickes Fell.Die Freizeitgestaltung: Es gibt Kicker, Tischtennisplatten, Billardtische, Airhockey, eine Turnhalle, ein Schwimmbad und einen Kraftsportraum. Ausserdem werden Workshops angeboten, malen und töpfern soweit ich weiss. Mittwochs ist Fussbal und Volleyball. Ich würde sagen, bringt Euch Freunde mit sonst wird es sehr schnell sehr langweilig. Auch weil das BfW weit ausserhalb der Stadt liegt, die Busverbindung mangelhaft ist und Hamm auch sonst nicht grade als der Nabel der welt bezeichnet werden kann.
Alles in Allem gebe ich dem Bfw Hamm eine 4 minus. Das heisst, man kann hier durchaus eine Umschulung machen, sollte sich aber vorher genau überlegen og man stark genug ist. wenn ich nicht aus privaten Gründen hier fest säße, ich würde nach Dortmund wechseln. Schneller als Ihr " wechseln" sagen könnt.
Es gab hier im letzten Jahr einen neuen Geschäftsführer. Dieser hat hier sehr viele schlechte Neuerungen eingeführt. Alle unter dem Gesichtspunkt der Kostenersparnis. Mit anderen Worten, dieses Haus spart sich kaputt auf Kosten der Umschüler. Obwohl ich sehr schnell lernen kann, habe ich grosse Befürchtungen hier zu einem Abschluss zu kommen der besser ist als 3. Hätte ich Lernschwierigkeiten oder wäre ich schon 30 Jahre aus dem Lernprozess raus, ich würde verzweifeln.
Nun hoffe ich Euch mit meinen Ausführungen geholfen zu haben, weise aber ausdrücklich darauf hin, dass sich jeden sein eigenes Bild machen sollte.
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