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PJebsen

Kompliment PJebsen (10.10.2008) ••••

Bei dem bemitleidenswerten Kollegen, der das C&R Restaurant für den vom unverzichtbaren Stadtmagazin Time Out herausgegebenen Gastro-Guide London Eating and Drinking 2008 besucht hat, ging so gut wie alles schief.

Er wurde zwischen zwei Tische gequetscht, die so eng zusammen gestellt waren, dass er im voll besetzten Restaurant jeglichen Hauch von Privatsphäre vermisste. Und dann war auch noch der Reis zu dem von ihm bestellten malaysischen „inoffiziellen“ Nationalgericht Nasi Lemak trocken und lauwarm.

Zum Glück hatten wir diese Restaurantkritik nicht gelesen, als wir auf dem Rückweg vom diesjährigen Notting Hill Carnival zum Hotel in Bayswater zurückliefen und am C&R vorbeikamen.

Wir wurden zu zweit an einem achtsitzigen Tisch platziert, hatten also genug Privatsphäre. Die Servicekräfte waren sehr freundlich und plauschten im Lauf des Abends immer mal wieder nett mit meiner der kantonesischen Sprache mächtigen Freundin.

Auch ich wählte aus experimentellen Gründen Nasi Lemak. Es gab andere Gerichte, die mich spontan eher ansprachen; da ich aber noch keine großen Erfahrungen mit malaysischer Küche sammeln durfte, wollte ich beim ersten Mal lieber etwas wirklich Typisches versuchen.

Wie auf dem Foto zu sehen ist, besteht das C&R-Nasi-Lemak aus einer guten Portion Kokos-Reis, um das herum die anderen Zutaten drapiert sind: z. B. eingelegtes Gemüse, ein halbes gekochtes Ei, mit Schale geröstete Erdnüsse (hervorragend!), frittierte Sardellen (knackig!), mild gewürzes Curry-Huhn (für mich etwas zu mild) und als Ausgleich Sambal (Chili-Würzsauce).

Das Gericht war insgesamt „interessant“, aber der Reis war – salopp gesagt – „der Hammer“. Einen solch fluffigen Reis, der zudem noch durch eine dominante Kokosnote glänzte, hatte ich vorher noch nicht genossen.

Nette Feinheit am Rande: Die Krabben- bzw. Shrimps-Chips (eine Krupuk-Variante) waren dunkler als die in Deutschland üblichen Fisch-/Krabben-Cracker und schmeckten intensiver.

Meine Freundin hatte „Hainan Chicken Rice“; ein traditionelles Gericht, bei dem Ingwer und Knoblauch – sowie in manchen Varianten auch Chili – dominieren. Die relativ milde Version des C&R mundete ihr (und mir) bestens.

Spontan bin ich geneigt zu sagen, dass ich im C&R bald wieder vorbeischauen werde. Aber das werde ich wohl nicht, obwohl ich am C&R nichts auszusetzen habe. Denn zum einen gibt es im Multikulti-Viertel Bayswater viele andere spannende Restaurants, die ich noch nicht kenne, sowie sehr viel bessere Restaurants als das C&R, die ich lieber ein weiteres Mal besuchen würde.

Veröffentlicht auf: www.twitter.com/pjebsen

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