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La Giudecca, Venedig

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von hotzenplotz
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hotzenplotz

Hamburg

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Beitrag zu La Giudecca vom 25 September 2007

Wir Hamburger neigen gewöhnlich dazu, unsere Stadt als die schönste der Welt zu bezeichnen, auch ich bin meist dieser Auffassung und freue mich schon nach wenigen Tagen in der Fremde wieder auf mein Zuhause. Aber es gibt Ausnahmen. Venedig ist eine.
Hier war ich erstmals vor fünfundzwanzig Jahren, seitdem bin ich verliebt.
In die Farben, die mit den Jahreszeiten wechseln, aber immer geprägt von dem vielen Wasser der Lagune und der Kanäle pastellen sind, in die Geräusche der autolosen Stadt, das Dieselbubbern der Boote und das Plätschern des Wassers, in die Luftfeuchtigkeit, die im Frühjahr und Herbst erfrischend und angenehm ist, im Winter zu tagelangem dichtem Nebel führt, der einem in den engen Gassen Sichtweiten von unter einem Meter beschert und im Hochsommer, wenn sich zunehmend faulige Gerüche hineinmischen, Atemnot.
Ich mag das Hochwasser, das Acqua alta, die Palazzi, den Friedhof und das Schreien der Mauersegler. Der Rialtomarkt mit seinen weinroten Tüchern über Arkadengängen am Canale Grande ist eine Pracht, die Kirchen mit ihren Fresken, die Kunstausstellungen, an diesem Ort möchte ich Maler sein.
Ich hatte das Glück, hier ein Jahr meines Lebens zu verbringen und die touristische Perspektive mit der eines arbeitenden Kochs zu tauschen, der morgens um sechs aufzustehen hat und die Stadt alltäglich beim Aufwachen erlebt. Da klickt noch kein Kameraverschluss, da ziehen keine Reisegruppen durch die Hauptstrassen und auf dem Vaporetto ist man der einzige Nichtitaliener. Da sind nur ein paar Strassenkehrer auf den Beinen und man hat Mühe, eine bereits geöffnete Bar zu finden.
Wenn ich tagsüber durch die Stadt gehe, vermeide ich die Strecken vom Bahnhof Richtung Rialto, von dort zum Markusplatz oder der Accademiabrücke. Hier kommt man nicht vorwärts und fühlt sich wie im Louvre vor der Mona Lisa. Abseits an Ort und Zeit liegt das Glück, im zentralen Canareggio, fern der Hauptwege in Castello oder auf meiner Lieblingsinsel, der Giudecca.
Hier ist das Leben überwiegend noch nicht den ungehemmten Strömen von Schaulustigen unterworfen, viele arbeiten auf den Werften im Schiffbau, es gibt ein paar kleinere Fabriken, die Bars sind rappelvoll von normalen Menschen, Venexian ist der vorherrschende Dialekt.
Es gibt nette kleine Osterie, in denen man zu humanem Kurs ungefälschtes Essen der Region wie Bacalà mantecato oder sarde al saor bekommt, lecker Pasta wie von Mama. Und beim zweiten Besuch schon wiedererkannt wird.
Von der Isola San Giorgio gegenüber dem Markusplatz kann man einige Kilometer mit einem herrlichen Blick auf das 500 Meter entfernte Venedig an der Fondamenta della Giudecca spazieren, verlässt man den Weg und schlägt sich ins schmale Hinterland hängt Wäsche an Leinen von Haus zu Haus. Man könnte meinen, in Neapel zu sein.
Auf dem Kanal bewegt sich außer den üblichen kleinen Booten auch der ganz große Schiffsverkehr: Kreuzfahrtdampfer, Frachter und Tanker auf dem Weg nach Porto Marghera, dem größten Giftmüllhafen in der Adria, auch der Müllkahn fährt mit lautem Tröten vorbei. Selbst der sieht hier bei strahlender Sonne idyllisch aus.
Von Venedig hinüber kommt man mit dem Vaporetto, hier sind keine Hotels aber das Ostello, die Jugendherberge der Stadt.
Beeindruckend, wenn einmal im Sommer für einen Tag zur Fiesta del Redentore, einer etwas klotzigen Kirche hier, der Giudeccakanal mit kleinen Booten überbrückt wird und in Erinnerung an das Ende der Pest alle Anwohner beidseits des Kanals Tafeln im Freien aufbauen und Tausende im Schein von kleinen Lampions sitzen und bis in die Nacht scheinbar alle gemeinsam ein großes Essen veranstalten. Wer nicht direkt hier wohnt, versucht einen Platz auf einem Bötchen zu ergattern, denn später hat man von hier den besten Blick auf ein besonders schönes Feuerwerk. Das wird, typisch Venedig, begleitet von Händels dafür geschriebener Musik.
Erinnert mich an zu Hause. Nur noch schöner.
Große Oper.

Liesl Erstmal da, verläufste dich trotzdem. Ich dachte, das wäre ein Klischee, denkste Puppe!

Irmgard Wunderschön beschrieben! Freue mich gleich noch ein bisschen mehr, da ich ja in einer Woche (leider nur für wenige Tage) dorthin fahren werde.

Ui, das mit dem Verlaufen wird ja hoffentlich nicht so arg sein, irgendwo muss man ja wieder an einer bekannten Stelle rauskommen - oder???

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