Kompliment
Verve (07.08.2007)
Atmosphäre, Publikum und Gründe, gern hier zu sein:
Die klare, aber dennoch warme Optik laden ein, hier einen gemütlichen und geselligen Abend zu verbringen.
Der Anstrich in erdigem rot kombiniert mit Holz machen das Schlüters zu einem Treffpunkt für viele Gelegenheiten. Ob Firmenessen, Nachmittagskaffee, Geburtstagsfeier, Candlelight-Dinner oder einfach nur "auf ein Kölsch" – das Auge isst mit.
Auch in der Woche wird diese Braunsfelder Lokalität rege frequentiert. Hier ist man auch sehr Fußball-affin: Auf dem großen Fernseher an der Bar werden alle "wichtigen" Spiele gezeigt, es kann gejubelt und dabei in trauter Runde getrunken werden.
Wenn der FC (1. FC Köln) im Rheinenergiestadion spielt, ist das Schlüters ein gern besuchter Ort, um die Trauer ob der vergebenen Torchancen runter zu spülen oder den Aufstieg mit nicht nur einem kühlen Sion-Kölsch zu feiern.
Anfänglich als Alternative zum in Braunsfeld sehr beliebten Restaurant "Kölnisch Wasser" (s. auch mein Beitrag), hat sich dieses Lokal fest etabliert. Die Atmosphäre wird geprägt durch das Publikum, das zumeist aus dem unmittelbaren Umfeld stammt. Hier geben sich Ralph Lauren, Tommy Hilfiger, Gucci und Porsche die Hand – man kennt sich.
Das Essen, der Service und die Folgen:
Vom Essen anfangs freudig überrascht und mit dem Service überaus zufrieden, bin ich mittlerweile sehr enttäuscht. Das als „medium“ bestellte Rumpsteak war (bei einem Besuch im Oktober 2006) durch und sehr trocken. Die Gänsekeule hüpfte beim ersten Schneideversuch vom Teller wie ein ausgetrockneter Vogel mit zu vielen Flugstunden. Auf den freundlichen Hinweis beim Service ernteten wir nur Unverständnis und die versichernden Worte, dass hier alles frisch sei. Essen konnte man diesen Gummiadler allerdings nicht.
Verständnis fehlte mir vor allem bei der Antwort auf die Nachfrage nach einer Vase für die Geburtstagsblumen: „Wären Sie so nett und würden uns eine Vase bringen“. Der aus Italien stammende Keller entgegnete kess-unverschämt: „Nein ich bin nicht nett“.
Nach Sekunden der Fassungslosigkeit über einen Kommentar, den man auch mit viel Humor nicht mehr als witzig bezeichnen kann, war meine Antwort, dass wenn er nicht nett sei, wir auch keine Lust hätten, länger zu verweilen oder gar noch etwas zum Umsatz beizutragen.
Daraufhin fiel es ihm wie Schuppen von was-weiß-ich-wo runter, er entschuldigte sich und brachte in Sekundenschnelle die gewünschte Vase.
Wir ließen Gnade vor Recht ergehen und sind geblieben, denn ich wollte meiner Mutter an ihrem Geburtstag keinen Lokalwechsel mehr zumuten. Seither verbringen wir unsere Geburtstage lieber im Kölnisch Wasser oder im Erpel & Co und trinken im Schlüters auf dem Rückweg einen Absacker. Auch den Laden könnte man jetzt genau so nennen, schade.
Stichworte
restaurant, bar, braunsfeld, 1.fc
Kommentare (3)
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