Kompliment
Dominique (07.10.2007)
Jetzt kommt gleich die ganze Knappschaft angerannt und sagt, ich dürfe nicht über Plätze schreiben, an denen ich noch nie war. Und die anderen greifen hektisch zum Telefon und rufen mich an und verlangen Formulare, Unterschriften und Beglaubigungen, dass dieser Platz wirklich wirklich ist. Und die dritten hetzen in wissenschaftliche Bibliotheken, um Argumente für stilkritische Betrachtungen an zu sammeln, denn sie haben den Verdacht, dass ich mit 100 Identitäten bei Qype vertreten bin.
Wie könnte ich in diesen Niederungen der gültigen Alltagslogiken (es gibt tatsächlich mehrere Logiken, bitte bei wikipedia nachsehen) mir Raum für meine Träume schaffen, ohne der Dreistigkeit überführt zu werden?
Zum Beispiel an dieser Stelle: Hier ist nun der Platz für meine Sehnsucht, einmal "Feld unter Sturmhimmel" im Original zu sehen.
So ist es nun mal. Manche Wünsche sind eben einfach da; wo auch immer sie herkommen. Ich habe sie nicht bestellt, aber dennoch irgendwann (von mir selbst unbemerkt) abgeholt. Nun schlummern sie in mir. Seit der Wiege, seit der Pubertät, seit meinem ersten Gehalt.
Und eigentlich sind es ja meistens auch gar keine unerfüllbaren Wünsche. Oder gar großartig vermessene. Wo es doch nur ein Bild ist.
Das ist also der Grund, warum ich nun meine Fühler in Qype-Amsterdam ausstrecke. Denn ganz ehrlich. Ich will das Bild mir nun auch wieder nicht allein ansehen. Ich möchte mit jemanden dort stehen. Es mir ansehen, ein klein wenig schweigen, dann murmelnd etwas zur Farbe (oder so) sagen, aber eigentlich nur, um überhaupt etwas zu sagen, weil es ganz ohne Worte dann doch langweilig wäre.
Und dann gehe ich aus dem Museum heraus, ohne all die anderen Bilder angeschaut zu haben.
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Kommentare (10)
Bedenklicher Inhalt?