Neues Rathaus Leipzig, Zentrum, Leipzig

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Neues Rathaus Leipzig - Zentrum, Leipzig

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01.10.2007 (aktualisiert am 20.02.2008)

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Das Neue Rathaus ist seit 1905 der Sitz der Leipziger Stadtverwaltung. Es steht innerhalb des Leipziger Innenstadtrings an dessen südwestlicher Ecke gegenüber dem ehemaligen Reichsgericht.

Es wurde nach Plänen des Leipziger Stadtbaurats Hugo Licht, welcher auch die Bauausführung leitete auf den Grundmauern der ehemaligen Pleißenburg im Stil des Eklektizismus errichtet.

Die Grundsteinlegung für das Neue Rathaus erfolgte am 19. Oktober 1899. Nach knapp sechsjähriger Bauzeit wurde es am 7. Oktober 1905 – in Anwesenheit des sächsischen Königs Friedrich August III. – seiner Bestimmung übergeben.

Das Leipziger Neue Rathaus gehört mit fast 600 Räumen zu den größten Rathausbauten der Welt.
Das benachbarte Stadthaus wurde 1912 vollendet und ebenfalls nach den Plänen von Hugo Licht gebaut. Über einen Bogengang sind die beiden Gebäude, die zusammen fast 900 Räume aufweisen (Stadthaus mehr als 300, Neues Rathaus 578 - darunter die Untere und Obere Wandelhalle, der Ratsplenarsaal und der Große Sitzungssaal), miteinander verbunden.

Der eben erwähnte Ratsplenarsaal ist einer der schönsten Räume des Neuen Rathauses.
Ansehen kann man ihn interaktiv hier:
http://www.leipzig.de/de/buerger/service/wegweiser/07303.... x
Seine Wände ziert ein Edelholzpaneel, darüber ist kostbarer Stoff gespannt. Je ein Kamin schmückt jede der beiden Stirnseiten des Raumes. Auch die reich bemalte Kassettendecke mit der Inschrift "Viribus unitis" (Mit vereinten Kräften) macht das besondere Flair des Saales aus.
Hier finden Sitzungen, besondere Veranstaltungen und Hochzeiten statt.


Das neue Leipziger Rathaus findet man im Guinness Buch der Rekorde für den mit 114,5 m höchsten Rathausturm der Welt.

Man kann an Führungen teilnehmen durch das Rathaus und dabei auch den 114 m hohen Rathausturm besteigen.

Im Untergeschoss findet man den Ratskeller, der 700 Plätze bereithält.

Das Rathaus ist vielen auch als frühere Pleißenburg bekannt und mit dem wieder ans Tageslicht geholten gleichnamigen Fluß, bekommt dieser Name auch wieder mehr Sinn.
Ich möchte nun noch etwas auf die Geschichte des Bauwerkes eingehen, da Leipzig zwar noch kleinere Schlösser etc hat, aber dies die einzige Burg war.

Geschichte der Pleißenburg

Die ursprüngliche Burg wurde seit 1218 durch den Markgraf von Meißen Dietrich (1162-1221) als Zwingburg gegen die Leipziger Bürger errichtet. Sie hieß zunächst »das markgräfliche Schloss«, dann aber nach ihrer Lage am Pleißemühlgraben Pleißenburg. Das ursprüngliche Schloss war, bis auf einen südwestlich außerhalb stehenden runden Turm, vollständig in die Stadtbefestigung Leipzigs eingeschlossen.

In der Pleißenburg fand 1519 die Leipziger Disputation statt, bei der der Theologe und Reformator Dr. Martin Luther (1483-1546) in einer Diskussion mit den Theologen Prof. Dr. J. Mayer genannt Eck (1486-1543) und A. R. Bodenstein (1486-1541) vor dem Landesherrn der Stadt Leipzig, dem Herzog von Sachsen Georg (»der Bärtige«, 1471-1539), seine Stellung zur Kirche darlegte.
In der Schlosskapelle hielt Martin Luther am Pfingstsonnabend 1539 die erste evangelische Predigt in Leipzig.

Während des Schmalkaldischen Kriegs 1546/1547 wurde die Stadt Leipzig vom 08.01.-27.01.1547 durch den (ernestinischen) Herzog von Sachsen-Wittenberg Johann Friedrich (1503-1554, Kurfürst von Sachsen bis 19.05.1547) belagert. Dabei wurde das Schloss weitgehend zerstört.
Kurfürst Moritz von Sachsen (1521-1553), ließ die Pleißenburg als Festung mit Kasematten und Wassergräben neu errichten. 1549 beauftragte er den Leipziger Baumeister und Ratsherrn H. Lotter (1497-1580) mit dem Bau der neuen Pleißenburg in Form einer dreieckigen Zitadelle. Für den Bau wurde zum Teil Material des abgebrochenen Benediktinerinnenklosters St. Georg genutzt. Der Neubau war im Jahr 1551 äußerlich, im Jahr 1567 auch im Innenausbau zum großen Teil fertig gestellt.
Die neue Pleißenburg befand sich nun vollständig außerhalb der Stadtmauern. Ein breiter Wassergraben trennte das Schloss nicht nur vom freien Land an der Süd- und Westseite, sondern auch von den Stadtmauern im Nordosten. Durch das Schloßtor in der Stadtmauer und eine Brücke war der Zugang aus der Stadt (Schloßplatz) auf das Schloss möglich. Eine weitere Brücke führte vom Schloss nach Süden.
In der Pleißenburg befand sich damals auch eine Kaserne. Im südwestlichen Punkt der Festung befand sich der runde, ca. 52 m hohe Turm. Im Schlosshof war das mehrgeschossige Turmhaus direkt an den Turm angebaut.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor sie ihre militärische Bedeutung.

Im Jahr 1710 wurde auf der den (seit 1697 katholischen) Kurfürsten von Sachsen gehörenden Pleißenburg eine römisch-katholische Hofkapelle eingerichtet, die sich in den Erdgeschoss-Gewölben des Turmhauses befand.
Im Hubertusburger Frieden von 1763 verlor die Pleißenburg ihren Status als Festung, was dazu führte, dass sie zunehmend zu zivilen (aber stets landesherrlichen) Zwecken genutzt wurde.
1765 wurde die neu gegründete Leipziger Zeichen- und Kunstakademie unter Adam Friedrich Oeser in der Pleißenburg eingerichtet - hier wurde der junge Student Johann Wolfgang von Goethe von Oeser im Zeichnen unterrichtet. Seit 1794 befand sich die vom Leipziger Stadtbaudirektor Johann Carl Friedrich Dauthe erbaute Sternwarte Leipzig als weithin sichtbarer oberer Abschluss auf dem Turm der Pleißenburg.

Im Jahr 1767 wurde die Hofkapelle erneuert.

Bis 1774 wurden beide Brücken durch Erddämme ersetzt, später wurden die Wassergräben ganz verfüllt. Das gewonnene Gelände wurde zum Teil wieder bebaut, so 1838 mit einer zweiten Kaserne, die als dreigeschossiges zweiflügeliges Gebäude südwestlich vor dem Turm errichtet wurde, sowie 1840 mit einem Exerzier-Haus, das sich vor der Südost-Ecke des Schlosskomplexes befand und 1878 erneuert wurde. Seit 1867 war das 8. Königlich Sächsische Infanterie-Regiment 107 in der Pleißenburg stationiert.

Seit dem Jahr 1893 stand die Stadt Leipzig mit dem Königreich Sachsen in Verhandlungen über den Ankauf der Pleißenburg, um diese anschließend abbrechen und das Areal neu bebauen zu können. Am 04.05.1895 kaufte die Stadt Leipzig das Grundstück für 2,5 Millionen Mark; nach der Fertigstellung der neuen Kasernen in Möckern und Umzug des Infanterie-Regiments 107 begann am 21.04.1897 der Abbruch der Pleißenburg.

Zur Erschließung des ehemaligen Schlossgeländes wurden mehrere Straßen neu angelegt: die Markgrafenstraße entlang des Nordost-Randes, der Burgplatz in der Mitte der Markgrafenstraße (etwa im Bereich des Trotzers, des Haupteinganges und der Getreidetürme), die Hugo-Licht-Straße, die vom Burgplatz nach Süden führt, sowie die Lotterstraße, die vom Burgplatz nach Westen führt. Durch die drei neuen Straßen wurde das alte Schlossgrundstück in drei Baufelder geteilt: auf dem nördlichen entstand 1908-1911 das Stadthaus, auf dem mittleren (um den im Sockel erhaltenen Schlossturm herum) 1899-1905 das Neue Rathaus, und auf dem östlichen 1898-1900 das Gebäude der Leipziger Bank.

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