Kompliment
franzhavel (03.10.2007)
Diese Kulturinstitution wünscht sich den Einfluss ihrer französischen Schwester, der es durch harte Lobby - ähm, Beeinflussungsarbeit - gelungen ist, dass der französische Gesetzgeber alle Anglizismen im offiziellen Sprachgebrauch verboten hat.
Aber hier hat man dafür das "Unwort des Jahres" erfunden, ein Preis, mit dem es jedes Jahr aufs neue gelingt, die Menschen zu schocken und dadurch dahingehend zu beeinflussen, dass auf Partys - ähm Abendgelagen - alle davon reden, wie schlimm die Anglizismen sind.
Ich dringe dann mit meiner Idee nicht durch, dass der Gebrauch der verhunzten englischen Sprache doch sein Gutes hat. Indem die Meinungsmacher der Werbung gern die deutsche Sprache umgehen, ist es für den Verbraucher wiederum ganz einfach: Kommt ein irgendwie englisch geartetes Wort daher, dann handelt es sich um Unsinn und man kann die Sache dahinert einfach ignorieren.
Bei deutschen Phrasen ist der Unsinn nicht immer so leicht zu erkennen und das finde ich viel bedenklicher.
Also ich hasse: Wir haben die Zahl der Mitarbeiter angepasst - da ist outplacement einfach ehrlich. Ebenso verwirrend: Wir zahlen marktgerechte Gehälter, statt hier wird unter Tarif entlohnt. Nervend auch: Wir bitten um ein wenig um Geduld - gemeint ist oft: Bitte bringen Sie viel Zeit mit. Geradezu sprachkritisch veranlagt muss man sein, um dies hier zu verstehen: Frage: Befinden sich die (spiegeleiheißen) Castorbehälter in Sichtschutzbaracken statt innerhalb des Salzstocks? - Antwort: Nein, die Behälter befinden sich in dem genehmigten Bereich des Zwischenlagers Gorleben. Aber ich wollte ja beim Denglisch bleiben: Sehr hübsch ist auch: DHL-Trackingnummer, das steht für: Stellen Sie bei der Post in Spanien einen schriftlichen Nachforschungsantrag. Und zum Schluss das in dieser community - ähm Gemeinde - einleuchtende Beispiel: Catering - Ganz klar, gemeint ist: Erwarten Sie kein Qype-Menü.
In diesem Sinne: Schützt die deutsche Sprache.
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Kommentare (7)
Bedenklicher Inhalt?