Kategorie: Essen & Trinken
02.01.2008
Die prachtvolle Fassade zeigt es allen: Das 306 Jahre alte Walk’sche Haus am Walzbach gehört zu den Kleinodien badischer Wirtshausarchitektur, sein Wappenschild zu den größten der Nation. Drinnen herrscht der Zeitgeist – mit Varietäten vom Thunfisch (darunter eine perfekt gegarte, lauwarme Tranche unter fester Sesamkruste) und von der Gänsestopfleber: geschmeidige Mousse, etwas zu süße Crème brûlée, feine Terrine und gebraten (außen sehr kross, innen ziemlich breiig).
Die auf der Haut gebratene Felsenrotbarbe überzeugt mit feinem Aroma, tadelloser Konsistenz und dezenter Safransauce – sehr schade, dass sie auf einem ziemlich nahrhaften und festen Erbsenpüree gestrandet ist, das als Schaum angekündigt war. Viel weniger von solcher Hausmannskost hat das lockere Auberginenpüree als Beilage zum Allerlei von Kaninchen, einem kleinen Gesamtkunstwerk mit einer Fülle von Formen und Aromen, zu dem ein konzentrierter, kräftiger Jus gereicht wird.
Mit Begeisterung probiert man die sieben perfekt gereiften Rohmilchkäse – einen davon haben Nonnen mit der Hand geschöpft, versichert der insgesamt aufmerksame, kompetente und gänzlich unaufdringliche Service, der gut in die stilvoll-soliden Gasträume passt. Er kennt sich auch im üppigen Weinangebot aus, das von solider badischer Basis passioniert in die Welt hinausführt.
Apropos Passion: Deren Frucht gibt’s in Pyramiden-, Eis- und Schnittenform. Schade, dass sie unterm Kokosmantel keine Chance hat.
01.08.2007
06.06.2006
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