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Palazzo Borromeo und der barocke Gartenanlage
Aus einer kleinen felsigen Insel, auf der sich einige Fischer angesiedelt hatten, entstand zwischen 1632 und 1671 eine pompöse Anlage aus Palazzo und einer Gartenanlage vom Feinsten.
So wurde denn die Insel in Isola Bella umbenannt – einer Übersetzung bedarf es sicher nicht – nachdem sie zuvor Isola Inferiore (Kleinere Insel) oder auch Isola di sotto (Untere Insel) hieß.
Zwischendurch hatte die Insel noch einen anderen Namen: Isola Isabella, benannt nach der Frau von Carlo III. Borromeo, der diese Anlage für seine Frau Isabella erbauen wollte. Genau wie die Felsen, die beim Bau geschliffen wurden, wurde dann der Name zu Bella geschliffen.
Entstanden ist ein Kunstwerk, dass aus der richtigen Perspektive aus der Luft fotografiert wie ein Schiff aussieht. Mit der richtigen Perspektive ist gemeint, dass dabei das restliche Dörfchen nicht sichtbar hinter den Mauern der Anlage liegt.
Wir erreichten die Insel per Linienschiff und gingen zunächst durch das vormals idyllische Fischerdörfchen, heute die Meile mit Restaurants und insbesondere dem permanenten 365-Tage Markt mit Souvenirs und Billig-Klamotten.
Den Palazzo durcheilten wir auf fast kunstbanausige Weise, da unser Ziel der Garten war. Säle, Salons und ein monumentales Treppenhaus sind zwar beeindruckend – auch zumeist pompös eingerichtet und an den Wänden mit jeder Menge Bildern und Gobelins (letztere vom Feinsten) behängt, der interessanteste teil des Palazzos waren für mich die Grotten, mit den Mosaiken an Boden Wänden und zum Teil Decken, sowie den Stuckdekorationen. Derartiges hatte ich bisher noch nicht gesehen.
Nach dem Slalom durch den Palazzo traten wir in die frühbarocke Gartenanlage ein. Wir gelangen über einen Platz zu zum riesigen Teatro Massimo, einer Art Amphitheater. Das ist eine Kulisse – eine riesige Wand – in der sich in mehreren Etagen Nischen mit diversen Skulpturen befinden: Muscheln und allegorische Figuren. Gekrönt wird dieses pyramidenförmige Gesamtmonument durch ein Einhorn auf der Spitze, dem Wappentier der Borromeos. Der Park selbst ist teilweise streng geometrisch angelegt unter anderem auch mit Buchsbaumparterren, die allerdings abgesperrt waren. Eine Vielzahl von Pflanzen ist hier zu sehen: Hortensien, Azaleen, Rhododendren, Kamelien und andere Exoten, dazu eine Reihe mit Tee- und Kaffeepflanzen sowie diversen Kräutern. Riesige formgeschnittene Eiben sind weitere Hingucker.
Der Garten ist eine fantastische Anlage in Kunstwerk mit dem Palast. Äußerst sehenswert!
Wir gehen zurück durch den Permanentmarkt zum Anleger. Jugendliche Schulausflügler mit riesigen Schwerter, wohlverpackt in großen Pappschachteln warten mit uns auf das Schiff. Schwerter, das scheint die Hauptattraktion für die 14-15 Jährigen Pennäler auf der Isola Bella gewesen zu sein.
Sehr schöner Beitrag mit wunderschönen Fotos. Isola Bella da kommt man gleich ins Schwärmen.
Ich war vor 52 Jahren mal da, lang lang ists her.
4 Juli 2009 von Witta
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