Kompliment
mostro (02.08.2007)
Für einen autolosen Städter ist es immer wichtig, schnell mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Grüne zu gelangen. Die Alster bietet von der Quelle bis zur Mündung satte 50 Kilometer, die fast lückenlos per Wanderweg begehbar sind - der Großteil der Wanderstrecken sind wunderbar von U- oder S-Bahn-Stationen erreichbar.
Um kurz geographisch für Nichthamburger zu erläutern: Die Alster ist ein Fluß der nördlich von Hamburg bei Bad Segeberg entspringt und nach Hamburg fließt, dort durchfließt er einen im Mittelalter aufgestauten See, der auch Alster genannt wird (verwirrend), zuerst einen größeren See-Anteil, die "Aussenalster", dann einen nur durch einen Damm abgetrennten kleineren Seeabschnitt, die "Binnenalster", dann mehrere Schleusen am Rathaus, bevor er durch Kanäle ("Fleete") am Hafen in die Elbe mündet.
Am bekanntesten sind natürlich die Wege in der Innenstadt, allein die Strecke durch die Parks um die Aussenalster verschlingt schon satte 7 Km. Aber am Wochenende ist hier die Hölle los und bald wird wohl Kurtaxe oder Wegzoll verlangt, da ist man besser am Flußlauf der Alster bedient. Allerdings sind die Wege nördlich der Aussenalster zunächst nur bis zum Lattenkamp richtig attraktiv, die weitere Strecke bis Ohlsdorf hin ist ganz in Ordnung aber irgendwie etwas stiefmütterlich gestaltet, finde ich.
Daher empfehle ich für die "anständige" Bewanderung des Flußlaufes immer die Strecke nördlich von Ohlsdorf.
Also: U1 bis Ohlsdorf oder Klein Borstel nehmen (20 Minuten von Innenstadt), zielgerecht aussteigen und entlang der malerischen Ohlsdorfer Schleuse dem Alsterlauf bergauf (ja, liebe Bayern, nehmt das bittschön nicht allzu ernst, heisst nur: in Richtung auf die Quelle) folgen.
Sanft mäandernd verläuft hier das Flüsschen durch dichten grünen Wald mit sumpfigen Auen und Wiesen, kleine Zuflüsse kommen von überall hinzu, Reiher und andere Vögel flattern und planschen ungeniert herum... Hier kann man stundenlang im Grünen weiterlaufen, zahlreiche Abzweiger laden zu Umwegen ein...
Wer nicht wieder den ganzen Weg am Fluß zurücklaufen möchte, sollte UNBEDINGT einen Stadtplan mitnehmen. Die Pfade zu den S-Bahn-Stationen Wellingsbüttel oder Poppenbüttel sind nicht einfach zu finden, jenseits davon gibt es kaum noch Möglichkeiten, mit Bussen oder ähnlichem zurückzukommen...
In jedem Fall hat man alleine bis hierher eine wunderbar lieblichen Spaziergang von 2 -3 Stunden Dauer, der besonders im Frühjahr sehr angenehm und vor allem ruhig ist, weil die Menschen sich hier gut verteilen.
Wer will, kann auch noch etliche Kilometer weiter in Richtung Alsterquell laufen, ich würde das aber eher für Fahrradfahrer empfehlen, die hier auch prima vorankommen
Einkehrmöglichkeiten sind eher abseits des Weges gelegen (z.B. Eis am Bhf. Wellingsbüttel), immerhin an der Schleuse in Ohlsdorf liegt ein durchschnittliches Ausflugscafé, im Norden existiert aber erst wieder an der Mellingburger Schleuse ein Restaurant, das ist ein ganzes Stück oberhalb von Poppenbüttel...
Stichworte
alster, wandern, spazierengehen
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