Kompliment
johna (03.12.2007)
Abenteuer fliegen? Ja, vom Feinsten mit der LGW (Luftfahrtgesellschaft Walter). Hier ist der Name schon Programm.
Ich hatte ein Projekt in Erfurt, da bot sich dieser kleine Flieger an. Schon die Anfahrt mit dem Bus über's Rollfeld, vorbei an den großen Maschinen der etablierten "Ärleins", irgendwo ganz hinten auf den Parkpositionen. Ein gefügelter Schuhkarton. Der Niedergang wird mittels einer kleinen Strippe vom Copiloten heruntergelassen oder heraufgezogen, je nach Bedarf. Koffer- und Gepäckverladung erfolgt direkt unter den (gelegentlich argwöhnischen) Augen der Mitreisenden. Kein Förderband in den Flugzeugbauch, nein, reine Handarbeit, da möchte man direkt selbst mit zupacken.
Als erstes fällt beim Besteigen des Fluggefährts (wohlweislich mit eingezogenem Kopf in gebückter Haltung) ein Henkelkorb ins Auge, gefüllt mit geheimnisvollen Tüten, einer Thermoskanne und Plastikbechern. Lunch für die Crew?
Den Sitz eingenommen, ist der Einblick ins und Ausblick durchs Cockpit uneingeschränkt möglich, keine Sicherheitstür mit Guckloch vesperrt dem Neugierigen die Sicht. Und bald lüftet sich auch das Geheimnis des Henkelkorbes, es fehlt zwar das von großen Maschinen gewohnte Sauerstoffmaskenballett, schon mangels Höhe der Kabine, dafür aber gibt es den freundlichen Hinweis, das Frühstück sei im Körbchen und jeder möge sich doch selbst bedienen. Erfahrene LGWer reichen den Korb auch schon mal ohne Aufforderung von hinten nach vorne.
Die einzige Beunruhigung erfährt man jedoch, wenn das fliegende Personal anfängt, hoch in der Luft mit großformatigen Karten zu hantieren, sich über Standorte und Kurse nicht ganz einig und zudem noch eine Schlechtwetterfront im Anzug ist. Letztere kann man ja durch das Cockpitfenster auch selbst ungeniert in Augenschein nehmen. Nur aus der Diskussion der beiden Fachleute hält man sich besser 'raus.
Aber angekommen bin ich doch immer, und langweilig war es nie.
Stichworte
fliegen, abenteuer, airline, flugzeug
Kommentare (3)
Bedenklicher Inhalt?