Es gibt wohl wenige Gebäude die beeindrucken, durch ihre abwechselungsreiche Geschichte, durch ihre imposante Architekur, einfach durch ihre Schönheit. Ein solches Gebäude ist die Moschee von Cordoba "La Mezquita", mit ihrer Kathedrale in der Moschee.
Die mitten im Stadtzentrum stehende Kathedrale in der Moschee von Cordoba ist ein Mosaik der Kulturen und Zivilisationen und vereint mehrere architektonische Stilrichtungen, die während der neun Jahrhunderte, welche der Bau und die zahlreichen Umbauten in Anspruch nahmen, aufeinander folgten.
Die beeindruckende Moschee, mit einer Ausdehnung von 23.000m², die drittgrößte der Welt, ist von imposanten gewaltigen Mauern umgeben und gilt als eines der schönsten Beispiele maurischer Kunst in Spanien.
Die Moschee von Cordoba begründete den Kalifal-Stil, der römische, gotische, byzantinische, syrische und persische Elemente einband und die Wurzel der gesamten maurisch-spanischen Architektur der nächsten Jahrhunderte bestimmen sollte, bis zum Mudejar-Stil jener Mauren die im von den Christen zurückeroberten Spanien lebten.
Die Moschee von Cordoba unterscheidet sich in zwei Punkten von allen anderen: zum einen ist sie nicht nach Mekka hin ausgerichtet, sondern nach den Moscheen von Damaskus - vielleicht aufgrund nostalgischer Gefühle von Abderramán I., der diese, wie er in seinen Gedichten immer wieder ausdrückte, so sehr vermisste. Zum anderen befindet sich der Mihrab nicht im Zentrum des Gebäudes. Als folge des Ausbaus durch Almanzor, der die Moschee nur nach Westen hin erweitern konnte, während im Süden der Fluss, Guadalquivir, und im Osten der Palast des Kalifen im Wege waren.
Im Jahr der Rückeroberung Cordobas durch die Christen, 1236, wurde die Mezquita zur christlichen Kathedrale geweiht. Bereits im 13. Jahrhundert führte man die ersten Änderungen durch und fügte die königliche Kapelle(Capilla Real), hinzu. 1523 schließlich begann man nach dem Willen der katholischen Kirche und mit Unterstützung von König Karl V., jedoch gegen den Widerstand der Stadtverwaltung, mit dem Bau eines gewaltigen Kirchenschiffs im Inneren der Moschee. Die Arbeiten daueten 234 Jahre, weshalb die Kathedrale, ursprünglich in gotischem Stil, auch Elemente der Renaissance und des Barock zeigt.
Im Inneren der Kathedrale befindet sich das Hauptretabel (Retabel, der Aufsatz oder die Rückwand eines Altars. Retabel stehen auf dem hinteren Teil der Altarplatte), das Barockretabel sowie das Chorgestühl aus Mahagoniholz.
Ferner befindet sich hier auch die Capilla del Cardenal, mit ihren Kirchenschätzen, darunter die Monstranz von Enrique de Arfe, das elfenbeinerne Kruzifix von Alonso Cano sowie bedeutende Figuren und Gemälde.
Die große Moschee ist in zwei Bereiche geteilt: den Säulenwald oder sahn (sahn - Innenhof der Moschee) mit seinem Minarett (unter dem Renaissanceturm), und den Gebetsraum oder haram (haram - “das Geheiligte”, heiliger Bezirk einer Moschee). Der aus unzähligen zweifarbigen Säulen und Arkaden bestehende Innenbereich, besitzt einen unglaublichen großartigen Farbeffekt. Insgesamt ist das Bauwerk in fünf Bereiche gegliedert, die den jeweils vorgenommenen Erweiterungen entsprechen.
Der Mihrab (Mihrab nennt man die Nische in der Wand, die die Gebetsrichtung (Kibla) nach Mekka angibt. Hier stellt sich der Imam als Vorbeter zum gemeinsamen Gebet vor), der edelste Teil dieser Moschee, ist zugleich einer der wichtigsten der gesamten moslemischen Welt. Er ist mit byzantinischem Mosaik und bearbeitetem Marmor dekoriert.
Infolgedessen erscheint das Innere, mit seinen Doppelarkaden und Hufeisenbögen, als ein Säulenlabyrinth von überwältigender Schönheit.
Ganz besonders erwähnenswert sind die Säulen aus blauem Marmor mit zusammengesetzten Kapitellen (ist der obere Abschluss einer Säule, einer Ante, eines Pfeilers oder eines Pilasters), sowie die Säulen aus dunkelrotem Marmor mit korinthischen Kapitellen.
Bedingt duch die Rundbögen, Säulen aus Marmor, Granit, Onyx etc. erlebt man hier ein einzigartiges Spiel von Licht und Schatten, welches seines gleichen sucht.
Erwähnenswert sind die ca. 900 Säulen, sie tragen in parallele Geraden gereiht das Doppelsystem der "Bögen über Bögen".
Wer mal in Cordoba urlauben sollte, dem empfehle ich eine Führung durch dieses großartige und beeindruckende Bauwerk.
Wir waren anfang April als Gast eingeladen, La Mezquita zubesichtigen. Es war wirklich eine Bereicherung, die Tour hat 5 Std. gedauert, es wurde sehr vieles ausführlich erklärt und die Geschichte der Mezquita, sehr gut dargestellt und einem nahegebracht.
Wir waren in Total 5 Pärchen (inkl. ein Rollstuhlfahrer), hierbei hat es sich um eine Pritführung gehandelt, deshalb die länge der Führung und nur die begrenzte Personenzahl.
Jedoch sollen die normalen Führungen dem in nichts nachstehen, diese dauern ca. 2-2,5Std. mit Guide. Der Eintrittspreis beträgt normal 8,00€ , den Gruppenpreis kenne ich leider nicht. trotz der größe des Geländes, der Gebäude und der Menschenmassen, haben wir hier auch wunderbare Plätze zum entspannen, ausruhen und besinnen gefunden.
Bei Reisenden oder Besuchern mit Behinderung einfach am Eingang bescheid sagen, man wird ihnen helfen und sie begleiten, wenn gewünscht, dafür mal 10 extra Sterne.
Für diesen wunderbaren Tag, kann und darf es nur eines geben, 5 wunderbare Sterne, man glaubt sich in einem Märchen aus Tausend und einer Nacht.
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