Wir hatten uns die Marina Wolfsbruch wegen der vielen guten Bewertungen im Internet ausgesucht. Leider hat das Hotel den dort geweckten Erwartungen (und auch der Selbstbeschreibung des Hotels) nicht entsprochen, was vor allem an der Qualität des Appartements lag. Das wurde dem Preis überhaupt nicht gerecht. Bin schon fast geneigt nur zwei Sterne zu geben, weil ich dort eigentlich ein schönes Geburtstagswochenende verbringen wollte und mich nun ziemlich ärgere. Für das Geld hätten wir besser einen Babysitter genommen und wären zuhause richtig gut Essen gegangen (das wäre günstiger und besser gewesen).
Vielleicht erstmal das Positive:
In der Lobby / Piazza hinter der Rezeption steht Spielzeug für Kinder auf das sich unser Kleener begeistert gestürzt hat und das während des ganzen Aufenthalts immer wieder gerne genutzt wurde. Das Essen war qualitativ gut und lecker. Der Twitter-"Beschwerdeservice" war schnell und nett. Kompliment dafür - genützt hat es aber auch nichts.
Was hat mich gestört:
Bei der Ankunft waren alle "Kurzzeitplätze" belegt, vor uns beim Einchecken, aber deutlich weniger Leute als belegte Parkplätze. Also einer in zweiter Reihe beim Auto geblieben, anderer mit Kind eingecheckt. Nicht so entspannende Ankunft. Vielleicht wäre es sinnvoll mal zu prüfen, ob die Leute direkt vor der Tür tatsächlich nur 15 Minuten parken.
Beim Einchecken wurde ein Paar hinter uns vor gewunken. Wahrscheinlich hat man uns nicht gesehen, aber trotzdem blöd, weil wir schon eine Weile anstanden. Nach irgendwelchen weiteren Wünschen wurden wir nicht gefragt, dafür gab es ein "persönliches" Schreiben vom Hoteldirektor...
Ok, dann mit Gepäck und Schlüssel ins Appartement. Das war dann keine schöne Überraschung: Ziemlich abgenutzt (schmuddeliger Teppich und Wände, abgeplatzter Lack an Tür und z.T. an den Möbeln) und komplett stillos eingerichtet bzw. ziemlich lieblos möbliert. Im Kinderzimmer, dass wir extra gebucht hatten, standen zwei Betten teilweise übereinander, damit sie Platz hatten, dazu noch ein Schreibtisch (?) und ein Schrank zwischen Heizkörper und neben bzw. halb über dem Lichtschalter, also einfach voll gestellt. Das Kinderbettchen stand dann auch bei uns im Schlafzimmer (für was hatte ich wohl das Extra-Zimmer gebucht?!). Im Badezimmer fehlten Haken für die Handtücher (Wie sollen drei Personen an einer Stange und einem Haken die Handtücher aufhängen?. Im "Wintergarten" standen zwei IKEA-Alustühle und ein abgenutzter LACK-Tisch. Die Fernseher standen auf abgeschrabbelten Rollwagen und die Kabel lagen einfach frei herum (Kleinkinder sind neugierig und ziehen an so was gerne herum - sicher und familienfreundlich ist das nicht).
Später haben wir erfahren, dass der Teppich im Oktober ausgetauscht wird (hoffentlich nicht nur der). Aber wenn es so aussieht, lass ich doch da keine Gäste mehr rein oder buch' sie in ein anderes Zimmer ein.
Verdunkeln konnte man das Schlafzimmer ebenfalls nicht ordentlich und von außen schien eine helle - nicht ausschaltbare Lampe herein. Am zweiten Abend gab es außerdem einen Tanzabend in der Piazza, dessen Bässe bis um 23 Uhr in unser Appartement schallten. Dazu kann ich wirklich in der Stadt bleiben.
Das Hotel wirbt ja sehr mit Familienfreundlichkeit. Kinderbettchen gab es mit Bettzeug (war bestellt und bestätigt - dafür auch noch mal ein kleines Plus). Aber, wenn man mit einem 2 1/2 jährigen anreist, wäre ein Toilettensitz und eine Trittstufe für das Waschbecken ein netter Service (einfach eine nette Idee, überraschend und würde zeigen, dass man mitdenkt - kann man laut Internetseite auf Wunsch bekommen, aber ich hab' frei und will mich dann einfach mal nicht kümmern, sondern es könnte auch jemand mal mitdenken).
Ebenso gibt es bei vielen anderen Stellen Möglichkeiten für mehr Familienkomfort: Im Schwimmbad ist der Wickeltisch in der Behindertentoilette (zum Klappen, man möchte da nur wieder schnell raus). Ebenso ist da die Dusche für kleine Kinder bzw. eine Handbrause mit der man sie abduschen kann. Leider ist der Strahl so hart eingestellt, dass die das nicht witzig finden (es gibt schon seit langem spezielle Familienbadkonzepte, mit niedrigem Waschbecken, niedriger kleiner Toilette etc.). Im Restaurant: Familiengeeignete Tische, zu denen man gebracht wird oder die reserviert werden (geht bestimmt auf Nachfrage, aber ich will mich nicht immer kümmern müssen!) und vielleicht was zum Malen oder eine Spielecke, damit Mama & Papa auch in Ruhe zu Ende essen können.
Zum Schwimmbad selber: Am Eingang wurden wir gefragt, ob wir einen Euro für die Schränke dabei hätten. Hatten wir natürlich nicht - schleppe im Hotel nicht ständig meinen Geldbeutel mit. Aber anstatt uns einen Chip in die Hand zu drücken oder anders weiter zu helfen, musste einer wieder zurück ins Appartement um Geld zu holen. Auch das Bad an sich hat seine besten Zeiten hinter sich und ist an vielen Stellen ungepflegt. Vor allem das kleine Kinderbecken (abgeplatzte Kacheln, an den Seiten grünliche Verfärbungen) und unter der Rutsche sieht es auch nicht so gut aus. Sollte mal jemand sauber machen. Ansonsten gilt, wie für den größten Rest des Hotels: Wenig Wohlfühlatmosphäre, Standard-Hotelausstattung zusammengeklatscht (außer das Restaurant, das ist ganz gut eingerichtet).
Im Restaurant gibt es bei Halbpension abends Buffet. Essen ist ganz gut - bis auf den Nachtisch, der kommt größtenteils aus der Tüte (und bei den vielen Gläschen, weiß man nie, wo was drin ist). Das Frühstück wird bei längerem Aufenthalt sicher auch langweilig. Insgesamt war es guter Durchschnitt. Der Service ist so lala, nicht besonders freundlich oder aufmerksam, aber auch nicht furchtbar gruselig.
Insgesamt also ein enttäuschender Aufenthalt mit schlechtem Preis-Leistungsverhältnis. Im Hotel gab es keine Momente, wo ich wirklich dachte: Wow, das ist aber klasse! Einziger Lichtblick: Der Twitter-Betreuer des Hotels, der uns als kleine Entschädigung einen Obstkorb und einen Fruchtcocktail-Gutschein zukommen ließ (wobei auch hier - ich weiß das ist sehr nörgelig: Nektarinen und Birnen waren steinhart, der Cocktail nicht frei wählbar, sondern eine Saftmischung mit Grenadine. Warum überrascht man den Gast nicht wirklich und lässt ihm freie Wahl?)
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