Kompliment
mwest (22.12.2007) •••••1
Der Eberstädter Bahnhof vereint so ziemlich alles Häßliche und Negative, was man sich bei einem Bahnhof vorstellen kann. Es beginnt mit dem Anstieg - eine sehr steile Straße mit sehr schlechtem Belag, im Herbst mit viel nassem Laub, im Winter oft vereist und selten gestreut. Zur rechten ein Fahrradständer mit vielen Leichen... Dann durch eine schwergängige Tür mit zerbrochenem Glas in ein kleines stinkendes feuchtes Wartehällchen mit einem seit Jahren geschlossenen Schalter. Immerhin gibts 2 Fahrkartenautomaten und sogar einen Süßigkeitenautomat. Dazu drei eddingverschmierte Holzbänke. Meinem Fotoapparat kann ich das nicht zumuten.
Immerhin gibt es Fahrkartenautomaten und tatsächlich rund um die Uhr Personal in einem kleinen Betriebsbüro (Stellwerk oder so), das man tatsächlich mal fragen kann, wenn man Fragen hat, nur Antworten gibt es oft keine. Genauso wie die lustlosen Durchsagen - meistens wird in der Abfahrtsminute erst angekündigt, dass Züge verspätet sind, so dass man natürlich den alternativ abfahrenden Bus nicht mehr rechtzeitig als Alternative erreicht - dabei sitzen die Bahnmitarbeiter direkt an der Informationsquelle (Schalttafel) und sehen sogar, ob Fahrgäste draussen stehen, für die solche Informationen interessant sein könnten.
Weiterhin ist der Bahnsteig fast ebenerdig, es müssen also gerade bei den alten Waggons erstmal die Türgriffe erreicht werden und dann die über einen halben Meter hohe Stufe erklommen werden. Ältere Leute kamen schon mehrfach nur mit Hilfe von anderen Fahrgästen in den Zug.
Umgekehrt heisst es Springen. Mit Gepäck oder Fahrrad fast unmöglich. Eine Schande dass es solche Bahnhöfe noch gibt, Service gleich Null. Die Unterführung ist oft mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten voll und stinkt. Ebenso ist dank der benachbarten Papierfabrik, der Kläranlage und eines Betonwerks für olfaktorischen Höchstgenuss gasorgt.
Weiterhin empfehle ich mal, aus Frankfurter Richtung ganz vorne auszusteigen, man muss dann nämlich teilweise ins Kniehohe Gras herunterspringen, ebenso der Einstieg in den letzten Wagen richtung Frankfurt - tolle Idee, so ein "begrünter Bahnhof".
Mein persönliches Fazit - noch ein paar mehr solche Bahnhöfe und die hohen Benzinpreise fürs Auto tun nicht mehr ganz so weh...
Stichworte
bahnhof, rmv, eberstadt, darmstat
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