Warburg-Haus, Eppendorf, Hamburg
- Kategorie:
- Bildung Eppendorf | Bildung Hamburg
- Adresse:
-
Heilwigstraße 116, Aby-Warburg-Stiftung, 20249 Hamburg
040 428 38 61 48
- Website:
- Geöffnet:
-
zu Vorträgen und kunstgeschichtlichen Veranstaltungen und nach telefonischer Absprache.
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Alter Schulweg 4, 22529 Hamburg
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2 Beiträge zu Warburg-Haus auf Deutsch
Es waren einmal zwei Brüder. Der Ältere bot dem Jüngeren als Kind bereits den Anspruch auf sein Pflichterbe an – unter der Bedingung das ihm sein Bruder aber jederzeit die Bücher zur Verfügung stellen würde die er benötige. Ohne langes Zögern willigte der jüngere Bruder ein und dies ist der familiäre Grundstein der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek im Warburghaus.
Aby Warburg hatte damit von seinem Bruder Max einen Blanko Gutschein für die Anschaffung einer wertvollen Sammlung an Literatur den seine Familie ihm als späterer Gelehrter gern erfüllte.
Aby Warburgs sagte von sich er sei:
„Im Herzen Hamburger, von Geburt Jude, im Geiste Florentiner.“
Warburg ist Begründer der Ikonographie innerhalb der Kunstwissenschaft – aus einer traditionellen Bankiersfamilie stammend studierte er zunächst gegen alle Widerstände Kunstgeschichte – dann gab ihm – der stets danach strebte die Geisteswissenschaften mit den Methoden der Naturwissenschaften zu vereinen und ergründen – der Erfolg recht. Er reiste zu den Hopiindiandern und studierte dort deren Vogelornamentik und deren Rituale in der Praxis.
1909 erstand Warburg in der Hamburger Heilwigstrasse das Haus 114 und began die von ihm gesammelten Bücher zu archivieren und zu einer fächerübergreifenden Bibliothek zusammenzufassen. Er wollte den damals üblichen Spezialbibliotheksstrukturen ein anderes Konzept entgegenstellen. 1920 umfasste der Bestand der Bibliothek 20.000 Bände.
1924 begann der Ausbau des Nachbarhauses, der 116, um die bisher private Gelehrtenbibliothek – einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Als Aby Warburg 1929 starb war der Bestand der Bücher auf 60.000 Exemplare angewachsen.
Auf Grund der Bedrohung durch die Nationalsozialisten fanden sich in den 30er Jahren private Spender die es ermöglichten am 12. Dezember 1933 einen Frachter voller Bücher gen London zu schicken um diese in der noch heute bestehenden Partnerbibliothek einzurichten. In Hamburg verblieben 1.500 Bände.
Seit den 80er Jahren vergibt die Stadt Hamburg den Aby Warburg Preis und ein gleich nahmiges Stipendium.
Ich liebe ja Räume, in denen ich mich schon nur durch mein Dortsein klüger fühle. Oder romantischer.
Auf den Lesesaal des Warburg-Hauses trifft beides zu, ist er doch Resultat der Bücher-Leidenschaft einer der bedeutendsten deutschen Kunst- und Kulturwissenschaftler.
Aby Warburg war der älteste Sohn einer alteingesessenen Hamburger Bankiersfamilie. Seinem jüngeren Bruder Max schnackte er einen lebenslangen Blanko-Kredit ab, indem er ihm sein Erstgeborenenrecht, die Bank zu übernehmen, gegen die Zusage abtrat, dass dieser ihm immer alle Bücher kaufen würde, die er brauchte. Dafür, dass Aby und Max zum Zeitpunkt des Handels erst 13 und 12 Jahre alt waren, haben sich beide bewundernswert an den Deal gehalten. Diese Bücherleidenschaft entwickelte sich mit über 60.000 Exemplaren und 25.000 Abbildungen zur Aby-Warburg-Bibliothek.
Zunächst wohnte Aby Warburg nebenan, in der Heilwigstraße 114, doch 1925/26 wurde er Bauherr und beauftragte Gerhard Langmaack unter Mitwirkung von Fritz Schumacher mit dem Bau der kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg.
Von außen ein imposanter dreigeschossiger Backsteinbau, der Clou befindet sich jedoch zur Gartenseite: Ein viergeschossiger Büchertrakt mit einem ellipsoiden Lesesaal. Wunderschön und gelegentlich bei Vorträgen auch der Öffentlichkeit zugänglich.
Aby Warburg starb bereits 1929. Die Bibliothek konnte 1933 nach London in Sicherheit gebracht werden und besteht dort bis heute als “Warburg Institute”. Erst 1993 wurde das Warburg Haus von der Stadt erworben und wird inzwischen unter anderem vom Kunstgeschichtlichen Seminar der Uni Hamburg mit dem Warburg-Archiv genutzt.
Aby Warburg als Persönlichkeit und Initiator verschiedener Projekte ist auch spannend, es lohnt sich, mal etwas zu stöbern: http://de.wikipedia.org/wiki/Aby_Warburg
wrnr Über facebook und Deinen Blog die Spuren des gezeigten Bildes (wie Du sie in Deinem Blog beschreibst) zurückverfolgt und somit hier gelandet. Danke für den Beitrag.
Muß ich mir anschauen, wenn ich mal wieder in HH bin (der Saal erinnerte mich an die sehr sehenswerte Stadsbibliotek in Stockholm ).
7 September 2009
Deutsch




