Kompliment
Badbury (10.01.2008)
Die Sonne brennt unerbittlich über der Servicewüste Deutschland. Kein Tier ist in diesen ungastlichen Gestaden zu finden, die einzigen Zeugen Lebens sind Striche im Sand, die Spuren einer vor Tagen vorbeigezogenen Karawane.
Ein einsam Reitender, wie Lawrence von O'Toolien bewandet, betritt schief und wacklig auf einem ebensolchen Kamel sitzend die Bühne von links kommend. Man sieht ihm an, dass er kurz vorm Verdursten ist, ja, dem Wüstenschiff selbst scheint auch der Durst bis zum ausgetrockneten Halse zu stehen.
Auf einmal löst das Trampeltier aus dem langsam dahin schleichenden automatisierten Trott sich und rennt los, wird schneller und schneller. Der Reiter schrickt aus der Trance der Todesahnung auf, ist es Wüstenkoller? Dann sieht er es auch, was sein getreues Kamel nur witterte: Eine Oase! Und diesmal keine Fata Morgana! Ein Hain grüner Palmen und dazwischen ein blau schimmernder, schon von fern erfrischender, labender, kühlwässriger Teich, angefüllt mit trinkbaren, auf Mann und Tier wartenden Wassers.
Dies ist "my local". Zu dem gehe ich, wenn mein Schuhwerk professionelle Hilfe benötigt. Der Mann ist einfach nur sausympathisch. Macht Schuhe ganz schnell wieder heile. Ihm zuliebe überlege ich, mit dem Schlurfen wieder anzufangen. Letztens hatte ich nur noch einen Zehner in der Tasche, weil der Shoppingwahn mich zuvor packte. Passt!, sagte er, obwohl es mehr gekostet hätte. Das nächste Mal bekommt er's zurück, ehrlich!
Stichworte
schlüsseldienst, schuhreparaturen
Kommentare (34)
Bedenklicher Inhalt?