Royal Louise – Yacht- und Schifffahrtsverein zu Potsdam e.V., Potsdam

Adresse: Schwanenallee 7, Matrosenstation Kongsnæs, 14467 Potsdam

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Kompliment vilmoskörte (17.01.2008) 5

Wer schon mal auf Wannsee und Havel segelt, ist möglicherweise diesem eigenartigen Schiff schon begegnet und hat sich gewundert: irgendwie stimmen die Proportionen nicht, das Schiff sieht aus wie ein großes, ist aber im Verhältnis zu den Mitseglern an Bord zu klein.

Es ist die Royal Louise, eine Miniaturfregatte im Maßstab 1:3. Sie ist der 1999 fertiggestellte Nachbau eines Schiffes, das William IV., König von Großbritannien, 1831 dem preußischen König Friedrich Wilhelm III., dem späterem Kaiser Wilhelm I., als Dank für das Waffenbündnis gegen Napoleon machte: eine im britischen Whoolwich gebaute Yacht mit dem Aussehen einer englischen Fregatte, aber auf ein Drittel der eigentlichen Größe geschrumpft (sonst wäre sie auch etwas zu groß für die Havel). Ihren Liegeplatz fand die Fregatte auf der Pfaueninsel im 1832 eigens nach Plänen von Schadow angelegten Fregattenschuppen. Nun weiß ich endlich auch, wieso es auf der Pfaueninsel einen Fregattenhafen gibt!

Später findet die Yacht dann in der Matrosenstation im Jungfernsee neben der Glienicker Brücke einen neuen Heimathafen, in dem sich Kaiser Wilhelm II. 1891 vom norwegischen Architekten Holm Hansen Munthe neue Gebäude im norwegischen Stil errichten lässt und das ganze Gelände in Kongsnæs umbenennt. Während des ersten Weltkriegs liegt sie dann wieder im Fregattenhafen auf der Pfaueninsel. Nach einem Intermezzo als Ausbildungsschiff für Jugendliche beim Verein »Seglerhaus am Wannsee« nutzen die Nationalsozialisten das Schiff zu Propagandazwecken, indem sie es 1935 in Kiel als Denkmal für die deutsche Marine aufstellen. 1947 wird das Schiff dann abgewrackt.

Die neue Royal Louise wird ab 1997 im Rahmen einer Arbeitsförderungsmaßnahme in Köpenick gebaut. 1999 tauft sie die damalige Senatorin für Arbeit und Frauen, Dr. Christine Bergmann, feierlich. Nachdem nur ein paar Jahre darauf der private Betreiber pleite geht, übernimmt der eigens gegründete Verein »Royal Louise – Yacht- und Schifffahrtsverein zu Potsdam e.V.« das Schiff und segelt es seit 2004 wieder auf dem Potsdamer Jungfernsee und der Havel. Zum Besuch der Queen 2004 war sogar Prinz Philip auf der Royal Louise.

Die Royal Louise hat vorerst einen Liegeplatz beim Verein »Seglerhaus am Wannsee« gefunden, soll aber sobald wie möglich an ihren historischen Liegeplatz im kaiserlichen Matrosenhafen Kongsnæs zurückkehren, wo der Verein Royal Louise schon seinen Sitz hat. Ein weiterer Verein, der »Förderverein Kongsnæs e.V.«, bemüht sich um die Rekonstruktion des norwegischen Gebäudeensembles.

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