Kategorie: Freizeit & Ausflüge
Details: Parks
Öffnungszeiten:
Ab Mai , 08 –19 Dienstag bis Sonntag ,
Einer meiner nicht mit mir groß gewordenen Kleinmädchen- Träume war der, eines Tages einen richtigen Zauberwald zu finden.
Nicht so einen “Märchenwald”, wie ich ihn als Kind häufiger mit meinem Vater aufsuchte, in dem entlang eines vorgegebenen Weges da und dort lebensgroße Laubsägefiguren aus dem Grimmschen Fundus herumstanden.
Sondern einen verzauberten Wald, im dem ich auf verschlungenen Pfaden lauter Schätze entdecken kann. Im dem es Pyramiden und Labyrinthe gibt, unendlich hohe Bäume, an denen Schaukeln hängen; die Erklimmbaren davon an Seilen, die gut zehn Meter von den Ästen herabhängen. Andere schweben unerreichbar in lichter Höhe. Es lassen sich mitten im Wald einsame Bänke finden, die – kaum Platz genommen – wie von Geisterhand anfangen zu wackeln. Häuser, aus denen Stimmen erklingen, Texte werden von Flüsterstimmen vorgetragen. Es liegen riesengroße Steine herum, einer so groß, dass ein Kind darauf verloren aussieht.
Wer lange genug an diesem poetischen Ort herumstreift, stößt irgendwann auf eine Mauer - die Mauer der sprechenden Steine. “Private property created crime”, “The future is stupid” und andere Wahrheiten erzählen diese Steine, verteilt entlang der fast zwei Kilometer langen Mauer - allerdings nur demjenigen, der sie entdeckt.
Und dort, in den Tiefen des Waldes gibt es kleine, lebendige Fröschlein, die jedes Kinderherz entzücken. In Mengen hüpfend. Versteckte, absurd überhöhte Jagdsitze lassen sich finden, meditative kleine Orte: Brücken, Steinformationen, Arrangements. Wasserfälle. Mitten im Wald auch: Eine Glaswand. Oder: Eine rote, gebogene Metallwand von gigantischen Ausmaßen. Wie vom Himmel gefallen. Niemanden würde es wundern, hier einem Hasen mit Uhr in der Hand zu begegnen…
Wer lange genug nach so einem Zauberwald sucht, wird mit etwas Glück irgendwann auch fündig: So in Südschweden, ungefähr 86 Auto-Minuten von Malmö aus.
Marina Abramovic, Bob Wilson, Olafur Eliasson, Jenny Holzer und viele andere KünstlerInnen haben um einen lieblichen See und ein Schlößchen aus dem 15. Jahrhundert herum diese Kunstwerke zum Auffinden, Anfassen und Hindurchgehen, für diesen Ort erschaffen. Die Schloßbewohner sind Nachfahren und entwickeln das unkonventionelle Schloßparkkonzept schon seit 1987. Gleichzeitig wird auf dem angrenzenden Biohof Agrarwirtschaft betrieben – dessen Produkte sich vielleicht auch schon bei Euch im Kühlschrank befunden haben: “Wanas Ädel”,ein Edelschimmelpilzkäse cremiger Konsistenz, wird auch bei Ikea verkauft.
Sehr schöner (englischer!) Artikel auf sculpture.org.
Huiuiui. Jeder sollte seinen Zauberwald haben.
Das ist definitiv kindkompatible Kunst.
29 April 2008 von Landstreichler
Zauberhaft Dein Zauberwaldartikel, er ist einfach gut zu LESEN. Ich kann allles sehen, was Du beschreibst, die Bilder unterstützen das. Schade ist nur, es ist ein Traum. Das musste ich erschrocken feststellen, als meine Frau mich ansprach UND ich wieder da war.
Es ist kein Wunder, wenn alle die ihn lesen, am liebsten gleich losfahren würden, ich auch.
Da ist der von mir beschriebene Zauberwald in Ramsau fast nur eine mit Steinen durchsetzte Ansammlung von Bäumen….
29 April 2008 von FalkdS
Veröffentlicht auf: kixka.wordpress.com/
Schweden/Norwegen/Reisen/Shopping
Die Seele im Blockhaus am See baumeln lassen,...
von buskutscher8
65 Plätze im Guide
Schicke mir ein Blatt, doch von einem Str...
von hotzenplotz
64 Plätze im Guide
Dies ist ein wild geschwungener Zaunpfahl auf L...
von Landstreichler
36 Plätze im Guide
Für die etwas andere Pilgerreise. Die Plätze d...
von Barnie
17 Plätze im Guide
Wie die Vietnamesen sagen: Umwege erhöhen die ...
von Kixka Nebraska
14 Plätze im Guide