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Benutzerfoto: jumpy

jumpy

Kompliment jumpy (26.06.2008) 5

Die Sneak-Preview der Kleinkunst :-)

Es gab eine Zeit (daaamals war ich noch Student und konnte mir das leisten), da ging ich jeden Montag abend um 23:00 Uhr ins Kino. Und ich wusste nicht mal, was für ein Film kommt. Und trotzdem hat es sich meist gelohnt. Manchmal war Mist dabei, aber oft hat man nette Filme gesehen, in die man sonst nicht reingegangen wäre …

Bei der offenen Bühne in der Scheinbar ist es ähnlich. Man weiß nicht, was man geboten bekommt, aber das ist genau der Reiz an der Sache. Und als ich dort war, gab es 2-3 Beiträge, die nicht so prickelnd waren. Aber der Rest war sehr gut und abwechslungsreich.

Ein Tipp für alle Erstgänger: meidet die ersten 2-3 Reihen ;-)

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Qype Advanced Insider 1953
Benutzerfoto: Labude

Labude

Kompliment Labude (16.05.2008) 5

Menschen, die heute jünger als, sagen wir 35 sind, haben einfach Glück gehabt. Gnade der späten Geburt. Ihnen ist schreckliche Schuld erspart geblieben. Sie sind nicht in Versuchung geführt worden. Für sie hat sich niemals die Frage gestellt, ob sie den grauenhaften Geschmacksentgleisungen der 80er Jahre erliegen sollten. Ich bekenne: ich habe einiges davon mitgemacht. Ich hatte einen Baumwolloverall. Ich hatte einen drei Zentimeter breiten Schlips aus Glattleder. Ich fand Talk Talk cool. Kein Jahrzehnt hat so viele unendlich scheußliche Moden erlebt wie die 80er.

Obwohl. Wenn ich an Rod Stewarts Seidenbluse aus den 70ern denke. Ja. Ähm. Er hatte auch einen rosa Paillettenblazer.

Ich glaube, wenn wir wirklich gut nachdenken, finden wir für jede Epoche völlig abseitige Moden. Hinterher lachen wir drüber. In ein paar Jahren werden wir zum Beispiel über die gegenwärtige Mode lachen, Spargel „mit Biss“ zu kochen. „Mit Biss“ ist ein Euphemismus. Er steht für selleriestangenknackig. Nun ist es mit Spargel allerdings so, dass er selleriestangenknackig einfach nicht schmeckt. Ich war neulich mit einem russischen Geschäftsmann (ich glaube, Import und Export von Immobilien) im Borchardt essen. Ich hatte ihm lange die geschmacklichen Unterschiede zwischen Oberrheinischem und Beelitzer Spargel erklärt. Nachdem er die erste Stange gegessen hatte, fragte er mich, ob Beelitzer Spargel eigentlich immer so hart ist. Ich habe mich geschämt. Borchardt ist eigentlich ein netter Ort, aber indem sie dieser albernen Mode nachgelaufen sind, Spargel hab roh zu servieren, haben sie mich bloßgestellt. Ich werde Spargel ab sofort nur noch „klassisch-zart“ bestellen und wenn er dann doch „mit Biss“ kommt, werde ich dem Kellner erklären, dass ich vom Spargel nicht gebissen werden will.

Eine andere Mode ist, dass Comedy zum großen Fernsehevent geworden ist. Wie viele Comedy-Shows gibt es eigentlich zurzeit im Privatfernsehen? Ich glaube, dass auch diese Mode wieder vergehen wird, so wie „Dalli Dalli“ und „Wunderbare Jeanny“ vergangen sind. Und Comedy wird zurückkehren auf die kleine Bühne. Je kleiner desto besser. Am besten ins Scheinbar-Varieté. Das wird es dann immer noch geben und es wird sein, wie es vor der Mode war. Winzig, familiär, liebenswert. Platz für 40 Gäste. Wenn man sich mag, ein paar mehr.

Das Herzstück der Scheinbar ist das Open Stage Varieté. Jemand führt durch das Programm – im Moment zum Beispiel CloOzy (beantwortet noch alle Spam-Mails persönlich), Bartuschka (amtierende slowakische Langstreckenpantomimeweltmeisterin) oder Werner Kreini (der Dean Martin der Monumentenstraße). Andere treten auf; jonglieren, machen Akrobatik in einer Mülltonne oder sonst irgendeinen Unsinn. Unbekannte, die sich blamieren wollen, Kleinkunstreisende, die gerade in der Stadt sind oder bekannte Gesichter, die Nummern für ihre nächste Tournee testen.

Weil ich ja mittlerweile „Advanced Insider“ bin, würde ich gerne einen echten Insidertipp geben, nämlich, wie man der Mitmachnummer entgeht. Die Mitmachnummer ist der Teil von Comedy, wo die Zuschauer über den Akteur auf der Bühne nicht mehr lachen wollen und man sich deshalb über jemanden aus dem Publikum lustig macht. Ich bin ein Mitmachnummermagnet. Der einzige sichere Weg, der Mitmachnummer zu entgehen, ist also – mit mir hinzugehen.

*

Open Stage gibt es immer Mittwoch bis Samstag. Eintritt 7 € - 8,50 €. Am Wochenende unbedingt reservieren. Zigarettenpause auf der Straße.

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User_star_grey 32
Benutzerfoto: simwer

simwer

Kompliment simwer (20.01.2008) 5

Wann immer ich eine Portion gute Laune brauche, gehe ich in die Scheinbar. Hier stehen teilweise Profis, teilweise Lainen auf den Brettern, die die Welt bedeuten :-) und bieten das gesamte Programm des Varietés - von Jonglage bis Standup Comedy.

Unbedingt hingehen.

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