Adresse: Neuer Kamp/Sternstrasse, Hamburg
Stichworte cohen_und_dobernigg etage_21 karoviertel ölmühle schlumper
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Bogenstr. 5, 20144 Hamburg
Literatur & Café diese geniale Kombination bietet das Mathildean. Kuchen, aktuelle Tagespresse, Bücher und vieles mehr. Kundenzitat: "Im Sommer draußen sitzen, am liebsten das Wochenende mit einem Mathilde-Frühstück und der aktuellen Zeitung beginnen."
Kompliment
hotzenplotz (23.03.2008)
Hier ist in den letzten zehn Jahren ein Ensemble entstanden, von dem auch ein häufig Nörgelnder wie ich sehr angetan ist.
Der 1911 hierhin umgesiedelte Schlachthof war bis 1995 nach und nach aus der Stadt gezogen, mit ihm auch die an der Schanzenstrasse gelegene Gewürzketchupfabrik Hermann Laue.
In der Zeit meiner Lehre gehörte ein Besuch in den frühen Morgenstunden noch zum schaurigen Programm der Gewerbeschule für Köche, die automatisierte Schlachtung panischer Schweine ist mir in elektrisierter Erinnerung geblieben.
Die Gegend zwischen Karoviertel und Schanze roch damals morgens nach Blut, Fleisch und Gewürzen, vornehmlich Piment, Muskatnuss, Pfeffer und Majoran habe ich noch immer in der Nase, wohnte ich doch damals einige Jahre in der Schanzenstrasse und später in einer kleinen Wohnung in den Terrassen der Sternstrasse.
Zum spätnächtlichen bis vormittäglichen Bild des Stadtteils gehörten die meist stämmigen Männer mit geplatzten Äderchen im Gesicht in ehemals weißen, mehr oder weniger blutverschmierten Kitteln auf dem Weg zum nächsten Schnaps oder einem Becher Kaffee mit Karbonade.
Der hier angesiedelte Groß- und Einzelhandel schliff und verkaufte Messer, Sägen und Fleischverarbeitungsgerät, Gewürze, Verpackungen, dicke Plastikschürzen, Kettenhemden und Wurstcutter. Es gab Läden für den Natur- und Kunstdarmverkauf und was man sonst so braucht für das martialische Handwerk.
Messer Jürges gibt es immer noch und in der Stern- und Kampstrasse findet man noch den einen oder anderen Händler solcher Utensilien, Erikas Eck und ein paar andere Gaststätten halten tapfer durch, obwohl ihre ursprüngliche Kundschaft mehr und mehr ausgefallen ist.
Inzwischen sind die Baulücken geschlossen, ein Teil des Altbaubestands durch Neues ersetzt, Friseurgeschäfte und Gastronomie, Platten- und Modeläden haben die Gegend erobert.
1997 wurde die Alte Rinderschlachthalle, ihrer eigentlichen Bestimmung beraubt, unter Finanzierung der STEG zu einem Projekt mit vielen Läden, sozialen und kulturellen Einrichtungen umgebaut. Die Baumaßnahme hatte auch zum Ziel, das damals inselhafte zentrale Karoviertel aus Fußgänger- oder Radfahrersicht mit dem westlichen Karoviertel
und der Schanze zu verbinden. Was durchaus gelungen ist. Die neue Brücke über die Schlucht der U3 verringert die Strecke erheblich, zudem verläuft der Weg nicht mehr an den großen Strassen entlang, sondern mitten durch das Wohngebiet.
Gegenüber der Schlachthalle entstand in ansehnlicher Architektur das Karo Musikhaus, ein Projekt, das 33 jungen, kleinen Unternehmen aus der örtlichen Musikszene günstigen Büroraum und Tonstudios bietet. Außerdem findet man nette Plattenläden, das Atelier der Schlumper, einer Behindertenkünstlergruppe mitsamt Ausstellungsraum, es gibt ein Existenzgründungsprojekt namens Etage 21 und das alte Pförtnerhäuschen am Neuen Kamp wurde zum Café umgenutzt.
Der zwischen der Halle und dem Neubau gelegene Platz mit einer kleinen Tribüne ist ein hübscher Ort zum Rumhängen und bei Sonne sehr belebt. Jeden Samstag findet hier ein Flohmarkt statt, auf den ich gerne gehe.
Von hier ist der Blick auf den Bunker an der Feldstrasse fulminant, auch den Michel kann man in der Ferne sehen.
Vor dem Knust kann man draußen Pauli in der Glotze gucken, bei Heimspielen mit O-Ton vom dreihundert Meter entfernten Millerntor.
Stichworte schanze, karoviertel, musikhaus, ölmühle, plattenläden, schlumper, cohen_und_dobernigg, pförtnerhäuschen, etage_21, karostar
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