Wenn man in Hamburg eine Sackkarre braucht… früher war in der Hansestadt und ihrem Zentrum alles voll mit Baumärkten und anderen nützlichen Geschäften - mittlerweile aber sind Grundstücke im Innenstadtbereich nicht mehr mit Gold und Juwelen aufzuwiegen und selbst minimale Handtücher werden mit mehrstöckigem Beton beklotzt.
Das wurde mir schmerzlich klar, als ich ebenjenes Gerät erwerben wollte und feststellte, dass im bereich Sternschanze mal eben “1000 Töpfe”, der EGN Baumarkt und einiges mehr einfach abgeschafft worden sind.
Da ich aber keine Lust hatte, meine Kisten per Hand zu wuchten, arbeitete ich mich bis hierher nach Altona vor. Die hohe Mitarbeiterdichte bescherte mir schnell die ersehnte positive Information, dass man Sackkarren habe, ja.
Ich fand sie dann auch am Ende eines Anbaus und war erfreut, dass man auch gleich drei Versionen von “Junior” bis “Profi” erwerben bereit hielt. Der Unterschied bestand in Traglast und Griffarten. Was ein wenig unpraktisch war, war die Tatsache, dass man hier keine praktischen klappbaren und auch keine leichten Exemplare anbot, aber immerhin: Nach einer Odyssee der hanseatischen Sackkarrensuche war das schon eine Wohltat.
Weniger wohltuend war der Anblick meiner weißen Hose nach dem Testen der drei Versionen. Sie waren allesamt so derb grau und nachhaltig (hier mal eine negative Form der Nachhaltigkeit) eingestaubt, dass ich annahm, man habe sie (die Sackkarren, nicht meine Hose) ein paar Jahrhunderte in einem Pharaonengrab zwischengelagert. Wirklich enorm.
Und die Reifen waren allesamt platt.
Ich fragte sofort nach, ob man die nicht aufpumpen könne. Ja, das könne man - ich solle doch mal zur Fahrradabteilung gehen. Dort allein erfolgreich angekommen wurde mir recht unwillig eine Pumpe im Verkaufsangebot gezeigt, die solle ich erwerben - und warum ich denn nicht zur Tankstelle gehen würde? Der Mitarbeiter rannte so schnell weg, dass ich ihm nicht mehr bedeuten konnte, dass ich die Karre eigentlich in gebrauchsfertigem Zustand erwerben wolle - und dass es für mich eigentlich Ehrensache ist, dass ein Laden seine Produkte auch dementsprechend anbietet bzw. auf Verlangen vorbereitet, zumal dieser Baumarkt wie eingangs berichtet ja wirklich gut besetzt ist. Nun ja, ich pumpte dann eben selbst auf.
Tja, diesen einmaligen Lapsus sollte man nicht so gravierend bewerten, könnte man sagen. Wenn man nicht ein Produkt dieses Baumarktes täglich sehen müsste: Meinen Küchenfussboden aus PVC, vor 10 Jahren nicht unteuer hier erworben, in cremigem Erdton gefärbt. Mittlerweile leider im Licht ausgeblichen und leider so weich, dass er viel kleine Löcher von Besucherschuhen hat - meiner Meinung nach muss ein PVC-Boden ein bisschen mehr aushalten!!
Von daher hilft auch die freundliche Laune der Kassenfrau nicht viel - denn ein Baumarkt soll gute Produkte und gute Beratung bieten, beides war hier nicht so recht der Fall.
P.S.:
Die Sackkarre war dann immerhin gleich am nächsten Tag sehr wertvoll und brauchbar - nämlich zum Flohmarkt beim Schanzenfest, wo ich einen recht langen Weg zum Stand zurücklegen musste. Ohne Karren hätte ich da konditionell vermutlich schlapp gemacht. Leider musste ich eine Menge Bücherkisten wieder zurück fahren, da die Leute heute nicht mehr so viel lesen, wie es scheint…
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