Bewertung zu Café Küchenhof von Angelika Fleckenstein

Café Küchenhof, Carl-Mosters-Straße 1, am Altenberger Dom, 51519 Odenthal

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Kompliment Angelika Fleckenstein (11.05.2008) 5

Nach einer über dreistündigen Wanderung bin ich vor zwei Jahren zum erstenmal in diesem Café “gelandet”. Vielleicht wäre “gestrandet” der passendere Ausdruck, denn nach meiner anstrengenden Wanderung um die Berge rund um den Altenberger Dom plumpste ich erschöpft auf die Holzbank gleich am wärmenden Kachelofen und dürstete nach Milchkaffee und leckerem hausgemachtem Kuchen wie ein Fisch auf dem Trockenen nach seinem Nass :-)
Diesmal hatte ich mich spontan mit einem Freund zum Kaffee verabredet und ebenso spontan fiel mir das Café Küchenhof am Altenberger Dom ein. Draußen regnete es Bindfäden, die Luft war nasskalt und unfreundlich…. da sehnt sich wohl jeder nach einem bollernden Ofen, urig-gemütlicher Atmosphäre und einer freundlichen Kellnerin, die dampfenden Milchkaffee und Rüblitorte kredenzt.
Die Rüblitorte ist nur eine der Leckereien, die im Backofen der Küchenhof-Küche hergestellt werden. Darüber hinaus gibt es allerleckersten Apfelkuchen mit gut gekühlter Schlagsahne, den ich sehr empfehlen kann. Eine Steigerung und noch empfehlenswerter sind die nach einem alten Hausrezept hergestellten Waffeln, wahlweise mit heißen Kirschen und Vanillesoße oder Schlagsahne… da läuft einem bei der bloßen Vorstellung das Wasser im Munde zusammen.
Freitags gibt es frische Reibekuchen. Die scheinen ein Renner zu sein, denn es strömten um die Mittagszeit reichlich Gäste herbei, die Reibekuchen mit Apfelmus oder Rübenkraut bestellten. Der Duft war verführerisch…. aber ich war pappsatt von dem Stück schmackhaft saftiger Rüblitorte…..
Was ich immer wieder schön finde, ist die Lage eines solchen Lokals inmitten historischer Mauern. Die Räumlichkeiten sind weitgehend so belassen oder wieder hergestellt wie es früher einmal war. Viel Holz, Bänke in die Nischen unter den Fenstern eingepasst, dazu rustikale Sitzgruppen und die obligatorischen karierten Tischdeckchen nicht zu vergessen. Irgendwo im Hintergrund spielt leise Musik, was kein bisschen störend wirkt und neben mir hör ich das Knistern brennender Holzscheite im dunkelgrünen Kachelofen…..wirklich schön gemütlich.
Ich sollte wohl mal wieder eine Winterwanderung machen…. dann aber auf jeden Fall Freitags, wenn es Reibekuchen gibt… die teste ich dann mit meiner Tochter - falls ich sie für eine Wanderung begeistern kann :-)

NACHTRAG: Am Küchenhof beim Altenberger Dom möchte ich auf eine kleine unscheinbare Kapelle hinweisen. Sie liegt wenige Schritte links neben dem Küchenhof und wenn man auf die linke Seite geht, findet man den Eingang….. verschlossen??? Oh, nein! Keineswegs! Die schwere alte Holztüre lässt sich öffnen und die Markuskapelle (anerkanntermaßen das älteste Gebäude in Altenberg aus dem Jahre 1225) kann betreten werden.
Draußen brütet eine ordentliche Hitze von 27 Grad und im Innern der Kapelle erwartet einen sehr angenehme, erholsame Kühle. Kaum jemand betritt die Kapelle, was einerseits sicher schade ist, andererseits aber sehr schön ist, weil man Gelegenheit hat, einige Zeit in aller Stille mit sich allein zu sein.
Geschichtliches nach “Die Denkmäler des Rheinlandes” Zitat:
“Obwohl sie innerhalb der Immunität des Klosters lag, ist nicht bekannt, auf welche Weise die Kapelle mit diesem zusammenhing. Dennoch gilt sie als ein schönes Beispiel spätestromanischer Ordensarchitektur. Jongelinus (1640) berichtet, dass das oratorium S. Marci Evangelistae unter Abt Berno (1133-1151) geweiht worden sein solle und die Grafen von Berg ursprünglich in dieser Kapelle bestattet und erst später in die Abteikirche überführt worden seien. Der bestehende Bau dürfte um 1220/30 errichtet worden sein, allerdings auf älteren Fundamenten, die man bei Grabungen im Jahre 1895 fand, die aber nicht genau datierbar waren. Außerdem fand man bei den Ausgrabungen drei Bestattungen im Inneren, einen Sarkophag aus Rotsandstein mit Schieferplatte und zwei Sarkophage aus Tuffsteinmauerwerk.
Um 1752 wurde vermutlich das Drempelgeschoss aufgestockt, um mit dem westlich anstoßenden Wirtschaftstrakt, dem heutigen Altenberger Hof, eine einheitliche Trauflinie zu erhalten.
1899/1900 wurde die Kapelle unter Leitung des Königlichen Baurates F.C. Heimann umfassend renoviert, nachdem es im 19. Jh. völlig verwahrlost war (sie diente u.a. als Schmiede).
Die einschiffige kleine Kapelle ist aus Grauwackebruchstein errichtet und durch das Portal an der Südseite zu betreten.
Auf der Nordseite befindet sich ein Sechspassfenster, in den fünf Seiten des Polygons sitzt je ein Spitzbogenfenster.
Vor der inneren Ostwand befindet sich ein neuer Tabernakel an der Stelle eines alten Sepulchrums. Die heutige Innenausmalung folgt alten Spuren.
Im Bogenfeld der Westwand zeigt ein frühgotisches Wandgemälde die Krönung Mariens. Leider ist die Malerei so sehr verblasst, dass kaum noch ein Bild wirklich zu sehen ist.” (Zitat Ende)

Wer also nach einer Wanderung, die in der Gegend ohne weiteres bis zu vier Stunden dauern kann, oder einer langen Radtour im Café Küchenhof eingekehrt war, um sich zu erfrischen und zu stärken, möge anschließend sich die Zeit nehmen und diese sehr schöne, kleine Kapelle aufzusuchen. Selbst die Stimmen der Menschen vor der Türe sind kaum zu hören. Man ist mit sich (fast) vollkommen allein…..

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Kommentare (2) Bedenklicher Inhalt?

Kommentare:

Benutzerfoto: Manfred Gawron

Manfred Gawron

26.11.2007, 19:44

Danke Dir für die Erinnerungen , war oft am Altenberger Dom

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Benutzerfoto: SimpleMinder

SimpleMinder

25.01.2008, 21:38

Hört sich lecker an...

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