Kompliment
mostro (27.12.2007)
Einkaufszentren. Künstliche Ansammlungen von Konsum, die natürlich gewachsene Strukturen und kleine Läden verdrängen. Eine der unseligen Erfindungen der 1960er, als man die Menschen in Hochhausburgen zusammentrieb und dachte, das müsse man auch mit den Läden so machen. Graue Betonklötze, öde Gänge, billiger Ramsch – und heute will´s keiner mehr wissen und alle schreien nach kleinen Cafés und heimeligen Manufakturen, die die Wurst am besten direkt auf dem Holztisch produzieren…
Gilt für die meisten EKZs. Das AEZ aber ist da eine der wenigen Ausnahmen, bei denen offenbar der Reichtum des Stadtteils einen entscheidenden Einfluss sowohl auf Ausgestaltung als auch auf Angebot gehabt haben – zumindest nach der kürzlich erfolgten Renovierung. Vorher war auch das AEZ ein grauer Bunker mit tristen Läden – heute herrscht hier eine Architektur, die eindeutig aussagen soll : „Hier regiert das Geld – und wir scheuen uns nicht es an jeder Ecke auszugeben!“. Bereits vor der –zu Weihnachten eindrucksvoll und verschwenderisch illuminierten- Fassade stehen riesige Skulpturen, die an Giacometti erinnern langbeinig und spindelig herum, in den cremefarbenen Gängen plätschern kleine Brunnenkunstwerke, die alle paar Minuten durch Lichtwechsel verändert werden – schön.
Klar, dass hier Billigketten verbannt wurden, jedenfalls die meisten. Stattdessen toben sich hier auch die Designer aus, Lagerfeld, Gucci und Co. bieten in eigenen Läden der gelangweilten Poppenbüttler Villenverwalterin gelungene Abwechslungen. Und ein paar Meter weiter dürfen auch die Mittelständler dann noch ihr Geld bei gehobenen Parfümerien und Textilhandlungen loswerden. Mal was anderes, zumindest geben sie sich alle Mühe, auch wenn einem mulmig wird, wenn man daran denkt, wie arm ein paar Stadtteile sind, die nicht einmal 5 Kilometer von hier entfernt liegen….
Stichworte
luxus, shopping, ekz, konsum, reich, lagerfeld, parfüm, aez
Kommentare (2)
Bedenklicher Inhalt?