The New Shannon, Apostel-Paulus-Straße 34, 10823 Berlin
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Johanni (29.03.2008)
Schon draußen sah es anders aus als sonst, ein neuer Name war es auch: “The New Shannon”. Na gut, es war ohnehin die letzten zwei Monate geschlossen, und der Vorbesitzer aus irgendwelchen guten Gründen verschwunden. Und nun stand plötzlich ein Haufen Leute draußen vor der Tür!
Kein echter Andrang, erstmal nur die ausgegrenzten Raucher. Drinnen gab’s noch Stehplätze.
In einen Irish Pub geht man weniger des Livestyles wegen, sondern weil man’s doch gern “authentisch” hat - und dafür hatten die Jungs und Mädels hinter der Theke schon mal den richtigen Akzent. Auch das Guiness war groß, schön und schwarz. Dann aber zuviel des Guten: Der Laden war frisch renoviert, das sah erstmal so… neu aus, selbst das Klo roch nach Farbe. Nein, man darf einen Pub nicht einfach so renovieren und die Patina vieler Trinkergenerationen entsorgen.
Wie dem auch sei, zur Neueröffnung war ein “Grand Opening” versprochen. Die Gäste, meist aus England, waren auf gute Laune aus. Ein Mann aus Manchester bot uns freundlich einen Platz am Tisch an. Ich dachte immer, wenn man die Jungs aus Schottland und Newcastle versteht, wäre man überall sonst im britischen Königreich auf der sicheren Seite. Nein, Manchester ist da eine Ausnahme. Jedenfalls war es nett, irgendwann setzte dann Musik ein und bremste den stockenden Gesprächsfluß aus. Zunächst gaben sie ein wenig Beatles und anderes von der Festplatte - man darf nicht denken, Pubs seien der Moderne gegenüber gänzlich unaufgeschlossen.
Teller wurden herumgereicht mit braunen, gebackenen Bällchen. Es gab drei Sorten, dabei könnte es sich dabei um Hühnchen, Kartoffeln und Shrimps in Käse gehandelt haben. Oder sowas ähnliches.
Zeit für den ersten Höhepunkt: Drei Jungs suchen sich ihren Weg auf die Bühne. Die ist nicht groß und schon vollgestellt mit Instrumenten. Das Einsortieren dort oben dauerte folglich einen Moment, dann wurde die Formation klar: Ein Sänger, zwei Gitarristen. Es folgte das Beste, was die Rockgeschichte der letzten 30 Jahre zu bieten hatte, zeitweilig konnte man sogar das Original heraushören. Es war laut, es war schrecklich, es war wunderbar!
Über den weiteren Verlauf des Abends möchte ich den Mantel des Schweigens decken.
Was für ein Grand Opening! Ich komme wieder!
Stichworte authentisch, pub, guinness, livemusic
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