Kompliment
Steffen B. (15.07.2006) •••••5
Liebe, Lust und Leidenschaft. So steht es an die Wand geschrieben, im Barock. Und Liebe, Lust und Leidenschaft bekommt man hier sechs Tage die Woche (Montag ist nämlich zu). Das Barock (wer mag, kann auch die Barock Bar sagen) ist sicherlich eine der besten Bars Frankfurts, wenn nicht die beste. Es fasst vielleicht 30 bis 40 Personen, auf Barhockern sitzend oder stehend. Tische gibt es nicht. Ebensowenig warme Getränke oder gezapftes Bier. Eine echte Bar eben. Der Cocktailkatalog ist recht passabel, Schwerpunkt liegt auf Martini-Derivaten, man bekommt ihn aber ohnehin schnell wieder abgenommen, denn individuelle Beratung der Barkeeper gehört zum Hausservice. Dementsprechend trinkt man schon einmal einen Cocktail ohne Namen (O-Ton des Barkeepers: Den hab' ich irgendwann erfunden, kannst ihn ja "no name" nennen). Übrigens, was nicht schmeckt wird nicht bezahlt. Die Preise selbst sind fair für Frankfurter Verhältnisse, also Cocktails von fünf (ohne Alkohol) bis neun Euro (mit ordentlich Alkohol). Im Prinzip sind die Preise auch Nebensache, denn man bekommt hier den wohl besten Mojito der Stadt, so wie er sein sollte, auf Kubanische Art. Die Nacht im Barock wird schnell zur richtigen Party. Die Barkeeper trinken kräftig mit, schmeißen auch gerne die eine oder andere Runde, und dementsprechend kann es passieren, dass man bei der Bestellung eines Wassers mit dem Megaphon (!) darauf hingewiesen wird, dass die Toiletten sich im hinteren Teil der Bar befinden. Kein Platz für stilsuchende Bänker also, die sich aber ohnehin nur selten hereintrauen. Stattdessen findet die Frankfurter Szene im Barock ihr Zuhause.
Stichworte
szene, bar, cocktails, sachsenhausen
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