Die Schwäbin, Große Brunnenstr. 41, 22763 Hamburg
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Kompliment Ron Burgundy (17.04.2008) •••••
Zunächst: Ich bin kein Schwabe oder gar Badenser. Aber da ich mein Studium, das gar nicht mal soo kurz war, in Karlsruhe verbracht habe, kann ich mit Fug und Recht behaupten: Die südwestdeutsche Küche ist mir nicht fremd. Ich mag sie sehr.
Seitdem ich in Hamburg bin, habe ich ab und zu einen Heißhunger auf gescheite Spätzle oder auch Maultaschen. Letztere werden im Ländle gerne auch zunächst kurz in Brühe gekocht, dann in Streifen geschnitten und anschließend in Butterschmalz mit Speck und Zwiebeln scharf angebraten. Besonders pfiffige löschen noch mit etwas Balsamico ab. Dann noch einen frischen Salat dazu, fertig. So ungefähr hab’ ich’s zumindest von allen Varianten, die ich da unten kennenlernen durfte, am liebsten. Dieser Vortrag soll eigtl. nur dazu dienen, dem geneigten Leser fieserweise Appetit zu machen und ihm annähernd meine Gedanken und Euphorie näherzubringen, die mich beim Betreten der “Schwäbin” begleitet haben.
Es gibt u.a. auch die Variante “Maultaschen mit Ei” - ähnlich wie oben werden zusätzlich noch ein bis zwei Eier in die Pfanne gehauen. Diese Variante gab’s, und ich hab’ sie bestellt.
Was kam, war folgendes: Ein buchstäblich grüner Salat (d.h.: ohne Möhren, geschmaksverstärkende Tomaten oder auch unerläßliche Zwiebeln), flankiert von einem … nun ja: Omelett, in das ganze drei Maultaschen eingebettet waren. Ich war - gelinde gesagt - enttäuscht.
Erstens: 3 Maultaschen sind etwas mau für weit mehr als 5€, es sei denn, sie sind mit Iberico oder was weiß ich gefüllt.
Zweitens: Das ganze sah gekünstelt und dabei noch nicht mal besonders appetitlich aus, eben einfach langweilig.
Drittens: Der Geschmack der Maultaschen war etwas fad. Und man kann nun wirklich nicht sagen, daß Maultaschen nicht würzig zubereitet werden können.
Wenn ich mir vorstelle, daß alle schwäbischen Speisen dort so vermeintlich nord- oder gesamtdeutschlandkompatibel verfremdet werden, daß man richtig sehen kann, wie versucht wurde, den Speisen eine unnatürliche Ästhetik anzudichten, dann weiß ich: Die zudem sehr unfreundlich erscheinende Chefin (wortkarg, ungeduldig, altjungfernhaft) hat mich zum letzten Mal gesehen - ganz im Gegensatz zu dem so lebhaften und liebevollen Team in Brachmanns Galeron!
2 Sterne gibt’s nur, weil das Essen ja auf jeden Fall genießbar ist und ich eine Bewertung von 1 Stern nur in extremen Fällen vergebe.
P.S. (02.04.08): Momentan ist die Schwäbin geschlossen, sie wird aber schätzungsweise ab Mai oder Juni wieder aufmachen, damit ihr euch ein eigenes Urteil bilden könnt.
Stichworte essen, restaurant, bistro, ottensen, trinken, möchtegern, süddeutschland, öde
Kommentare (3) Bedenklicher Inhalt?Schöner Beitrag! Genau so, wie du sie beschreibst, wirkte die Chefin auch auf mich.
Das Essen kann ich nicht so kompetent beurteilen wie du - aber auch ein schwäbischer Mitarbeiter eines der besseren Hamburger Restaurants hat sich mir gegenüber sehr negativ über die Qualität der Spätzle geäußert.
ich hab’ neulich schon ans qype-team geschrieben: wie kann man sich in solchen fällen rehabilitieren? nach dem brand hat die schwäbin jetzt wieder geöffnet und sich - wer weiß - vielleicht ein wenig gebessert. wenn allerdings aufgrund der bewertungen niemand hingeht …
@Ron Burgundy: Ich werde “Die Schwäbin” schon allein aufgrund meiner Bewertung nicht mehr besuchen. ;-)
Aber es gibt ja auch ein paar Qyper, denen das Restaurant gefällt. Da machen ein paar kritische Bemerkungen vielleicht nicht viel aus.
Und sollten die Kritiker “Die Schwäbin” nur an mehreren schlechten Abenden erwischt haben, dann werden irgendwann die positiven Beiträge wieder überwiegen.