Schreib auf Qype, Hamburg
« Zeige die anderen 59 Beiträge zu Schreib auf Qype, sowie die Telefonnummer und Karte an.
Kompliment
Kixka Nebraska (05.03.2008)
Ich schreib auf Qype.
Bisher wenig Berichte, eher mal Kommentare oder in den Gruppen. Und ich schreibe mir mit meinen Kontakten.
Natürlich nicht mit allen immer sehr viel, aber schon regelmäßig, mit den einen mehr, mit anderen weniger.
Qype ist, wenn der geneigte User sich darauf einlässt, vor allem auch: Community. Eine offene und herzliche - manchmal ein bisschen schroff, aber selbst das meist in vage guter Absicht.
Warum schreib ich auf Qype ?
Wegen einer Tüte Haribo,
eines schicken T-Shirts,
etwas Merci-Schokolade
oder einer Tasche, auf die meine Söhne scharf sind ?
Sicher nicht.
Zusammengefasst vielleicht:
Weil’s kickt.
-------------------
Wen das näher interessiert:
Die Qype-Diskussion vor kurzem, um die Rangelei auf den vorderen Plätzen, ließ mich aufhorchen und ein wenig in mich gehen.
Den Ehrgeiz, ganz nach vorne zu kommen habe ich eher nicht, glaube ich. 250 Punkte, ok, dann die 1.000, auch gut.
Es war aber zugegeben schon spannend für mich zu sehen, wann ich die erreicht habe.
Der Kick kommt für mich aber sicher
aus einer anderen Richtung.
Ich bin kürzlich auf eine Studie gestoßen, in der es um einen Blick auf die Motivation von Menschen geht, die in einem anderen Rahmen:
1. Berichte schreiben, um Informationen festzuhalten
2. die diesen anderen Rahmen als Reflexionsmedium nutzen, um persönliche Interpretationen von Erlebnissen und Erfahrungen zu dokumentieren
und schließlich
3. diesen anderen Rahmen auch als Kommunikationsmedium wahrnehmen, da er das Potenzial zur Vernetzung hat.
Ich würde mal sagen - Bingo:
1. Ich schreib auf Qype.
2. Ich verbinde das mit meinen Erlebnissen und Eindrücken.
Und ich tausche mich
3. mit anderen Qypern in den Kommentaren, in den Gruppen und per Qype-Post aus, einige habe ich schon getroffen.
Bisher waren das immer ausgesprochen spannende, amüsante und erhellende Abende. (Kixka, merken: (kommentierte ?) Liste aufstellen: die ersten zehn Qyper, die ich getroffen habe :)
Die erwähnte Studie “Knowledge Blogs zwischen Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit” http://tinyurl.com/3awwkq von Reinmann und Bianco, behandelt die Motivation von Wissensbloggern.
Ohne jetzt zu hoch greifen zu wollen, lassen sich nach meinem Eindruck viele der Ergebnisse direkt auf das Schreiben bei Qype übertragen.
Jeder Qyper, der hier zu einem Ort mehr und engagierter schreibt als “voll toll, komme wieder” kann, wenn er sich mit seinen Texten ein klein bisschen Mühe gibt, im Kleinen (manche auch im Großen) mit einem “Wissensblogger” verglichen werden.
Behaupte ich jetzt mal.
Ich habe hier jedenfalls schon viele unglaubliche Artikel gefunden, in denen ich etwas gelernt habe. Nicht unbedingt im Schulsinne, sondern sehr viel unterhaltsamer. Wobei für mich gilt: persönlich gefärbte und geschliffene, lebendige Fakten, gespickt mit Witz und Charme sind mir naturgemäß näher als staubtrockene Datensammlungen.
Ich suche hier keinen Baedecker.
Ich will jetzt nicht zu ausufernd auf die Ergebnisse eingehen – aber:
Zu welchen Schlüssen kommen die Autorinnen ?
Sie fassen andere Motivationsforscher so zusammen:
“Der Mensch strebt danach, etwas zu bewirken und sich dabei als wirksam und in der Folge als kompetent zu erleben.
Er hat zudem den Drang, mit anderen verbunden zu sein und von diesen akzeptiert und anerkannt zu werden.
Und schließlich will er sich mit und in seinem Tun als kohärent* erleben und das Gefühl haben, das eigene Handeln selbst bestimmen zu können.”
(edit: Danke, Barmann, ich wollte es sowieso ergänzen: *kohärent = folgerichtig, zusammenhängend)
Also, kurz gesagt motiviert:
1. Das Bedürfnis nach Kompetenzerfahrung
2. Das Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit
3. Das Bedürfnis nach Autonomie(-Erleben)
1. Wie treibt Qyper das Bedürfnis nach Kompetenzerfahrung zum Schreiben ?
Nun, die Öffentlichkeit, in der hier geschrieben wird, ist eindeutig eine grandiose Möglichkeit, sich selbst als wirksam zu erleben.
Google einen Ort, Du landest bei Qype.
Das kickt.
Das allein ist es aber nicht:
“Die chronologische Sammlung von Einträgen macht nicht nur anderen, sondern auch dem Autor selbst deutlich, was er seit Beginn seiner Bloggerkarriere (hier = Qype-Karriere) alles gesammelt, erarbeitet, interpretiert, geordnet und anderweitig festgehalten hat.” Jeder Eintrag ist eindeutig einem Qyper zuzuordnen. (Was auch erklären könnte, das einige Qyper im Gegensatz zu anderen Communities mit echtem Namen posten.)
Fürs noch stärkere narzisstische Kicken fehlt nur noch der Zähler, wie oft ein Bericht (natürlich nicht der Ort!) aufgerufen wurde :)
Ausbleibendes Kompetenzerleben (bei Qype zb. keine Feedbacks oder Kommentare zu erhalten, vielleicht auch ausbleibende Kontaktanfragen) könnte allerdings auch erklären, warum es so viele Eintagsfliegen gibt, die nach kurzer Zeit ganz von der Bildfläche verschwinden.
2. Was hat Qypen mit dem Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit zu tun?
Nun, wer fühlt sich nicht wohl, wenn er “gesehen” wird, wenn er Respekt und Anerkennung von Qypern erfährt, die sich mit ähnlichen Dingen beschäftigen, wie er selbst ?
Die thematischen wie persönlichen Bezüge, die über die Qype-Berichte aufgenommen werden können, sind denkbar perfekt dafür geeignet. Soziale Kontakte können sich dynamisch weiterentwickeln.
Ich halte es nicht für zu verwegen, anzunehmen, dass eine Vielzahl virtueller wie realer Kontakte so hoher Erlebnisqualität ohne Qype gar nicht zustande gekommen wären.
Qype als Netzwerk-Guide.
Das funktioniert.
Und kickt.
3. Das Bedürfnis nach Autonomie
Nun, spätestens hier wird es kompliziert.
Es geht um Fragen des freien Willens.
Es geht darum, dass es sehr angenehm ist, wenn der Qyper sich beim Qypen so fühlt, dass sein Schreiben und Wirken mit dem Selbstbild übereinstimmen, das er von sich entworfen hat.
Es geht um die Freiwilligkeit seines Handelns und die zahlreichen Möglichkeiten, die Qype bietet, das eigene Selbst zum Schillern zu bringen.
Es geht auch darum, dass gelungenes Qypen zur Reflexion anregen kann.
Ich als Qyperin kann meinen Handlungsspielraum erweitern und mich autonom darin erleben, wenn es mir gelingt, die (natürlich nicht immer ausgesprochenen) Spielregeln der Qyper und meine eigenen Wertvorstellungen in Übereinstimmung zu bringen.
Wenn das gelingt:
Kickt’s.
So.
Wen das alles wirklich interessiert, wird den Link klicken, das Pdf downloaden und den Text schon selber lesen müssen :)
PS: Und es wird vermutlich nicht mehr lange dauern - und auch Qype wird Gegenstand kommunikationstheoretischer und/oder soziologisch/medienwissenschaftlicher Untersuchungen sein.
Als Titel denkbar:
“Auf der Suche nach dem goldenen Weg -
Web 2.0 im Spannungsfeld zwischen dem Traum von Basisdemokratie und globalen Geschäftsinteressen.
Eine Analyse User-Generated-Content-Communities am Beispiel von Qype.”
PPS: Sollte ich mir den Titel schützen lassen ?
Stichworte leben, schreiben, motivation, denken, theorie, studie, meta-qype
Kommentare (36) Bedenklicher Inhalt?kixka nebraska goes arizona dream ~ directed by herself and my lieblingsdirector emir kusturica <</
Ich als Qyperin kann meinen Handlungsspielraum erweitern und mich autonom darin erleben, wenn es mir gelingt, die (natürlich nicht immer ausgesprochenen) Spielregeln der Qyper und meine eigenen Wertvorstellungen in Übereinstimmung zu bringen.
Klingt ein bisschen so, wie beim Auftritt mit Poesie auf einem Open Mike. Kann ich bestätigen, ein Teil davon spielt auch bei mir rein.
Sozialaspekt trifft es bei mir aber noch mehr. Kompetenz, klar.
Will Lehrer werden, sagt das alles?
Habe übrigens alles gelesen. Soviel zu “solltest du vermeiden” :)
Du weißt wie man Leute neugierig macht?
Ich lass mich übrigens tatsächlich leicht und schnell ablenken, deswegen liebe ich auch knackig kurze Geschichten und Gedichte so.
Allerdings muss kurz dann auch “knackig” sein.
“War super, komme gern wieder”-Beiträge sind halt eher labberig.
By the way: ich hab mein T-Shirt bis heute nicht bekommen.
Update: Habe mein T-Shirt bekommen! Man muss halt ein bisschen Geduld haben.
@Towermän: What ever poo means :D
puh….! ;-)
Ich muss gestehen, dass Du mich zutiefst beschämst, liebe Kixka Nebraska, Du Zeigefingerbeschädigte. Ich dachte, ich schreibe nur so drauflos; einfach nur für mich. Aber das stimmt nicht.
Dein Beitrag traf meine Motive auf den Punkt. Auch will keine T-Shirts oder ähnliches.
Ich werde meinen Beitrag an meine internet-inaffine Schwester weiterleiten (natürlich postalisch!), die beim Qype-Kochen bei Hotzenplotz am Tag X Deiner Blessur mit ihren Tischnachbarn eine ziemlich unerquickliche Diskussion über den Wert von Internet-Communities der Qype-Art angezettelt hat (kriegte ich nur nebenher mit). Vielleicht versteht sie mich dann besser, warum ich oder andere qypen.
Danke für Deinen Beitrag und ich freue mich auf weitere Beiträge von Dir.
Liebe Grüsse
Nee, also wirklich nicht: Beschämen; zudem “zutiefst beschämen” will ich hier wirklich niemanden.
Das Tastempfinden meines Zeigefingers tut’s inzwischen wieder (Ich hatte ebenfalls versucht, Kochen bei Hotzenplotz zu lernen …)

So, wie es für einige Alpha-Blogger inzwischen üblich ist, auch mal zu qypen, so habe ich - im ganz kleinen Rahmen - für die Texte, für die auf Qype nicht so recht Platz ist, angefangen zu bloggen Allerdings ganz ohne jeden alpha-Anspruch :)
Ich wünsche einfach allen, die auf Qype schreiben viel Vergnügen.
Ganz egal, aus welchem Grund sie nun schreiben.
:)