02.03.2008
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Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen:
Ich mag mein Auto. Aber es ist mir nicht wichtig. Ich fahre nicht oft, aber gerne und schnell, auch gerne sehr schnell, wenn die Umstände es zulassen. Aber ich habe keine sonderlich emotionale Bindung an den Wagen, die mich regelmäßig in eine Waschstraße treiben würde. Das kommt so ungefähr alle zwei Jahre einmal vor und zwar vorm Zwangsbesuch des Technischen Überwachungs-Vereins.
Irgendwelche Umstände spielten mir kürzlich jedoch einen Gutschein in die Hände, so dass die Wagenwäsche für zwei Euro möglich war. An der Tanke auf der Reeperbahn, stadtbekannt. Ich wusste nicht mal, dass es da eine Waschanlage gibt. Dabei war das 1963 die erste ihrer Art in Hamburg.
Also hin, parken, Gutschein einlösen. “Nee, geht nicht.” Sagt der nette Typ an der Kasse, ich müsse erst durch die Waschstraße. Mit dem Gutschein in der Hand also wieder ins Auto und hinein ins Spritzwasser. Vor mir im Waschtunnel sehe ich, wie der Wagen meines Vorfahrers mit reichlich Wasser per Hochdruck vorgereinigt wird. Gründlich machen die engagierten Jungs das. Auch mit meinem Wagen. Dann weiter rollen, ein wenig kurven und dann - Verblüffung: Aussteigen. Mitten in der Waschstraße. Das ganze hat ein klein bisschen was von Geisterbahn, so verwinkelt ist es.
Doch das war noch nicht alles. Das gewünschte Wasch-Programm wird an dieser Zwischenstation mit einem weiteren sehr netten Mitarbeiter abgesprochen. Der Wagen fährt ab hier alleine weiter, die Kundin darf durch den lang gestreckten Tank-Shop schlendern und am Ende an der Kasse zahlen. Vorne aus der Tanke herausfinden und auf den blitzblanken Wagen warten.
Sauber.
Richtige Sauberfrauen und -Männer können vor der Wäsche selbstverständlich die kostenfreien Staubsaugerautomaten benutzen und die Fußmatten ausklopfen. Mir liegt so was fern. Macht aber Spaß, den Männern, die das akribisch vor dem eigentlichen Akt der Autowäsche erledigen, dort zuzuschauen. Da sind schon schrägscharfe Typen dabei.
So, doch wie nun das ganze filmisch festhalten?
Beim Fahren filmen ? Ist schlecht.
Also Mitfahren.
Auch schwierig, zumindest im eigenen Wagen, weil nur ich fahre. Mein Mann ist mein Navigator, jedenfalls fährt er nicht.
Also: Bei jemand anderem mitfahren.
Per Anhalter durch die Waschanlage.
Autokino mal anders, demnächst hier zu sehen.
PS: Diese Tankstelle ist berühmt.
Es wurden schon ganze Dokumentationen über diese besondere Kiezgröße gedreht.
Stichworte
auto, sauber, waschstraße, waschanlage, carwash, autopflege, autokino, geisterbahn, kiez-tanke
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