Schneiders Schokoladen, Ackerstraße 149, 10115 Berlin
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Kompliment lepalmier (31.05.2008) •••••
Schon das unscheinbare DinA4 Blatt im Fenster der Ackerstraße 149 hat mich vor einiger Zeit neugierig gemacht. „Hier entsteht demnächst ein Schokoladen-Café” war dort sinngemäß zu lesen und nur wenig später öffnete tatsächlich ein sehr geschmackvoll eingerichteter und liebevoll dekorierter Schokoladen (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen und legendären Kultur-Live-Café-Kneipe am anderen Ende der Ackerstraße).
Es ist irgendwie eher ein Geschäft samt hauseigenener Manufaktur, denn ein Café geworden, dafür fehlt es dann doch etwas an Mobiliar. Lediglich zweieinhalb Stehtische mit einigen Hockern und eine in die Regale eingelassenen Sitznische (der am meisten umkämpfte Platz!) laden zum Verweilen ein, aber das mit Nachdruck. Also verweilen wir und bestellen einen Latte Macchiato und eine Trinkschokolade und bewundern die Ackertorte und ihre sahnigen Schwestern, den hausgemachten Schokladenbruch und die feinen Pralinées in der Auslage. Ich stöbere in den Regalen und entdecke Köstlichkeiten von Domori, von der Berliner Borkenschokoladen-Institution Erich Hamann und viele weitere Sorten. Das Sortiment ist bei weitem nicht so umfangreich, wie es ein Holger in’t Veld zusammengetragen hat aber doch fein selektiert und geschmackvoll präsentiert.
Der Mann hinter dem Verkauftresen, den ich für den Besitzer halte, ist noch etwas ungeübt im Umgang mit seiner Macchina Caffe, der Kasse und einem Ansturm von mehr als fünf Kunden, was er aber mit einer charmanten Tranquilité geschickt zu vertuschen weiß, außerdem verbreiten die Gäste an diesem Sonntag, die scheinbar alle aus dem Kiez kommen, sich untereinander kennen und sich freundlich und ausgiebig mit Küsschen begrüßen, eine Wohlfühlstimmung in der man sehr gerne wartet. Mein Kaffee ist durchaus gut, aber die Trinkschokolade enttäuscht uns für einen Schokoladen doch ein wenig, zumal wir einige Tage zuvor im Prager Café Louvre (Artikel folgt) eine der wunderbarsten flüssigen Schokoladen überhaupt verköstigt haben. Die hier war zwar auch lecker, aber hatte eben nicht die wunderbar dickflüssige Konsistenz und das schwere Kakaoaroma, wie wir es erwartet hätten (wir verwöhnten Gören, wir ;-)).
Aber restlos überzeugen kann uns das, was „Schneiders Schokoladen” ja ausmachen soll, nämlich die hauseigenen Kreationen, die wir mit auf den Heimweg nehmen. Eine feine Selektion an Pralinées haben wir uns da gegönnt und schon beim ersten Bissen in die Balsamico Trüffel stößt meine Freundin ein euphorisch erregtes „Mhhhhhhh” aus und als sie mir die halbe Trüffel weiterreicht, weiß ich sofort was sie meint. Diese Kombination aus Schokolade und feinem Balsamico Essig ist ein MUSS für alle, die auf interessante Geschmackserlebnisse stehen und auch ungewöhnliche Zusammenstellungen abseits der inzwischen obligatorischen Chili-Schokolade nicht scheuen. Auch die Vanille-Eierlikör-Trüffel und die Marzipanvarianten sind vorzüglich und führten gleich heute zu einem Folgekauf … und beim nächsten Mal, wird dann der Schokobruch weiße Schokolade/Pistazie und Bitterschokolade/Pfirsich probiert!
Stichworte mitte, torten, schokolade, trüffel, tranquilité, pralinées, ackerstraße
Kommentare (9) Bedenklicher Inhalt?Sehr geschmackvoll beschrieben.
Das ist ja gar nicht so weit (von mir), da kann ich ja bald mal das MUSS probieren (am besten bringst du aber gleich ein paar Pfund zur QCN mit :-)
Nein, was für ein Zufall, dass ich da morgen vorbeifahr …
schön - bin dort am samstag vorbeigegangen und habe mich gefragt, was dies wohl für ein schöner laden ist (und warum er mir noch nicht aufgefallen war). nun weiß ich es und werde recht bald probieren…
Vielleicht ist er Dir noch nicht aufgefallen, weil er erst vor drei Wochen eröffnet hat ;-)
ich habe diesen kausalen zusammenhang auch schon in betracht gezogen - aber danke für den hinweis ;°)
‘Tschuldigung … *verlegen wegschau …
Hier hinein werde ich mich nicht trauen, da komme ich nie wieder raus :-0 schleck Schokolade!!
Oh, dann darfst du NIE ins in’t Veld, zu Lina Krokant oder Erich Hamann gehen. Als Hanseat empfehle ich dir das B.Sweet in der Stangestraße in Ottensen ( http://www.qype.com/place/70081 )
Hoher Suchtfaktor! ;-)