Noctalis- Welt der Fledermäuse, Oberbergstrasse 27, 23795 Bad Segeberg
Kompliment mostro (17.03.2008) •••••
Fledermäuse, kleine herumsurrende Wesen, die sich in der Abenddämmerung kurz und schwarz gegen die blaue Finsternis abzeichnen – mehr haben die meisten von ihnen im Leben nicht mitbekommen – meistens erlebt man sie, wenn man abends noch auf einer Gartenterrasse sitzt – und das ist am ehesten in einem mediterranen Urlaub. In der Schule lernt man dann noch mal etwas über Ultraschall als Ortungssystem. Und in Gruselfilmen saugt gelegentlich irgendein Flattermann an attraktiven Halsvenen herum.
Das Fledermausmuseum am Kalkberg macht Schluß mit Vorurteilen, auch wenn man hinterher nicht unbedingt so in die Kleintiere verliebt ist, wie es die nette Frau an der Kasse zu sein scheint, die es genießt, die einzelnen Stufen des Gebäudes zu erklären. Was allerdings auch sinnvoll ist, denn der kleine Bau stapelt vier Ebenen übereinander, die man am besten von unten nach oben erkundet.
In erster Linie wurde das Noctalis für Kinder konzipiert, das merkt man schnell – um Langeweile vorzubeugen, sind überall Informationen spielerisch zu erwerben, auch die kleinste Schautafel ist noch durch einen kleinen Hebel herunterzuziehen, durch ein Bullauge in der Wand vergrößert oder mit Knöpfen für Audio-Erläuterungen garniert, aus denen teilweise komische Laute schallen – wenn nicht gerade merkwürdige Rüsselkopfhörer aus der Holzwand ragen oder die Lerninhalt mit dem Durchkriechen einer Höhle verbunden ist. Für Erwachsene ist das Ganze auch nicht humorlos, in der Höhle wartet beispielsweise ein netter Bär, das Kuscheln mit Fledermausgeschwistern wird mit einem Riesigen Fell simuliert und im Dachgeschoß kann man dann auch lebende Exemplare bewundern, so man sie sieht, wenn sie im Halbdunkeln durchs Gehege Fliegen um Stücke aus hängenden Bananen zu knabbern. Dunkel ist es übrigens fast überall in Der Ausstellung, so dass man am Eingang eine Taschenlampe bekommt, die man aber nicht unbedingt bräuchte – vermutlich soll auch hier ein bleibender Lerneffekt erreicht werden.
Warum das Museum hier steht? Das Museum ist über dem Zugang zu den berühmten Kalkberghöhlen erbaut worden – diese dienen Tausenden von Fledermäusen als Winterquartier und können von hier aus mit Führung betreten werden. Wegen des Winterschlafes ist das Höhlensystem aber leider nur von April bis Oktober geöffnet….
(Fotos im Museum sind leider verboten)
Stichworte ausflug, museum, natur, fliegen, umwelt, ultraschall, höhle
Kommentare (2) Bedenklicher Inhalt?