Hochzeitsmesse Schloß Reinbek, Schloßstraße 5, SCHLOSS, 21465 Hamburg
Als Innenstädter in Hamburg neigt man rasch dazu, an freien Tagen immer ähnliche weil praktische Spaziergangsrouten zu erwählen. Aussenalster, Elbstrand, Planten un Blomen, kleinere Parks, Wallanlagen - Hamburg hat eine Menge Grün und Auslaufflächen.
Irgendwann ist man aber satt, möchte neues oder kann die drängelnden Menschenmassen an o.g. Lokalisationen nicht mehr ertragen.
Dann kommt der Moment, wo man sich den 2 Kg schweren Umgebungsdetailplan der Hansestadt aufs Knie wuchtet und nach neuen Ufern Ausschau hält. Aber halt: Man hat kein Auto und ist auf den Nahverkehr angewiesen! Also reduziert sich die Auswahl beträchtlich auf wenige 100g des kartographischen Werkes.
Und hier kommt Reinbek ins Spiel. Mit der S-Bahn-Linie 2 fährt man von der Innenstadt keine halbe Stunde und ist mitten im holsteinischen Grün. Nur 5 Minuten von der Haltestelle findet man schon das Schloß und einen wunderschönen See.
Hamburg hatte ja nie längerfristig Aristokraten, daher gibt es da auch keine Schlösser und Paläste sondern nur Handelsshäuser. Nicht so in Reinbek. Das Gebiet gehörte im Mittelalter zum mächtigen Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf und ein netter Mensch namens Adolf war hier etwas konstruktiver als sein Namensvetter des 20. Jahrhunderts und baute im 16. Jahrhundert seinen Regierungssitz im norddeutschen Renaissance-Stil an diesen Mühlenteich.
Im weiteren Verlauf fiel das Areal allerdings dann an exotische Kolonialmächte wie Dänemark, Schweden und dann Preußen, die da ihre Amtsmänner zum Beaufsichtigen des Bauernvolkes postierten. Die aber erhielten das Schloß gut.
Um 1980 wurde das Ganze schließlich fürstlich restauriert und ist heute Museum und (hochfrequentiertes!) Kommunikationszentrum mit Ausstellungen, Kulturfestivals und anderen Veranstaltungen für die Reinbeker.
Ein Teil der Räume und Säle wurde modernisiert, aber viele wurden originalgetreu wiederaufgebaut und mit entsprechendem Mobiliar ausgestattet, teilweise wurden sogar alte Wandbemalungen restauriert / wieder entdeckt.
Nach der Besichtigung (1-2 Stunden) kann man im “Gesindekeller” speisen und trinken, im Sommer auch wunderbar im Café auf den Seewiesen am Schloß sitzen. Die Küche ist eher brav-gutbürgerlich aber der Blick ist unbezahlbar.
Man sollte sich in jedem Fall danach Zeit für eine Spaziergang durch Wald und Auen um den See nehmen! Hier ist meist nicht viel los, man kann mit der Umrundeung von See und Flußniederung eine gute Stunde im Grünen verbringen und wenn man möchte die Tour auch noch bis nach Aumühle ausdehnen (2 Std., auch von da fährt eine S-Bahn zurück)- dann muß man am südlichen Seeende dem Waldweg weiter folgen, sollte aber eine Karte dabei haben, da Wegweiser recht selten sind….
P.S. das Schloß ist Montag und Dienstag geschlossen! Ansonsten 10 - 17 Uhr geöffnet.
alter schwede … du mußt freiberufler oder beamter sein … :)
bei so langen texten zur besten tageszeit unter der woche …
27 März 2008 von Ron Burgundy