Elbfähre, Glückstadt
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Kompliment
kummerani (13.05.2008)
Familienbesuch in Cuxhaven stand am Pfingstwochenende an. Es gibt mehrere Möglichkeiten dorthin zu gelangen: A1 über Bremen, über die Dörfer an der B73 entlangdingeln oder mit der Fähre von Glückstadt nach Wischhafen. Die Qual der Wahl.
Das Radio quäkt dem autofahrenden Zuhörer die katastrophalen Verkehrsnews entgegegen - Stau an allen Ecken und Enden norddeutscher Autobahnen. “Wir machen das mal ganz schlau!” sagten wir uns “und nehmen die Fähre - von aus Holm eh das Beste.”
So sind wir über Elmshorn nach Glückstadt gegurkt - das muss an den Spritpreisen liegen, dass die Menschen immer langsamer fahren. Nach der letzten Richtungsänderung sahen wir auch gleich, dass es völlig unerheblich gewesen wäre, schnell nach Glückstadt zu gelangen, denn die Idee mit der Fähre hatten nicht nur wir. Satte 2km lang war die Schlange ruhenden Blechs. Kurzes kollektives Aufstöhnen, doch was sollte wir machen.
Nach einer guten 1/2 - 3/4 Stunde war es endlich soweit. Wir durften auf die Fähre - und das früher als erwartet. Dies war aber nur möglich, weil der Kapitän des Schiffes samt seiner Crew wahre Packkünstler sind. Auf engstem Raum werden die Autos untergebracht. Dachten wir, dass wir die letzten Passagiere sein würden, wurde noch so viel Platz geschaffen, dass ein 4-achsiger Schweinetransporter untergebracht werden konnte. Dann gings los. Es ist jedes Mal wie ein kleiner Urlaub, wenn man mit der Fährer übersetzt. Bei bestem Sommerwetter, zudem noch, wenn die Sonne im Begriff ist unterzugehen, potentiert sich das Urlaubsgefühlt noch. Ein leichte Brise, die das nahe Meer und seine fernen Horizont erahnen lässt, weht mir um die Nase.
Die wärmenden Strahlen der untergehende Sonne scheinen mir fast unentwegt mir ins Gesicht; nur kurz durchbrochen von der heftig im Wind flatternden Flagge.
Geschäftiges Treiben an Deck holt mich in das Jetzt zurück; wir sind da - Minuten später legen wir in Wischhafen an und verlassen das Schiff. Schade. So schnell man anfangs auf das Schiff möchte, so lange will man auf ihm verweilen und wünscht sich die Elbe hinab zu schippern, aufs weite Meer hinaus….
Also, hat man die Zeit, kann ich nur jedem empfehlen mit der Fähre von Glückstadt nach Wischhafen und umgekehrt überzusetzen, die Stimmung zu genießen und die Langsamkeit zu entdecken.
Stichworte elbe, glückstadt, wischhafen, fähre.
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