Bewertung zu S-Bahn Berlin GmbH von clodyboy

S-Bahn Berlin GmbH, Invalidenstraße 19, Mitte, 10115 Berlin

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Qype Advanced Insider 4187
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clodyboy

Kompliment clodyboy (08.11.2007) 5

Kommunikation
Die S-Bahn Montag früh, das Abteil ist so gut wie voll. Jeder Reisende hat scheinbar 2000 Euro im Lotto gewonnen.
“Hallo, guten Morgen allerseits, habt ihr gut geschlafen?” sagt Gerhard laut.
“Ja, danke dir”, antwortet Gerda am Ende vom Abteil.
Karl singt beinahe: “Der Tag ist ja so schön, der Regen wird heute die Pflanzen verwöhnen, wunderbar!”
Magda: “Ja, Karl, die Sonne kann ja übermorgen wieder erscheinen!”
Franz: “Schaut mal, da ist unser Freund Max, exklusiver Strassenfeger-Verkäufer. Bin ja gespannt, was es Neues gibt. Vielleicht die nächste Folge von `Wie kommunizieren wir mit Freude?` Das wäre gut!”
In wenigen Minuten sind alle Exemplare verkauft. Max, der pfiffige Verkäufer, nimmt Nachbestellungen für den nächsten Tag auf.
So etwas könnten wir Kommunikation nennen…
Ein magisches Wort. Für manche ein Synonym für `Verbindung`. Andere sehen es als Erklärung für einen Zusammenhang. Aber immer mehr avanciert das Wort Kommunikation zur sehr modernen Definition für den Umgang bzw. die Verständigung zwischen den Menschen.
Im alltäglichen Leben scheint es aber leider nicht so vor sich zu gehen wie oben beschrieben:
Letzten Montag war mal wieder so ein Tag, und die S-Bahn, recht gut besetzt, gab einmal mehr ein Gefühl der Trauer. Ein Wesen, das nicht weiss, dass dies Alltag ist, müsste sich die grössten Gedanken machen, nachdem es erfahren hat, dass Lachen ein Synonym von Glück sei.
In der Tag, kaum ein Mensch findet den Weg zum Lächeln, geschweige denn zum Lachen.
Woran mag das liegen? Sind alle Menschen unglücklich? Sind alle Menschen überfordert? Sind sie wirklich in einer Art Dauertraurigkeit verwoben? Oder haben sie in der überwiegenden Zahl das Kommunizieren verlernt?
Das Wort Kommunikation, das überall so gross geschrieben wird, ist scheinbar im täglichen Leben nicht mehr salonfähig.
Eine Beobachtung bleibt erwähnenswert: Wenn ein armer “Strassenfeger”-Verkäufer sein Lied über die Vorzüge seiner Zeitung zu singen beginnt, entsteht in den meisten Gesichtern ein Ausdruck von Verachtung oder zumindest vom extremer Zurückhaltung.
In so einem Augenblick könnte durchaus der Eindruck entstehen, der Verkäufer habe die Pest.
Nein, dreimal Nein! Diese unermüdlichen Verkäufer sind einfach Menschen wie alle anderen in dieser Bahn - und meistens sind sie sogar gesünder als ihre Mitfahrer, da das schlechte Wetter draussen ihr Immunsystem stark macht.
Gut, Bettler sind nicht jedermanns Sache - nach dem verzweifelten erfolglosen Anbieten ihres Produktes betteln sie um einige Cent. So etwas wird immer wieder falsch verstanden - man fragt: “Warum gehst du nicht arbeiten? Warum gehst du nicht zum Amt?” Diese Verkäufer sind aus der Lebens bahn geworfen worden, das muss man wahrnehmen, und der Kauf einer Zeitung ohne zu murren hilft ihnen wirklich weiter.
Diese Menschen tun etwas Beachtenswertes: statt zu plündern, liebe Fahrgäste, arbeiten sie und verkaufen ganz artig eine Zeitung um zu versuchen, wieder in ordentliche Verhältnisse zurückzukehren.
Um weiter zu kommen, würde eigentlich eine Prise mehr Akzeptanz für alles, was um sich herum passiert, reichen. Ein paar nette Worte, ein herzliches Lächeln würde alles aufmuntern - dieses Wunder könnte jeden Tag neu geschehen.
Ach ja, und wer Lust hat, für die “Straßenfeger”-Verkäufer (Wohnungslose) etwas zu tun, kann sich hier informieren:
www.strassenfeger.org
Meine Idee: Eine große Qype-Aktion am Heiligabend in Hamburg, Köln, München, Frankfurt, Berlin…und oder in allen anderen Städten: Ein Party-Buffet in den S-Bahn-Hallen zugunsten der Obdach- und Wohnungslosen!
Wer macht mit?

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Kommentare (58) Bedenklicher Inhalt?

Kommentare:

Benutzerfoto: ottogang

ottogang

08.11.2007, 10:00

Sehr eindringlich geschrieben, vielen Dank dafür, hoffentlich kommen recht viele ins Grübeln.
In München wird eine Zeitung verkauft mit dem Namen BISS http://www.biss-magazin.de/
Bürger in sozialen Schwierigkeiten. Meistens gebe ich etwas mehr als die Zeitung kosten würde und dann möchte ich am liebsten laut mit dem BISS Verkäufer rufen, “Verdammt noch einmal, jetzt kauft doch mal eine Zeitung, hier hat es jemand nötig”
Aber ich schaffe es nicht diesen Mut aufzubringen.
Deshalb habe ich vor 3 Jahren, zu meinem 25. Betriebsjubiläum, keine Feier hier in Frankfurt veranstaltet, sondern das mir zustehende Geld für die Feier an BISS überweisen lassen. Die haben sich sehr darüber gefreut.

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Benutzerfoto: Lucie

Lucie

08.11.2007, 10:12

Was Kommunikation und Lächeln betrifft: fang doch einfach selber damit an. Du wirst merken, daß es 1000fach zurückkommt.
Von so einem Weihnachtsbuffet halte ich nicht viel. Denn was kommt danach?
Einmal schlemmen und dann nichts mehr? Eine dauerhafte Hilfe wäre doch viel sinnvoller.

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Benutzerfoto: Sandy07

Sandy07

08.11.2007, 10:22

Doch ich hielte das für gut, so hätten sie etwas auf das sie sich freuen können!
Weihnachten sollte niemand traurig sein!

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Benutzerfoto: Dominique

Dominique

08.11.2007, 11:51

Lucie hat recht. Jeder fange bei sich an. Ich gebe mir Mühe, suche (auch in der Bahn) instinktiv Augenkontakt, nehme “Kontaktanfragen” liebend gern an und lächle sogar gelegentlich. Ich kann es jedem empfehlen. Man denkt gar nicht, wie viele nette Leute man trifft und wie gut solche Begegnungen einem selbst tun können.
S-Bahnfahrer sind nach meiner Beobachtung nicht die einzigen paralysierten Depressiven. Besonders betroffen sind auch Verkäuferinnen (ich war auch mal eine, deshalb darf ich das sagen). Vermutlich, weil sie so viel in Kontakt mit anderen Menschen sind, was sie wohl auf Dauer stört. Schlimm ist nur, dass wir das alle so hinnehmen, dass es schon gar nicht mehr auffällt. Als mich neulich eine Verkäuferin an der Supermarkt-Kasse wirklich anschaute und nicht so durch mich durch, lächelte, alle einstudierte Phrasen beiseite legte und einfach nett plauderte, war ich für den ganzen Tag froh.
Insofern denke ich, dass es auch für die Straßenfeger-Verkäufer schon mal ein Schritt nach vorn wäre, wenn sie angesehen werden würden. Man kann auch höflich “nein” sagen, aber trotzdem lächeln. Wirklich! Und das 365 Tage im Jahr, nicht nur an Weihnachten. Das ist mein Vorschlag: Lächelt mehr, Qyper!

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Benutzerfoto: Bemo

Bemo

08.11.2007, 12:59

Oh Gott wie würden mich grinsende, gut gelaunte Menschen morgens nerven. Ich finde inneres cocooning morgens vieeel schöner. Sitze da mit meiner Latte (Kaffee) im Zug und grübel so in mich rein. Wie sehr ich diese sozialkontaktlose Zeit morgens genieße ;o)

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Benutzerfoto: Bemo

Bemo

08.11.2007, 13:06

Und - leider ehrlich gesagt - sind mir die Straßenfeger- und Motzverkäufer echt zu vielzählig. Auch Musikanten, die ungefragt in der U-Bahn in die Klampfe hauen und für eine Station Katzenmusik Geld in den Pappbecher fordern. Bin wohl auch ein grantiger Großstädter mittlerweile…

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Benutzerfoto: Sancho

Sancho

08.11.2007, 14:19

Und, das muß leider auch gesagt werden, sie STINKEN! Das war das erste, war mir bei meinem Berlinbesuch aufgefallen ist: man kann sich in den S-Bahnen nicht vor stinkenden Obdachlosen retten. Zuerst dachte ich, es wären die mitgeführten Hunde, aber die rochen bei weitem nicht so abartig penetrant wie ihre Herrchen.
Bei aller Liebe, bei allem Respekt, bei allem Mitgefühl für das erlittene individuelle Schicksal, aber ich muß mir das doch nicht antun.

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Benutzerfoto: Bemo

Bemo

08.11.2007, 14:58

na ja… ich find nen Döneresser neben mir nicht besser. Wobei der Döneresser einfach nur asozial ist und der Obdachlose eher aus Mangel an Waschmöglichkeiten riecht. Ich finde, man sollte mit Menschen, die sich vielleicht schon aufgegeben haben und die Motivation verloren haben, nicht ganz so streng ins Gericht gehen.

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Benutzerfoto: IrisM

IrisM

08.11.2007, 18:38

Lieber “clodyboy”, schön Dein Gedankenanstoß und Dir lieber “Sancho”:
Du wirst Dich in diesem Lande noch an viel mehr Gerüche von Menschen gewöhnen müssen, denn die Schere zwischen arm und reich wird immer weiter auseinander klaffen. Du mußt Dir tatsächlich “duftende” Menschn nur nicht antun, solange Du es Dir leisten kannst, Orte und Verkehrsmittel zu meiden, an und in denen Du diesen Menschen zwangsläufig begegnest, denn es werden immer mehr. Dann hoch Dein “Glas” auf gute Zeiten. Wohl dem der diese heutzutage auch noch hat.
Nichts für ungut…

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Benutzerfoto: karinsabine

karinsabine

08.11.2007, 19:55

Ich hasse S- Bahn fahren!

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Benutzerfoto: Sancho

Sancho

09.11.2007, 10:24

@IrisM: Danke für die guten Wünsche. E pur si muove: sie stinken doch. Und erzähl mir bitte nichts über Armut, ich habe in meinem Leben schon hungern und betteln müssen - hast Du?
Schere hin oder her, in Deutschland muß kein Mensch soweit darben, daß er hungern oder eben stinken muß, wir haben ein funktionierendes soziales Netz.

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Benutzerfoto: resto_cd

resto_cd

09.11.2007, 13:03

guten tag allerseits,
@sancho,
wenn du 100 € nach berlin überweist, sind wir schon 2 und wir werden doch noch für die mädels und jungs ohne richtiges dach eine kleine nette sache basteln können. bitte deine überweisung an dem verein in berlin schicken. der link ist ersichtlich im beitrag.
na gut, wenn du dich 100 aus der rippe nicht schneiden kannst, machens auch 90.

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Benutzerfoto: Lucie

Lucie

09.11.2007, 13:21

Ja Sancho strahl
Mit Harzt IV und 1 € Jobs. Und 400 € Jobs gibt es auch noch. ;-)
Warum also hast Du gehungert und gebettelt, anstatt Dir was zu verdienen?

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Benutzerfoto: Bemo

Bemo

09.11.2007, 13:26

Es ist ja immer einfach vom Podest des “mit beiden Beinen im Leben stehenden” zu argumentieren. Wenn dir aber ehenjene Beine vom Boden geschlagen werden, dann landet man schneller auf der Straße als man denkt. Keine Frage: wenn man motiviert und somit lebensfähig ist und genug Kraft hat sich Hilfe zu suchen, dann kann einen das Sozialsystem schon auffangen. Was aber wenn nicht? Selber Schuld? Er müsste ja nur…?

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Benutzerfoto: IrisM

IrisM

09.11.2007, 14:13

mir geht es um Respekt und Achtung vor den Menschen.
Und nicht jeder hat so ein breites Kreuz, um einen sozialen Abstieg so toll zu meistern. Wenn hierbei die Körperhygiene evtl. drunter leidet, was solls´. Nachts nicht erschlagen zu werden, ist da schon viel wichtiger.
Würden die Seelenqualen eines frisch gewaschenen und geduschten Obdachlosen bzw. sozial Schwachen”stinken”, hätte man nicht minder einen üblen Geruch in der Nase.

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Benutzerfoto: Sancho

Sancho

09.11.2007, 14:47

@Lucie: Mit HartzIV muß keiner hungern, will mir scheinen. Gehungert habe ich, weil ich ein Kind war. Als ich arbeiten konnte, habe ich.
@Bemo: Mich stören aggressive Bettler, die auf das soziale Gewissen der Mitmenschen rumtrampeln. Ich kann nichts dafür, daß es ihnen schlecht geht, aber das Gefühl vermitteln sie mir, und das dann mit penetrantem Gestank.
@clodyboy: Nicht wirklich gern. Für das gleiche Geld kann man in Indonesien einen Brunnen bauen, wovon ein ganzes Dorf nachhaltig was hat.
@IrisM: Du sprichst ein wahres Wort aus: Obdachlosigkeit hat weniger mit Armut, sondern mit den Seelenqualen dieser Menschen zu tun. Ich bin nicht herzlos, aber ich lasse mich ungern zu Aktionismus treiben, das ihnen nicht wirklich helfen kann.

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Benutzerfoto: Bemo

Bemo

09.11.2007, 15:00

@sancho mich ja auch. Die Frage ist, wie ich dem begegne. Ich finde, dass Dein Stil über diese Leute zu schreiben nicht angebracht ist. Ich gebe ihnen gelegentlich, nicht so häufig wie sie gern hätten. Wie gesagt: Mitleid ist gut und schön, aber ich kann nicht für all das Leid die Verantwortung übernehmen. Aber trotzdem muss ich auch oder gerade diesen Menschen Achtung und Respekt entgegebringen. Denn wie sollen sie auch ihre Selbstachtung wieder finden, wenn ihnen von der Umwelt nur Missachtung entgegengebracht wird? Du kannst auch die Leute verachten und auf sie eintrampeln und dich an deren Gestank stoßen. Aber man wird nicht viel größer, wenn man sich auf den Rücken eines am Boden liegenden stellt.

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Benutzerfoto: resto_cd

resto_cd

09.11.2007, 15:12

@sancho, hoppla. sonderangebot = 50 € und dann hast du für deinen brunnen schon die hälfte dazu.
dürfte doch übrig sein oder?
weisst du weihnachten kann doch mal auch für diese menschen ein bissel schön sein.
so, du starkes herz gibt dir den ruck und mach.
schimpfen ist weiterhin erlaubt.

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Benutzerfoto: resto_cd

resto_cd

09.11.2007, 15:25

übrigens sancho,
ich war vor 4 jahren beauftragt in djakarta einige tage an einem projekt zu arbeiten.
als ich die rechnung unterschrieb, selbstverständlich von der (sehr grossen) firma bestellt, stellte ich mit erschrecken fest dass ich pro nacht soviel kostete wie den 2 jahres etat einer ganzen familie die in ein deren unzähligen werken arbeiteten. dies kann ich leider nicht ändern aber einmal weihnachten vor der tür, warum nicht?

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Benutzerfoto: Rolf Bernhard Geißmann

Rolf Bernhard Geißmann

09.11.2007, 17:26

Also, Claude-Daniel, da hast Du ja eine wirklich gute Diskussion ausgelöst.
Für alle Wohlstandsmenschen:
Ein Obdachloser, Berber, Bettler, also ein Mensch ohne Arbeit und ohne Wohnung, warum spielt keine Rolle, erhält pro Tag, wenn er “Platte macht” 10,50 Euro vom Sozialamt der Stadt, wo er sich gerade befindet. Er darf nur einmal kommen, also zieht er immer weiter und holt sich jeden Tag die 10,50 irgendwo in irgendeiner neuen Stadt ab. Das ist heute so in Deutschland.
Warum werden Menschen aus der (Lebens-)Bahn geworfen? Einmal fragte mich einer dieser Berber, ob ich ihn von Fröndenberg nach Menden fahren könnte, während der Fahrt erklärte er mir das System mit den 10,50 Euro und warf dann so nebenbei ein:
“Weißt Du, ich habe Frau und Kinder bei dem Zugunglück von Eschede verloren, ist halt so, ich begreife es nicht und komme nicht in mein Leben zurück!!!”
Ünrigens, er mich nicht angebettelt, er suchte nur eine Fahrgelegenheit, war auch mieses Wetter und er stank auch nicht.
Der Gestank, den Sancho wohl meint, nennt man auch Armutsgestank, denn diese Menschen dürfen sich auch in einer Stadt nur einmal duschen und nicht jede Stadt hat diese Sammelduschen.
In Berlin, S-Bahn, wurde ich auch angesprochen, habe gerne die Zeitung gekauft, denn der Mann tat etwas und gab sich nicht auf, er verkaufte eine Zeitung.
Sein Wohnsitz ergab sich dann aus einem Gespräch, sehr gute Gegend von Berlin, der Grundewald, sehr gute Villenlage, ein kleines Zelt. Gewaschen hatte er sich auf dem Bahnhofs-WC, ich empfand nicht, daß er stank.
Diesen Menschen gebe ich gerne etwas, sie stören mich auch nicht, selbst, wenn sie mal müffeln sollten.

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Benutzerfoto: Sancho

Sancho

09.11.2007, 18:24

Verstehe, Rolf. Du bist halt ein guter Mensch.

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Benutzerfoto: Rolf Bernhard Geißmann

Rolf Bernhard Geißmann

09.11.2007, 19:54

Nein, lieber Sancho, es ist eine Frage der Einstellung zum Leben und zu seinem Gegenüber. Damit mißbillige ich ja Deine Meinung nicht, sondern nehme sie so hin, wie Du sie ausdrückst und bewerte sie auch nicht.
Wir beide haben nur zwei grundverschiedene Lebensansichten, aber das ist doch auch ok, denn jeder sucht auf seine Weise nach seinem Lebensziel.

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Benutzerfoto: meme

meme

10.11.2007, 12:01

Ich will mich mal aus allen Diskussionen hier raushalten, obwohl es mir gewaltig in den Schreibfingern juckt. Ich will Dir lieber clodyboy einfach nur danken für die Denkanstöße, die Du mir persönlich mit Deinem Beitrag gegeben hast. Ich werde ganz bestimmt noch oft darüber nachdenken und mein Handeln überprüfen.

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Benutzerfoto: Sancho

Sancho

10.11.2007, 22:57

Fein, Rolf, daß wir wenigstes einmal einer Meinung sind!

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Benutzerfoto: Siri

Siri

16.11.2007, 17:06

mir juckt es auch gewaltig in den schreibfingern …
.. aber es ist ein zu großes thema, als daß man es an dieser stelle ausdiskutieren könnte.
unterstützung? GERNE!
in Essen hatte ich zb. ‘meinen’ persönlichen obdachlosen, den ich mehrmals die woche ‘gefüttert habe.
in köln wiederum habe ich jede woche einen gutgekleideten jungen (und anscheinend wohlgenährten und gesunden) jungen man gesehen, der jeden um geld angebettelt hat.
und am Alex in Berlin wird man von organisierten, profimäßigen bettlern angemacht (es gibt sogar - ähnlich der zwangsprostitution - auch zwangsbettelei, wo die bettler auch noch von kriminellen banden abgezockt werden!!)...
andererseits kenne ich auch leute, die sogar arbeit haben - und trotzdem bettelarm sind (aber nicht betteln gehen).
das schlimme ist, daß man eigentlich keine möglichkeit hat, den einzelfall zu prüfen.
was also tun?
ich denke, jeder muß da seinen eigenen seelenfrieden mit diesem thema finden - und ggf. von situation zu situation entscheiden.
das wichtigste aber für alle beteiligten hier:
MACHT EUCH NICHT GEGENSEITIG KIRRE !!!

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Benutzerfoto: Richensa

Richensa

19.11.2007, 19:51

Allerwertester CLody,
dein Text ist an sich hilfreich und gut, aber dennoch muss es nicht sein, dass du den fast jeden Tag wieder durch geringfügige Änderungen wieder nach vorne holst!

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Benutzerfoto: karinsabine

karinsabine

20.11.2007, 12:23

Dein Beitrag ist ja sehr gut, aber müssen wir den jetzt wirklich JEDEN Tag bis Weihnachten immer wieder lesen???

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Benutzerfoto: GuideAndCompany

GuideAndCompany

26.11.2007, 15:24

lieber clodyboy, und alle, die ihr immerhin euch mit diesem thema auseinandersetzt und nicht selbstgerecht “drüber” steht,
ich verstehe Deine bvg-vision einer “besseren welt” sehr gut!
aber mir den “obdachlosen” ist es leider nicht ganz so simpel… da sind doch zumindest etliche drunter, die “dreck am stecken haben”, oder nicht mit (diesen manchmal ekelhaften) behörden können, oder sich hängen lassen… habe mit einigen gesprochen: sind nicht in berlin gemeldet, daher keine ansprüche “beim amt”, wissen nicht einmal, dass sie sich beim obdachlosenasyl wohnhaft melden können, um hartz IV zu kriegen (inkl. wohnung; meldeadresse für die bescheide nötig) - oder sie tun so, als wüssten sie’s nicht, oder sie finanzieren ihr rauschgift mit den einkünften… vielleicht sind auch welche dabei, die tatsächlich versuchen, “anständig” zu bleiben und auf dem wege wieder hoch zu kommen… aber, wenn ich mich in die schuhe dieser leute versetze (kriege selber noch hartz IV [als selbständiger auf dem steinigen weg in die unabhängigkeit]), dann würde ich nicht der ganzen s-bahn ungefragt und immer wieder die hucke volllabern, sondern, wie andere zeitungsverkäufer auch, irgendwo still stehen und anbieten, oder vielleicht kurz und gut die zeitung ausrufen und schluss… (und das tun ja auch einige…) aber der druck auf die tränendrüse, und die penetranz, “die ganze welt” permanent mit der eigenen schieflage zu bedröhnen… ich bin da einfach höchst zwiespältig…
trotzdem: es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass man/frau in diesem land, sehr leicht nicht trotz, sondern wegen des “amts” seine wohnung verlieren kann (ich spreche aus erfahrung). dort wird einem nicht wohlwollend geholfen. vielmehr ernähren “beamte” (es sind angestellte beim jobcenter) vorrangig sich selbst, denn der karteikasten vor ihnen, voll mit karteileichen, die zur flugunfähigkeit zusammengestutzt sind, ist ihre erwerbsgrundlage, weshalb die langzeitarbeitslosen immer mehr werden. sein gewissen beruhigt man/frau dann mit dem vorurteil, dass das ja sowieso “alles abzocker” sind, faulenzer und schwarzarbeiter, die’s eigentlich nicht nötig haben und denen man mal die mittel streichen muss, “bis es weh tut”, damit sie endlich mal richtig malochen gehen; und dies vorurteil im bild-zeitungs-stil machen sich ja auch alle möglichen leute zueigen, die sich damit indirekt selbst belobigen und sich genüsslich einen hass-popanz aufbauen [gerne grade selbstgerechte und selbstgefällige “unternehmertypen”, die andere für sich malochen lassen, und deren bildungsgrad soetwas eigentlich verbieten sollte]. nur, dass mensch von da unten - ohne wohnung, ohne telefon, ohne computer, ohne gute klamotten, ohne “seife” - in den seltensten fällen wieder hoch kommen kann, das sagt niemand…
ps: zwei lehren kann man doch wohl ziehen:
1. wenn man denen helfen will, die wirklich bedürftig sind (und das ist nicht nur eine frage der “nächstenliebe”, sondern der volkswirtschaftlichen effizienz!), muss man wohl in kauf nehmen, dass man versehentlich auch dem ein oder anderen abzocker oder parasiten mit hilft, denn die lassen sich nicht sauber voneinander trennen. aber wo immer man kann, sollte man den abzockern das leben schwer machen, denn die machen den echt bedürftigen das leben noch schwerer…
2. das system “amt” mit “beamten”, die davon leben, karteileichen zu verwalten, muss abgeschafft werden. statt dessen brauchen wir (freiberufliche?) agenten, die (im wesentlichen) nur auf erfolgsbasis bezahlt werden, d.h. für die gelungene stabilisierung eines lebens (v.a. durch vermittlung in arbeit oder durch coaching bei der gründung eines selbständigen existenz). auch das ist natürlich nicht so einfach, wie sich’s schreibt, aber bei dieser prinzipiellen anregung muss es hier bleiben… gäbe es solche prämien vom staat, hätten wir reichlich “agenten”, die sich “obdachlose” als klienten aktiv suchen würden, um damit ihren profit zu machen! und dann wüssten wir, dass die, die in der “szene” bleiben, dort auch bleiben wollen…

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Benutzerfoto: GuideAndCompany

GuideAndCompany

26.11.2007, 15:38

ps II: ich weiß natürlich, dass es die gutscheine für einen arbeitsvermittler beim jobcenter gibt. aber 1.: einen solchen gutschein muss man dem sachbearbeiter, wenn man denn davon weiß, mit viel list und tücke “aus der nase ziehen” (nicht etwa, dass mensch zum gebrauch eines solchen gutscheins genötigt würde…) und 2.: ist das prämiensystem offensichtlich nicht wirkungsvoll genug, um freiberuflichen spezialisten eine berufliche existenz als effektive arbeitsvermittler zu ermöglichen (und nicht “wasserdicht” genug, um “abzocke” zu verhindern…)...

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