Ausflug nach Rimini, Alt-Wittenau 67, am Dorfanger, 13437 Berlin
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Kompliment Rainer Milzkott (22.05.2008) •••••
Eigentlich ist es unerheblich. Kann doch jeder mit seinem Haus machen, was er will. Aber Häuser stehen nun mal immobil in der Gegend rum, und man kommt nicht umhin, auch mal hinzusehen. Und mal bleibt der Blick auch haften. So geht es seit Mitte Mai 2008 wohl Passanten und den in Reinickendorf eher seltenen Flaneuren, wenn sie sich von einer vom Trottoir zurückgesetzten Hauswand angesprochen, gar eingeladen fühlen, mitzukommen nach Rimini. Rimini! Der Teutonengrill der Wirtschaftwunderjahre. Rimini soll ja neuerdings wieder „in” sein. Eine Berliner Fluggesellschaft fliegt direkt. Die drei auf der Wand fliegen selbst, ein Ausflug eben. Sie sind magentafarben, aus Holz, das einladend winkende Mädchen ist dreieinhalb Meter lang.
Detlef Schulz heißt der Holzbildhauer, der diese Reliefskulptur gemacht hat. Der gebürtige Brandenburger mit Ateliers in Prenzlauer Berg, Italien und der Türkei kennt sich aus mit Ausflügen. Es gibt etwa 30 Schulz-Sammler überall in Europa, aber auch in Indien und Mexiko. Ständig pendelt er zwischen seinen Sammlern. Zwei der Sammler gehört das Reinickendorfer Haus, auf dessen Wand der „Ausflug nach Rimini” stattfindet. Der Gastronom Anjou P. Haufe (Restaurant Eiffel am Ku’Damm, auch dort einige Schulzwerke) und der Kaufmann Dieter J. Ossowski spendierten sich den „Schulz für Alle” zum Abschluss einer aufwändigen technischen Sanierung des 80er-Jahre-Baus. Schulz mit dem Selbstbewusstsein eines erfolgreichen Künstlers: „An Orten, wo meine Skulpturen öffentlich sind, findet eine besondere Prägung statt, kehrt ein heiterer Frieden ein.”
Stichworte kunst, öffentlichkeit, rimini, detlefschulz
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