unsicht-Bar, Gormannstr. 14, 10119 Berlin
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Kompliment franzhavel (14.06.2008) •••••
Irgendwie bleibt natürlich die Frage bestehen, warum geht man nicht einfach in den Keller des eigenen Haues und schließt die Tür von innen? Wenn man nur mal eben erleben willl, was lichtlos heißt?
Der Erlebnishunger ist halt unstillbar. Immer wieder etwas anderes soll es sein. Mal Party auf dem Dach des Miethauses, dann ein Mal Dunkelrestaurant.
Was - wie nun schon mehrmals von mir gesagt - als erstes auffällt, das ist, dass es dunkel ist. Am Anfang ist da noch die Hoffnung, dass sich die Augen irgendwie gewöhnen werden. Wenn die dann vergeht, kommt tatsächlich so etwas wie Angst. Gut, dass ich mit vertrauten Menschen diese Finsternis betreten habe. Ich lehne mich an. Das würde ich in einem richtigen Restaurant dann doch nicht machen; und so begreife ich langsam, dass es doch Vorzüge an dieser Art von Speisezunahme gibt.
Die Gerichte sind absichtlich so gestaltet, dass möglichst viele verschiedene Geschmacksrichtungen auf den Teller kommen. Und an dieser Stelle besiegt das Amüsement die Angst entgültig: Ruccola oder Himbeersoße. Das Rätselraten beginnt - es zeigt sich, wer Feinschmecker ist.
Überhaupt reden wir automatisch ausschließlich über das Essen während wir essen. Kein schlechter Effekt.
Wir sitzen allein am 4er Tisch, sonst wäre wohl wirklich etwas wie Bahnhofshallengefühl entstanden. Wir sitzen an einer Ecke und der Schall der Reden, wie er zu uns dringt, lässt ahnen, wie groß der Saal ist. Aber vielleicht täuscht sich das ungeübte Ohr und der Raum ist nicht größer als ein gewöhnliches Restaurant im Leckermäulchen-Kiez.
Ich gebe zu, ich bin gemein. Ich bitte um einen Gang zur Toilette. Die Strafe auf diese Bitte folgt sofort: Es geht einfach nur hinaus zur Restaurant-Manager-Bar und nicht zu einem neuen unbekannten Zimmerchen. Da wir relativ dicht an der Tür saßen, brachte mir dieser Polka-Gang kein neues Raumgefühl. (Aber andererseits durfte ich so der netten Abendbetreuerin (wie die Kellnerinnen hier genannt werden) noch mal an den Schultern berühren.)
Am Ende hin bin ich froh über meinen Gutschein. Denn die Preise sind doch arg. Vor allem gemessen am hier umgesetzten Low-Budget-Geschäftsmodell.
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