König der Löwen, Norderelbstr. 6, 20457 Hamburg
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02.09.2008
Vorbemerkung
Schon vor ein paar Jahren hatte ich meiner Freundin eine Reise nach Hamburg und den Besuch eines Musicals versprochen. Am Karfreitag 2007 war es dann soweit, mit Tickets für “Mama Mia”, “König der Löwen” und das St. Pauli Musical “Heiße Ecke 24” bewaffnet gings übers Osterwochenende nach Hamburg zu ner kleinen Städtereise.
Ich will jetzt hier keinen Reisebericht abliefern sondern lediglich meine Eindrücke zu “König der Löwen” schildern.
Vorausschicken will ich ferner, dass ich neben den drei hier genannten Musicals bereits vor Jahren “Starlight Express”, “Westside-Storry”, “Titanic” und aktuell im Dezember 2005 “We will rock you” gesehen hab und immer wieder gern in ein Musical gehe.
Die Anreise
Nein es kommt kein Bericht über irgendwelche Dramen die sich mit der Deutschen Bahn bei der Anreise abgespielt haben, bei “König der Löwen” lohnt es sich jedoch in meinen Augen mit ein paar Takten zur Anreise anzufangen.
Alle die Hamburg bereits kennen und irgendwann abends mal an den Landungsbrücken standen ist auf der gegenüberliegenden Seite des Wassers das Bauwerk mit dem gelb beleuchteten Löwen sicherlich schon oft ins Auge gesprungen - denjenigen die es noch nicht kennen sei hier gesagt, dass allein der Blick über den Hafen auf die Musicalhall schon “Lust” auf das macht, was sich dort unter der Kuppel abspielt.
Natürlich kann man auch ganz banal irgendwie zur Musicalhall hinfahren - in den Eintrittskarten ist jedoch die Bootsfahrt von den Landungsbrücken auf die andere Hafenseite ohnehin inbegriffen und ich denke es lohnt sich das Schiff für die paar Minuten zu besteigen und dann ganz langsam quer über den Hafen zu shippern, dem beleuchteten Löwen immer näher zu kommen und sich innerlich auf ein paar schöne und relaxte Stunden einzustimmen.
Wer hier jetzt ein Haar in der Suppe finden will kann natürlich anmerken, dass nach der Vorstellung alle aufs Boot drängen und man mal ein paar Minuten warten muss - aber hey, wenn ich ins Musical will bin ich nicht auf der Flucht und denke mal die Zeit sollte sich jeder gönnen.
Die Story
Im Gegensatz zu “Mama Mia” beginne ich hier mit der Story, da es hier wirklich eine interessante Geschichte gibt, die Eindrucksvoll erzählt und vor allem dargestellt wird! All diejenigen, die jetzt hier einen seitenlangen Bericht der gesamten Handlung erwarten werde ich enttäuschen, denn ich will hier nur einige wenige Aspekte aufführen und vor allem ein paar Eindrücke/Hinweise aus meiner persönlichen Sichtweise darstellen. Darüber hinaus sei gesagt: Es lohnt sich selbst hinzugehen und es sich anzuschauen!
Das Musical zeigt das Leben der Tiere in der Savanne Afrikas. Sie leben friedlich zusammen, alles in der Savanne ist im Gleichgewicht, und (fast alle) fühlen sich in dem Land wohl, das vom alten König Mufasa, einem alten Löwen, beherrscht und sehr weise regiert wird. Dieser hat einen Sohn, den kleinen Löwen Simba, der später einmal der König der Tiere werden soll. Simba kann nicht erwarten erwachsen zu werden und wie alle Kinder ist auch er furchtbar neugierig und erlebt so allerhand Abenteuer, die im König der Löwen dargestellt werden. Die heile Welt der Tiere wird jedoch von Scar, dem Bruder des Königs (Simbas Onkel) gestört, der machtgierig ist und die Herrschaft an sich reißen will um selbst über das Land zu herrschen. Durch eine Intrige gelingt es ihm den alten König Musafa auszuschalten und selbst die Regentschaft zu übernehmen. Unter der Zwangsherrschaft Scars und der mit ihm verbündeten Hyänen verarmt und verödet das bis dahin geweihte und fruchtbare Land der Savanne.
Simba, der aus Angst in den Dschungel geflohen ist, kehrt später in seine alte Heimat zurück. Im Kampf gegen die Hyänen und seinen Onkel Scar gelingt ihm aber der Sieg und die Befreiung des Landes von der bösen Herrschaft. Simba wird nun der neue König der Löwen und unter seiner Regentschaft blüht das Land wieder auf.
Sehr beeindruckend fand ich die gesamte Aufmachung und die Bühnenshow an sich, die unzähligen Tiere die von den Darstellerinnen und Darstellern in wirklich phantastischen Kostümen dargestellt werden, sowie das Megaspektakel, das bereits beim Einzug durch die Halle beginnt und das während der gesamten Vorstellung läuft, lohnt allein schon den Eintrittspreis. Die Zuschauer werden hier in eine andere Welt versetzt und während der gesamten Handlung gut mitgenommen, so dass man zu keiner Zeit den Eindruck haben muss irgendwo den Faden verloren zu haben.
Die Musik
Bei dem Komponisten des Musicals ist u.a. Elton John aufgeführt - wer jedoch an die ansonsten von ihm bekannte Musik denkt der liegt hier ganz falsch.
Wie in der Story schon kurz angerissen handelt es sich beim “König der Löwen” um eine in vielen Bereichen traurige Geschichte aus Afrika. Und wie es sich nun mal für ein Musical gehört sind somit viele träurige Klänge und auch afrikanische Rhythmen zu hören, die nicht jedermanns Sache sind und sicherlich keine nette und beschwingte Unterhaltungsmusik sybolisieren, wie dies etwa bei “Starlight Express” der Fall ist. Dies ist aber nicht als Kritik aufzufassen, vielmehr will ich hier vor einer falschen Erwartungshaltung warnen.
Für die im Musical erzählte Geschichte halte ich die Klänge für absolut passend und die Story super gelungen unterstützend, kurz gesagt: super!
Fazit:
Auffällig war als allererstes, dass unwahrscheinlich viele Kinder mit ihren Eltern in diesem Musical waren. Dies liegt wohl daran, weil bei den Autoren und in der Werbung immer von “Disneys König der Löwen” zu lesen ist. Das Musical an sich ist jedoch in meinen Augen für Kinder (ich hab selbst nen Sohn von 12, mit dem ich vor wenigen Wochen in “We will rock you” war) unter 14 aus mehreren Gründen für ungeeignet. Da ist zum einen die wahnsinnsvielfältige Show der Kinder in meinen Augen noch nicht folgen können und vor allem die oft sehr melancholische Musik, gepaart mit afrikanischen Klängen die alles andere als eine “leichte und nette Abendunterhaltung” darstellt.
Ich selbst war jedenfalls von der Show, der Darbietung und auch der Musik vollkommen überwältig und bereue nicht einen Cent des zugegeben nicht ganz billigen Eintrittspreises und kann mir auch durchaus vorstellen hier mal wieder reinzugehen.