Bewertung zu Martin Z. Schröder, Drucker von lokalreporter

Martin Z. Schröder, Drucker, Schonensche Straße 38, 13189 Berlin

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Kompliment lokalreporter (19.02.2007) 5

Am Ende der Schönhauser Allee an der Grenze zu Pankow, hat der letzte praktizierende Bleidrucker Berlins seine Werkstatt.

Abgeschirmt von den wissensbegierigen Müttern mit ihren stets aufgeweckten Kindern rund um den Kollwitzblog, kann er hier in einer Seitenstraße seiner Arbeit nachgehen. Ruhig ist es trotzdem nicht, regelmäßig klopfen Dozenten, dann wird der Drucker selbst zum Lehrer und trägt den Studenten der Kommunikation und des Designs seine Kunst an.

Martin Z. Schröder ist der einzige noch lebende Bleidrucker Berlins den ich kenne – die anderen hatten ihre Bleierne Zeit mit Beginn der Weiterbildungsschwemme Mitte der Neunziger Jahre. Die staatlich subventionierten Gelddruckagenturen haben ausgerechnet in der Koalitionsregierten Ära des Namensvetters das Handwerk in den manuellen Handwerkstod getrieben.

Überall im Atelier stehen Stapel von Papier, Papier aus Europa, fein geschnittene dicke Italiener, grobkörniges aus der Hohen Tatra, im hinteren Raum steht eine Drone, eine High-tech Schneidemaschine die aussieht, als käme sie direkt aus der Zukunft.

Es stimmt also, am Anfang stand das Wort, nein, Fleisch war zuerst da, ein Frosch ist kein Frosch sondern das Werkzeug des Schriftsetzers, mit dem er die einzelnen Buchstaben zu Zeilen aneinanderreiht. Sei kein Frosch bedeutet: Fleisch ist willig, fummel nich an den Versalien! Gib mir ein Wort! Brat mir einen Fisch!

Blei ist schwer und giftig. Manch Bleisatz voll mit bleiernen Fischen von kaum mit der Lupe sichtbaren 1/8petit.
Nicht Fisch nicht Fleisch, der Sprache des Druckerhandwerks entlehnt, dem Xaver Kroetz zu Diensten, ein Fisch ist kein Gericht sondern eine gegossene Letter und was durcheinander geratenen Typen in einem Setzkasten sind, weiß jeder nächtliche Schöngeist. Hey, nenn mich gefälligst nicht Zwiebelfisch!

Aus Vor und Zunamen einen Nachtisch zusammenstellen? Sollte in einem gut aufgeräumten Schriftkasten nicht passieren, passiert selten, aber passiert, und schon wird aus einem Lokalreporter ein T-Reprolokaler. Was wie ein Anagramm daher kommt, ist in der Sprache der Drucker ein Eierkuchen, ein aus der Ordnung geratener Schriftsatz.

Wird zwischendurch mal ein Kind in die Technik des Visitenkartendruckens eingewiesen, reicht der Drucker eine leere Bierkiste, dreht sie um, Brett drauf und schon steht das Handwerk nicht mehr auf bleiernem Boden.

Schau, das hier ist ein Setzkasten, Herberge sämtlicher technischen Bausteine die für einen druckreifen Roman von Nöten sind[es gab eine Zeit, da hing in jeder Berliner WG-Küche ein ausrangierter Bleikasten mit kleinen Kinderüberraschungsfiguren in den Fächern].

Und weil selbst niedrige Bleikonzentrationen bei Langzeiteinwirkung schwere Schädigungen des zentralen und peripheren Nervensystems verursachen können, ist es ratsam dem Kind klar zu machen, es soll sich gefälligst nicht die Finger danach lecken.

Tinte und Worte sind ähnlicher Wirkung fähig. Zu des Druckers täglich Brot gehören beide, das macht ihn zu einem Mittler, einem Geheimnisträger. Drucker arbeiten mit Gift, sie sind die Schamanen echten Handwerks. Man sollte immer auf der Hut sein.

Wahrscheinlich wird das Handwerk der Digitalen Mediengestalter in der nächsten Epoche des evolutionären Planes von der Benutzeroberfläche verschwinden – Martin Z. wird als der Welt einziger überlebender Bleisatzdrucker Gastvorträge in den fünfsechs übriggebliebenen Hochschulen entlang des Globus halten und sich den Luxus leisten, zusammen mit seinem Kunden Max Goldt einen wöchentlichen Cartoon mit dem serifenvollen Titel DER ANTIQUIERTE MENSCH herausgeben.

Der letzte Drucker Berlins hat meinem Sohn und mir heute Nachmittag eine lehrreiche Einführung in sein Handwerk gegeben. Alicui gratias agere!


PS. Der Versuchung, dem Thema Geldfälschung Genüge zu tun[ihm einen sehnsüchtigen Aspekt einzugestehen und es in den Beitrag einzuweben und dem Drucker anzudichten], konnte ich in letzter Sekunde gerade noch widerstehen.

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Kommentare (37) Bedenklicher Inhalt?

Kommentare:

Benutzerfoto: vilmoskörte

vilmoskörte

11.02.2007, 20:05

Mein lieber Lokalreporter, deine Begeisterung in allen Ehren, aber lieber erst recherchieren. Dann findet man auch andere in Berlin, die in Blei setzen und auf Handpressen drucken. Und solche, die das - z.B. an der TFH - auch noch lehren.

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Benutzerfoto: lokalreporter

lokalreporter

11.02.2007, 20:09

recherchieren darfst du übernehmen! lieber vilmos.

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Benutzerfoto: vilmoskörte

vilmoskörte

11.02.2007, 21:52

Das sollte doch wohl eher die Sache des Reporters sein...

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Benutzerfoto: lokalreporter

lokalreporter

11.02.2007, 21:56

recherchieren ist was für journalisten, ich bin reporter. lokalreporter!

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Benutzerfoto: Jürgen

Jürgen

12.02.2007, 08:11

Otto Wentzel in Charlottenburg (Leibnitzstraße) fällt mir dazu ein, der meines Wissens auch noch mit Bleisatz und Handpresse arbeitet. Ich glaube, er tat es jedenfalls, als ich vor drei Jahren mal bei ihm war.

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Benutzerfoto: lokalreporter

lokalreporter

12.02.2007, 08:21

glaub ich gerne. sicher existieren noch andere bleisatzdrucker. das größte schnitzel, der letzte mohikaner, der beste informatiker. diese kategorien lassen sich auch umschiffen, oder du fährst lächelnd drauf zu und wartest was passiert.

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Benutzerfoto: Monika Neuhausen

Monika Neuhausen

12.02.2007, 10:09

Hallo, hallo meine Herren, unser lokalrporter hat doch geschrieben der einzige, den er kennt. Die Anderen können sich ja noch vorstellen :-)
Super geschrieben!

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Benutzerfoto: Jürgen

Jürgen

12.02.2007, 12:11

Mitten im Text hat er's, aber im ersten Satz nicht. Ich denke, eine Korrektur wäre angebracht. Sehen wir's doch mal unter dem Aspekt der Qualitätssicherung. :-)

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Benutzerfoto: mostro

mostro

12.02.2007, 13:29

My goodness - auch wenn man süchtig ist, sollte man Qype doch nicht so ernst nehmen sondern genießen. Beleidigt wurde doch niemand, oder? In nomine mostris Lokalreporterem absolvo. In abstruso oder so. In toto vielleicht auch noch mal, kommt darauf an, was er eines Tages über mich qypt... (soviel zu klerikalem Egoismus). Qualitätssicherung? Lokalreporter schreibt Literatur, keinen Quellekatalog. Und wer hätte von James Joyce Quellennachweise verlangt?!?!? Jawohl. Keiner. Nichtmal ich. Also: Geniesst das Leben!

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Benutzerfoto: mostro

mostro

12.02.2007, 17:29

Zu meinem vorhergehenden Kommentar bekam ich einen Kommentar direkt, den ich (anonym) der Brisanz wegen kopiert habe:
" Darf ich lachen? Qype als Literaturplattform? Und dazu noch der Vergleich mit James Joyce? Da bleibt mir das Lachen im Halsi stecken, caro amico. Vieles finde ich ja auch ganz gut, was Lokalreporter schreibt, aber einiges ist doch recht zweifelhaft. Und wenn der Beitrag dann noch so peinlich voller Unwahrheiten ist "
Tja, zur Diskussion freigegeben.
Ist Qype Literatur?
Welche Qyper sind es?
Ist Lokalreporter zweifelhaft?
Ist das ein Lob?
Was ist Literatur?
Ist Qype die Wahrheit?
Brauchen wir eine Realitätskontrolle?
Ist Realität objektiv?
Wer ist nicht subjektiv?
Wann hören die Fragen auf?
Ich für meinen Teil bevorzuge Qyper, die einen guten und interessanten Stil praktizieren und informatives mit literarischem Niveau kombinieren. Wo Literatur anfängt, kann keiner sagen. Das ist wie mit der Kunst. Daher ist es natürlich nicht allgemeinverbindlich, Lokalreüporter als Literatur zu bezeichnen. Ich -als Künstler- empfinde und schätze ihn als ebensolchen. Daß die absolute TÜV-geprüfte alleinseligmachende Wahrheit vielleicht hinter der Kraft des Wortes zurückbleibt kann ich in diesem Fall verzeihen. Für mich (und das ist subjektiv, also nicht Diskussionsstoff) bevorzuge ich immer einen Beitrag, der sprüht und sprudelt - wenn dann noch viele hilfreiche Informationen fliessen, ist es prima. Reine Detailaufzählungen langweilen mich oft ein wenig, aber das ist meine Sache... Lokalreporter hat gemessen an den vielen "Gut geschrieben" viele Fans.

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Benutzerfoto: Rolf Bernhard Geißmann

Rolf Bernhard Geißmann

12.02.2007, 20:23

Eines muß ich Dir lassen, lieber Adler, Du erreichst immer wieder Diskussionen mit Deinen Beiträgen, einfach klasse.
Dazu noch der letzte Kommentar von mostro, den ich auch prima finde, da kommt doch mal Freude beim qypern auf.

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Benutzerfoto: Martin Z. Schröder

Martin Z. Schröder

12.02.2007, 20:53

Hier meldet sich der Drucker selbst: wir sind in Berlin zu dritt. Die Werkstatt von Meister Wentzel, ein ausgezeichneter Drucker, in der Leibnizstraße wurde von einem jüngeren Kollegen übernommen, der Senior ist in den Ruhestand eingetreten. Eine Handpresse steht dort allerdings nur dekorativ, gedruckt wird auf einem sehr, sehr schönen heidelberger Tiegel, einem der letzten, die gebaut wurden. Wenn nicht sogar der letzte, baujahr ca. 1982. Und in Adlershof arbeitet mein verehrter Kollege Meister Lutz Nessing, der ebenfalls ein hervorragender Drucker ist. Nessing hat die ältesten und größten Maschinen, dazu eine Setzmaschine, auch er preßt eher nicht von Hand, kann aber Plakate drucken und hat einen enormen Fundus an Schriften; meine Spezialität sind die motorfreien Maschinen, die mit reiner Muskelkraft bedient werden, mit Hand und Fuß, und die weiterführende Befassung mit Typografie, Design und Grafik, wofür ich auch zwei freie Mitarbeiter habe. Jeder von uns drei Bleisetzern und Buchdruckern ist einer der letzten. Und an einer Hochschule, um das präzise zu ergänzen, unterrichte von uns dreien nur ich, aber es gibt Hochschulen mit angestellten Druckern, die Design-Studenten Kurse anbieten; die FHTW ist darin vorbildlich.

Ich find's ganz schön, daß hier keine Journalisten qypen, die womöglich noch objektiv tun. Man muß sich das Bild schon immer selbst machen, und manchmal gehen die Meinungen eben auseinander. Auf die Anregung kommt's doch an.

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Benutzerfoto: Jürgen

Jürgen

13.02.2007, 03:11

Lieber Martin, vielen Dank, daß Du Dich selbst zu Wort gemeldet hast! Über die beiden anderen, wie soll man sie nennen, "kleinen Bleisatzdrucker"?, hast Du uns nun schon informiert. Die entsprechenden Artikel kommen bestimmt noch von anderen, das vermutet mein Vertrauen in das Prinzip Qype.

Ich liebe selbst Artikel, die mit einer gewissen Leidenschaft und einer Liebe zum sprachlichen Ausdruck verfaßt werden, so wie der hier besprochene vom "Qype-Kollegen" lokalreporter. Über solche freue ich mich immer wieder, und ich finde sie meist nicht nur hilfreicher als die aus drei Sätzen und ein paar Fakten, sondern vor allem auch viel schöner zu lesen -- und sie vermitteln Atmosphäre! Gerade das schätze ich besonders. Ich versuche das in meinen Artikeln selbst auch, und es gelingt mir, sagen wir mal, nicht so gut wie ich mir wünsche.

Die Fakten, so denn welche genannt werden, sollten dann aber auch stimmen. Zur Lage, zum Angebot, zu den Personen, aber auch zur Position gegenüber dem Mitbewerb äußert man sich als Qype-Schreiber natürlich auch, klar. Ich versuche, mein bestes zu tun, um die Fakten korrekt zu halten. Wo da mal etwas aus Versehen schief geht, bedauere ich das, und ich versuche dann, wenn mich andere auf einen Fehler hinweisen, ihn so bald wie möglich zu korrigieren. Das wünsche ich mir von meinen "Qype-Kollegen" auch.

Es ist schön, wenn ein Qype-Artikel ein Stückchen Literatur ist. ("Zum alsbaldigen Verbrauch" sagte mein Vater in bemerkenswerter Bescheidenheit über die Stückchen, die er selbst schrieb.) Wenn er keine faktisch strittigen Behauptungen enthält, um so schöner.

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Benutzerfoto: lokalreporter

lokalreporter

13.02.2007, 06:48

ich vermute, es sind nicht die faktischen ungenauigkeiten, die aufregen, sondern die satire – das ist seltsam.
gehören mediengestalter zur aussterbenden zunft? sind wissbegierige mütter antiquiert? war die koalition unter schröder wirklich des druckers tod? rhetorische thesen, deren ansinnen eigentlich harmlos sind, sollten sie anregend sein oder gar für diskursivität sorgen? warum nicht! nicht beabsichtigt sind belehrungen und kleingärtnerei.
zu guter letzt ein rat des dalai lama: das rezitieren von gebeten und mantren besänftigt die angst in uns.
in diesem sinne danke ich den kommentierenden teilnehmern für pro und contra und wünsche eine gute woche!

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Benutzerfoto: Rolf Bernhard Geißmann

Rolf Bernhard Geißmann

13.02.2007, 09:03

In der letzten Zeit sind mir doch einige Empfindlichkeiten bei Qypern und auch bei den "Machern" ( blödes Wort )von Qype aufgefallen.
Warum? Keine Ahnung.
Wir alle, die da mitqypern, machen das aus Freude, wir schließen Kontakte untereinander, freuen uns über Hinweise auf was und wen auch immer.
Ich persönlich lese sehr gern die Beiträge von Lokalreporter und von Mostro, da steckt immer so ein Augenzwinkern hinter, man merkt den Beiträgen an, das es Spaß gemacht, hierüber zu schreiben.
Und dann fängt hier bei Qype plötzlich so ein Gestänkere an, Leute, ganz deutlich, das paßt nicht zu Qypern!!!!!!
Der Umgang miteinander hat in Würde und mit Kultur zu tun, übrigens gilt das für ALLE.

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Benutzerfoto: mostro

mostro

13.02.2007, 18:39

Kontroversen tun gut. Kreative Kritik auch. Konstruktives baut auf. Destruktives baut ab. Eitelkeiten sollten zurückstehen. Ich zumindest schreibe nicht wegen des Selbstwertgefühls, sondern wegen der Freude, in den beschriebenen Orten innerlich zu versinken und aus einer Impression nach außen die Worte zu formen. In diesem Sinn danke an Dich, Rolf für die Wärme und das Gemahnen an Würde. Und Dir Lokalreporter für Schaffenkraft und inneren Frieden trotz wahnhaft wild wuchernder Wortvielfalt!
ALLEN eine gute Woche!

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Benutzerfoto: dolly

dolly

13.02.2007, 23:47

Bei all dem Wortgefecht hier, kann ich nur vor Rolf Bernhard den Hut ziehen.Ich hatte Qype dafür angesehen,dass dieses Forum nicht nur zugelassen ist für studierte Leute, sondern einfach für Menschen ,die ihrem Restaurant oder welchem Ort auch immer eine positive oder negative
Beurteilung geben wollen,
Die anderen Qyper sollen aus deren Erfahrung lernen können, oder sehe ich das falsch.
Es wäre schade, wenn niemand mehr anerkennend zu Wort kommt, deren Wortschatz nicht akzeptiert wird.
Leider wurde bei dem ganzen, auch der Drucker Martin Z. Schröder vergessen und um ihm ging es doch.

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Benutzerfoto: meme

meme

15.02.2007, 01:11

Auch ich schreibe hier mit wachsender Begeisterung aus "Spaß an der Freud" - wie der Kölner so schön sagt. Natürlich bemühe ich mich, Fakten, die wichtig sind, vorher zu recherchieren - dem Internet sei Dank. Trozdem kann man nicht jedes Wort, das bei QYPE in guter Absicht geschrieben wird, "auf die Goldwaage legen" - und große Literatur erwartet doch wohl niemand allen Ernstes hier.

Einzig Diffamierungen und bösartige Verfälschungen sollten angesprochen, diskutiert und dann gelöscht werden.
Der Grund dieser Diskussion um den letzten, vielleicht auch nur vorletzten praktizierenden Bleidrucker ist wahrlich (deutsche) Erbsenzählerei.

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Benutzerfoto: beth

beth

15.02.2007, 18:35

Tja, was ist große Literatur? Intelligenz ist ja per definitionem auch nur das, was der Intelligenztest misst. Und so sollte man nie sagen, etwas geschriebenes sei keine Literatur. Am Ende kommt dann doch noch der Nobelpreis für den Quellekatalog. In jedem Fall finde ich, daß einige Menschen bei Qype in ihrem Stil seh wohl literarische Ambitionen zeigen, die von Wortwahl und Kraft vieles hinter sich lassen, was auf dem Literaturmarkt zur Zeit auch als Bestseller verkauft werden! Also bitte keine zu falsche Bescheidenheit, sondern schreibt mal ein Buch, das so gut ist, wie Eure Qype-Beiträge! Und an Dolly: Bestimmt hatte keiner im Sinn, Menschen zu diskriminieren, die nicht studiert haben. Und etwas derartiges ist dem "Wortgefecht" auch nicht zu entnehmen. Hier geht es nur um unterschiedliche Herangehensweisen. Und um Toleranz, die von allen Seiten füreinander aufgebracht werden sollte!

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Benutzerfoto: Idefix

Idefix

16.02.2007, 21:23

Mit sehr viel Spannung landete ich soeben in dem Diskusionsforum und möchte auch meinen franz. Dijonsenf dazugeben. Bleibt buddhistisch friedlich und tolerant und damit erledigt sich die Korinthenkackerei von selbst- so wird es weiterhin lustvoll und informativ auf der Qyperseite.

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Benutzerfoto: lokalreporter

lokalreporter

16.02.2007, 22:05

das pulver ist verschossen, die marken gesetzt. die angeführten argumente dienten dem vorwand, selbst auferlegte reglementierungen zu kaschieren. das system QYPE spiegelt als temporärer familienersatz die imanenten themen des einzelnen. das eigentliche
ziel, wird nicht genannt.

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Benutzerfoto: lokalreporter

lokalreporter

17.02.2007, 00:12

und weil er tut, was er kann, will er auch schreiben, was er ersann!

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Benutzerfoto: Cem Basman

Cem Basman

17.02.2007, 12:05

so einen drucker haben wir in hamburg auch. einen der letzten: http://www.qype.com/place/774-Graht-und-Kaspar-Hamburg

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Benutzerfoto: lokalreporter

lokalreporter

17.02.2007, 12:19

jede stadt sollte so einen haben!

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Benutzerfoto: dreasan

dreasan

01.03.2007, 11:45

In Berlin-Adlershof arbeitet seit 1930 die Buchdruckerei Nessing (www.buchdruck-nessing.de), wo neben bibliophilen Büchern, Holzschnitten, Künstlermappen und -Büchern, Plakaten usw., auch die schönen Programmhefte der Volksbühne und feine Briefschaften entstehen. Bei und mit Lutz lassen eine Reihe von Künstlern ihre Blätter, nicht nur weil der Mann sein "schwarzes" Handwerk meisterlich beherrscht, sondern auch weil es einfach toll ist, sich zwischen diesen riesigen, alten Maschinen aufzuhalten.

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Benutzerfoto: vati

vati

25.07.2007, 09:46

ich wollte meinen Senf auch noch dazu tun, ist aber alles gesagt zu den verbliebenen Schweizerdegen.

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Benutzerfoto: Martin Z. Schröder

Martin Z. Schröder

25.07.2007, 13:15

Na bestens, dann haben die Schweizerdegen auch noch Senf zu Speck und Schmorkohl (to crack an insider-joke, sorry).

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Benutzerfoto: lokalreporter

lokalreporter

25.07.2007, 13:25

ein schweizerdegen ist ein schrift-und buchdrucker in personalunion, stimmts!

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Benutzerfoto: vati

vati

25.07.2007, 13:34

Ein Sätzer und Drucker um korrekt zu sein. .-)

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Benutzerfoto: Martin Z. Schröder

Martin Z. Schröder

25.07.2007, 13:38

Ein Schweizerdegen ist ein Mann,
der setzen als auch drucken kann.

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Benutzerfoto: vati

vati

25.07.2007, 13:42

und auch dichten kann?

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Benutzerfoto: lokalreporter

lokalreporter

25.07.2007, 13:43

waahnsinn --> i werd papst!

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Benutzerfoto: Martin Z. Schröder

Martin Z. Schröder

25.07.2007, 13:44

Der Reim ist ein Zitat aus alter Männerherrscherzeit, dabei gab es schon im Mittelalter Druckereien, die von Frauen, meist Witwen, geführt wurden. Und jeder Buchdruckmeister und jede Buchdruckmeisterin (nicht Buchdruckermeister, der oder die ist nur Meister des Drucks, wie es auch Schriftsetzermeister gab, die nur Meister im Satz waren) ist automatisch Schweizerdegen. Der Vorstand einer Offizin (Buchdruckerei) ist außerdem auch Prinzipal derselben. Weiblich vielleicht Prinzessin, vor allem aber Prinzipalin. Gesellen heißen in unserem Handwerk der Schwarzen Kunst Gehülfen. Also Spezialtitel ham wa reichlich.

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Benutzerfoto: lokalreporter

lokalreporter

25.07.2007, 13:51

sehr schön, ich nehm sie alle!

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Benutzerfoto: Martin Z. Schröder

Martin Z. Schröder

25.07.2007, 13:53

Falls jemand jetzt noch wissen möchte, was Speck und Schmorkohl in einer Buchdruckerei sind: "Kopieren Sie diesen Link in die Adreßzeile Ihres Browsers": http://www.bleisetzer.de/cms/front_content.php?idcat=75&a...

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Benutzerfoto: vati

vati

25.07.2007, 14:01

Bei Rapputan habe ich damals einiges drucken lassen. Tolle Aussicht auf die leere Friedrichstraße.

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Benutzerfoto: Martin Z. Schröder

Martin Z. Schröder

08.11.2007, 21:40

Jetzt hat der Drucker auch noch einen Weblog:
www.blog.druckerey.de

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