Bewertung zu Botanischer Garten von mostro

Botanischer Garten, Ohnhorststr. 18, 22609 Hamburg

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mostro

Kompliment mostro (07.04.2007) 4

Wer lange in Hamburg wohnt, sucht nach einiger Zeit immer nach neuen Spaziergangsrouten, um sich nicht zu sehr zu langweilen, wenn er jede einzelne Ente der Außenalster beim Namen nennen kann. Der Botanische Garten ist ein bißchen das Stiefkind unter den Hamburger Parks - dabei ist er per Bahn von Altona in 10 Minuten erreichbar, von der Innenstadt unter 20 Minuten!

Vielleicht ist der Park noch zu jung, um im Bewußtsein der Hanseaten viel zu gelten. Hier gibt es keine ehrwürdigen Baumriesen wie im Hirschpark, kein Tropengewächshaus wie bei Planten un Blomen, keine Segelboote und Alsterdampfer.

Der ganze Garten ist eher akademisch strukturiert - nicht umsonst residiert hier ein Großteil der biologischen Fakultät in futuristischen Bauten - und in den Beeten stehen manchmal mehr Plastikschilder als Grünpflanzen. Dennoch ist der Park besuchenswert: Einerseits gibt es hier eine Menge sehenswerter Pflanzen, von Nutzpflanzen über Kräuter bis hin zu einem skurrilen Araukarienwald, das sind diese merkwürdigen Kreuzungen aus Nadelbaum und Farn, die es auch auf den Kanaren gibt... Und es gibt hier ausgedehnte Wasserflächen, eine kleinen See, mehrere Bäche, Inseln, viele Brücken und Rundwege mit viel Auslauf und wenige Besuchern - kurz: Ruhe und frische Luft findet man hier auf jeden Fall.

Und dann ist da auch noch die blaue Pyramide, die zukunftsweisend in zwei Hälften zerteilt am Seeufer steht - sie entpuppt sich als simples Bsucherinformationszentrum, im Inneren finden sich lediglich ein paar Fotowände - somit maximal skurril und als Phänomen ein Muß für Fans des Surrealismus: selten wurde ein derartiger Aufwand an Architektur getrieben um so wenig darzustellen - die Pyramide ist wunderschön, aber ihr Zweck ist mikrobisch gering... l´art pour l´art einmal im Maximalformat.

Interessant auch der Steingarten, der Mineralformationen verschiedener Regionen zeigt und erklärt - allerdings ist man auch hier auf halbem Wege stehengeblieben, das Ganze erscheint wie ein begonnener aber nie beendeter Farbtupfer, der den Pfad säumt, aber nicht bestimmt!

Wem der Rundkurs zu kurz ist, kann hier einen wunderbaren Spaziergang starten: Einfach die S-Bahn kreuzen und nach Süden durch kleine Wiesenwege zum Jenischpark und dann zur Elbe, dort weiter nach Blankenese, Hirschpark etc. - dann hat man seine 10 Kilometer auch bald zusammen.

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