Kompliment
Sven K. (20.05.2007)
Seit dem vorschnellen Teilabriss der „Aktienbrauerauerei Friedrichshöhe“ Mitte der Neuzigerjahre quartieren sich in der nicht auferstandenen klassizistischen Ruine des Unternehmens heute immer wieder Vertreter der wilden Kunst- und Musikszene ein. Die Rückseiten der Brauereifassaden, aber auch die charakteristische Backsteinfront dienen Graffiti-Sprayern als ungestörte Übungsfläche.
Auf dem Grundstück an der Landsberger Allee entstand ab 1886, mit rotem Backstein verkleidet, eine Brauerei samt angeschlossenen Restaurant mit Biergarten. Das Unternehmen, 1920 eine der bedeutendsten Brauereien der Welt, war bis 1990 in Betrieb. Nach der Übernehme riss die Gruppe „Brau und Brunnen“ die Anlagen ab, um dort bis 1999, so der Berliner Kurier 1996, für 50 Millionen Euro unter dem Namen „Schultheiss-Passagen“ einen siebenstöckigen Komplex mit 226 Wohnungen, 300 Tiefgaragen-Plätzen, Geschäften, Restaurants, einem Vier-Sterne-Hotel mit 243 Zimmern sowie acht Kinos mit 2100 Plätzen zu errichten. Das Projekt wurde nie realisiert, der Abrisskrater blieb. Erhalten blieben auch das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude, die „Villa Rose“, sowie Teile der ebenfalls denkmalgeschützten Brauereifassade in der Richard-Sorge-Straße, die dort seitdem verrottet.
Wer sehen will, was aus alten Brauereien werden kann, wenn das Projekt umsichtig geplant angegangen wird, sollte die KULTURBRAUEREI am Prenzlauer Berg besuchen.
Stichworte
kunst, subkultur, brauerei, denkmalgeschützt, graffiti, partylocation, denkmalschutz
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