Kreislehrgarten, Wemhöferstiege 33, 48565 Steinfurt
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Kompliment
meme (09.07.2008)
Der Kreislehrgarten Steinfurt – ein Erlebnis für Gartenfreunde – so ist die Infobroschüre über unser “Kleinod” überschrieben. Und da ist wohl wirklich was dran. Dass ich das erst jetzt persönlich feststellen konnte, ist auch ein Ergebnis des „QYPE-Effekts“. Immer auf der Suche nach interessanten Orten, die auch für Menschen in anderen Regionen interessant sein könnten, bin ich mit meinem Mann vor einigen Wochen hingefahren in unseren Nachbarort Bugsteinfurt. Ich lebe zwar schon seit fast 26 Jahren wieder hier, hatte den Kreislehrgarten aber noch nicht gesehen.
Nun - er war wunderschön – überall Pflanzenkompositionen (Themengärten), schöne Gartenecken, Skulpturen, ein Bauerngarten, Bienenhäuser, Insektenhotels, Wasser und Brücken und immer wieder erklärende Schilder, Ratekästen, Ruhebänke, Lauben und was zu einem verwunschenen Gartenparadies sonst noch so gehört. Kein durchgestylter Vorzeigegarten sondern wirkliche Natur.
Ein wichtiger Aspekt des Lehrgartens, wie das Wort schon sagt, ist die Information – das Lehren über den richtigen, ökonomisch und ökologisch richtigen Umgang mit der Natur. Dazu gehört natürlich auch der Nutzgarten – und so gibt es Obstquartiere mit über 300 Obstsorten, darunter fast vergessene Sorten Wie Quitte und Mispel, aber auch zunehmend beliebte Wildobstgehölze, die wenig Pflege brauchen. Auch sind alle Wuchsformen vertreten – von Halb- und Hochstamm über Busch- und Spalierobst – das gleiche gilt für die vielen Beerenobststräucher. Da der Kreislehrgarten auch Ausbildungsbetrieb für Gärtner der Fachrichtung Obstbau ist, bieten sich Seminare, Führungen und Lehrveranstaltungen auch für die interessierte Bevölkerung an. Baumschnittseminare sind besonders beliebt und bekannt. Alle Obstsorten, insbesondere Äpfel, Birnen und Pflaumen werden im Herbst per Direktverkauf angeboten und sind ebenfalls serhr beliebt.
Seit 1990 ist der Kreislehrgarten als zentraler Schulgarten anerkannt, und im Rahmen der Regionale 2004 wurde das „Grüne Klassenzimmer“ integriert. Dort sind lebendige Bauwerke zu bestaunen – geflochten aus Weidenzweigen, die - in die Erde gesteckt - wunderschöne Lauben, Tipis oder ähnliches bilden, die dann langsam zuwachsen. Genauso kann man Zäune aus Weidenzweigen flechten oder ganz einfach abstrakte Kunstwerke schaffen. Apropos Kunstwerke – der Horstmarer Kettensägen-Künstler – neudeutsch “chainsaw-artist” - Klaus Soostmeyer hat einige seiner riesigen Totempfähle, die aus einem ganzen Baumstamm gesägt sind, hier aufgestellt. Auch einen Barfuß-Erlebnispfad gibt es – ist sehr interessant, selbst mit Schuhen kann man die verschiedenen Gefühle ein wenig erleben.
Nicht vergessen werden darf das Bienenhaus mit seinem Lehrbienenbestand, der gleichzeitig für eine Bestäubung der Obstquartiere sorgt. Vom hohlen Eichenstamm als Zuflucht der Urzeit-Waldbienen über die Stroh-Bienenkörbe des Mittelalters bis zum neuzeitlichen Bienenhaus ist alles zu sehen. Auch verschiedene Zufluchts- und Nistmöglichkeiten für Insekten sind an Informationsständen anschaulich dargestellt. Diese allgegenwärtige Information über einfache Namensschilder der verschiedenen Pflanzen, ausführlichere Informationstafeln, z. B. auch verdeckte Ratetäfelchen oder „Kuckrohre“ bis zu einer Kräuterspirale oder irre vielen verschiedenen Minz-Pflanzen in Töpfen, an denen man riechen und schmecken kann, macht den Garten auch für Schulklassen und Kindergärten interessant. Ein Garten-Erlebnis-Pfad – die Bezeichnung trifft es.
Am Eingang des Gartens steht das Kötterhaus – ein umgelegtes und im Kreislehrgarten wieder aufgebautes und restauriertes Fachwerkgebäude. In ihm finden die zahlreichen Veranstaltungen und Seminare statt. Gleichzeitig nutzt die Kreisverwaltung das Gebäude als stilvollen Rahmen für verschiedene Veranstaltungen. Wer Interesse an Veranstaltungen besonders im Rahmen der „Steinfurter Gartentage“ hat, die seit 1966 jährlich veranstaltet werden, sollte sich im Internet informieren.
Heute bin ich übrigens extra noch mal losgefahren, um für Euch, insbesondere Rolf zu fotografieren, da ich beim erstenmal noch keine Kamera hatte. Ich kam an mitten im dicksten Gewitterschauer, und welcher schöne Zufall – traf ich beim Unterstellen eine liebe Kollegin mit ihrem Mann, der gestern seinen 50. Geburtstag gefeiert hat. Neben meinen Glückwünschen, die ich auf diese Weise noch mal persönlich wiederholen konnte, gab es gleich noch ein wenig Smalltalk – und im Nu war das Gewitter vorüber. Da kann man mal sehen, für was QYPE nicht alles gut ist – die mitmenschliche Kommunikation fördert es auf alle Fälle ganz enorm.
Leider sind die Fotos nach dem großen Regen nicht ganz so schön geworden, wie ich mir das vorgestellt hatte – ich muß wohl noch ein wenig üben. Auf alle Fälle waren die Farben, besonders der vielen überreich behangenen Rosensträucher, wunderschön. Ich glaube, ich werde demnächst öfter zum Kreislehrgarten fahren. Eine besonders gute Zeit ist wohl die Blütezeit der Zwiebelblumen im Frühjahr. Beim letzten Besuch waren die meisten schon verblüht, ließen aber die vergangene Pracht noch ahnen.
Stichworte blumen, bäume, skulpturen, bienen, gartenbau, schulgarten, baumschnitt, barfußpfad, insekten, obstanbau, themengarten, chainsaw_artist, beerenobst, obstverkauf, erlebnisgarten
Kommentare (10) Bedenklicher Inhalt?Ist das schön. Ab einem gewissen Alter zieht’ den Menschen ja zum Garten. Wenn ich nur keinen braunen Daumen hätte ...
.... da haben wir wohl etwas gemeinsam. Ich schau mir sehr gerne Gärten an, pflegen und gestalten müssen andere :-)
Bei Topfpflanzen, da sieht´s bei mir schon besser aus mit dem “grünen Daumen” - am liebsten “hätschele” ich ausgediente Pflänzchen, die sonst keiner mehr haben will.
Ich habe einen Blumenkasten mit Erdbeeren. Dieses Jahr habe ich zwei geerntet. :))) Nein, Profi-Gärten sind schon toll.
... hast Du auch ein Päckchen Sahne dazu geschlagen ;-))
Aber ehrlich, ich habe gerade letzte Tage auch daran gedacht, einige Erdbeeren zu pflanzen (bzw. pflanzen zu lassen), als im Radio der Hinweis auf die ablaufende Pflanzzeit kam. Leider ist es mal wieder dabei geblieben - und ich muß im nächsten Jahr wieder den Erbeerhäuschen hinterherfahren, wenn ich frische Beeren will.