Kompliment
ideenreichBerlin (04.07.2007) •••••5
Zukunft braucht Erinnerung
ist der Leitsatz des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V. [weitere Infos zum Förderkreis im www. unter holocaust-denkmal-berlin.de]
Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas im Zentrum Berlins besteht aus dem von Peter Eisenman entworfenen, den meisten bekannten, Stelenfeld sowie dem unterirdischen „Ort der Information“.
Das Stelenfeld ist Tag und Nacht frei zugänglich, der Ort der Information ist von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet (letzter Einlass 19.15 Uhr, montags geschlossen).
Über das Stelenfeld ist an anderer Stelle schon so viel geschrieben worden (auch hier auf Qype unter dem Platz „Holocaust Mahnmal“), dass ich darauf nicht näher eingehen möchte. Für mich ist – neben dem Stelenfeld – vor allem auch der „Ort der Information“ wichtiger Bestandteil des Denkmals und sollte zu einem Besuch unbedingt dazu gehören (dazu ist hier aber bisher kaum etwas zu lesen...)
Die - meiner Meinung nach berechtigte - Diskussion darüber, warum ein Gedenkort nur für die Juden und nicht auch für die anderen unter NS-Herrschaft ermordeten Menschen hier errichtet wurde, mag ich an dieser Stelle nicht vertiefen.
Der Ort der Information widmet sich meiner Meinung nach auch der Frage nach der Herkunft der zu ehrenden Opfer des Holocaust und versucht, die Ausdehnung des Mordes auf ganz Europa unter Einbeziehung anderer Opfergruppen zu dokumentieren.
Weitere Informationen (auch Buchung von Führungen etc.) beim Besucherservice der Stiftung: Cora-Berliner-Str. 1, 10117 Berlin. Tel.: +49 (0)30 740 729 29. eMail: besucherservice@stiftung-denkmal.de
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Ich zitiere im folgenden aus den (überaus lesenswerten) Seiten der Stiftung, die im www. unter stiftung-denkmal.de zu finden sind:
Die Gestaltung der Ausstellungsräume bindet das inhaltliche Konzept in die architektonischen Vorgaben ein und erreicht so eine ästhetische Einheit beider Elemente: Im Ort der Information finden die Stelen des Denkmals eine formale Fortsetzung, verlassen hier jedoch ihre abstrakte Ebene und dienen als Informationsträger. Das Raster und die Formensprache des Stelenfeldes werden zitiert, indem ihre ursprüngliche Erscheinung in abgewandelter Form aufgegriffen und variiert wird. Durch die Funktionswandlung der Stele zum Informationsträger entsteht ein formales Bindeglied zwischen dem Stelenfeld und dem Ort der Information, eine Überleitung von der abstrakten Ebene zur Ebene der konkreten Inhalte.
Im ersten Ausstellungsraum werden Zitate aus Selbstzeugnissen der Opfer und die Darstellung der europäischen Dimension des Holocaust gezeigt. Die Zitate sind auf Glasplatten lesbar, die im Boden eingelassen sind und von unten beleuchtet werden. Jede dieser Glasplatten »spiegelt« in Größe und Plazierung eine oberirdische Stele im Boden wider – als virtuelle Fortsetzung des oberirdischen Stelenfeldes.
Im zweiten Raum »durchdringen« die Stelen des Feldes den Ort der Information von oben. Auf ihnen werden 15 Lebensgeschichten – stellvertretend für das Schicksal vieler jüdisch-europäischer Familien – gezeigt. Die Stelen, die scheinbar durch die Decke in den Ort der Information bis auf eine Höhe von 0,70 m hineinragen, werden ihrerseits wieder von diesen individuellen Lebensgeschichten durchdrungen.
Der dritte Raum, der Raum der Namen, ist bis auf drei Sitzbänke leer. Hier wird im Gegensatz zu den anderen drei Themenräumen das Raster des Stelenfeldes nur durch das Format und die Platzierung von Sitzbänken zitiert.
Im letzten der vier Themenräume, im Raum der Orte, dringen die Stelen aus den Wänden heraus auf den Ausstellungsbesucher zu. Im Zentrum steht die geographische Dimension des Holocaust. Die Breitseiten der Kuben dienen als Projektionsflächen für historisches Film- und Photomaterial.
Stichworte
stelenfeld, ortderinformation
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