Kompliment
Frankenfurter (17.07.2007) •••••4
Zur gerade entstandenen und wie ich finde begrüßenswerten Diskussion (hey, das passiert eigentlich viel zu wenig in Qype, allerdings natürlich immer schön sachlich) um den Flohmarkt am Mainufer möchte ich auch gerne meinen Senf dazugeben.
Als regelmäßiger Besucher und auch Verkäufer auf dem Flohmarkt muss ich Mainbube in gewissen Teilen Recht geben. Es treiben zu viele semiprofessionelle, halbseidene, schwer durchschaubare Gesellen ihr Spiel auf dem Flohmarkt. Wenn man die Herkunft von einigen gebrauchten Waren (Fahrräder, Autoradios) ernsthaft überprüfen würde, naja… Außerdem bieten einige Händler einfach zuviel „Neuware“ an; das kann nicht Sinn eines Flohmarktes sein und müsste besser kontrolliert werden.
Trotzdem: Er ist jeden Samstag einer der buntesten Plätze der Stadt. Wenn man von 7.00 bis 14.00 am Stand steht und Klamotten, Bücher, Platten etc. verkauft, tauscht oder auch mal verschenkt, dann sieht und spricht man wirklich die unterschiedlichsten Typen und kommt natürlich auch mit ihnen ins Gespräch, feilscht, lacht etc. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, sich innerhalb einer halben Stunde mit 2 Venezolanerinnen auf Durchreise, einem alten Herren aus Afghanistan, 2 albanischen Mitbürgern aus Nordhessen und einem schottischen Professor über deutsche Schlager auszutauschen ? Ich kann z.B. nur jedem Hobby-Fotografen, der an Porträtaufnahmen interessiert ist, empfehlen, einmal quer über den Markt zu laufen. Eine einmalige Auswahl von Motiven… Viele der in- und ausländischen Touristen, mit denen ich gesprochen habe, halten den Flohmarkt für eine echte Attraktion in einer Stadt, die sie oft auf den ersten Blick für etwas kalt und schwerzugänglich halten.
Der Flohmarkt lebt eben auch von vielen Zufallspassanten, die sicher nicht nach Fechenheim, Bonames oder sonst wohin auf einen zugigen Supermarkt-Parkplatz fahren würden.
Außerdem habe ich mittlerweile genug Menschen kennen gelernt, die sich kaum mehr als 2 € für ein Hemd oder 5 € für eine Jeans leisten können und hier eine gute Gelegenheit haben, sich mit mehr oder weniger gut erhaltenen Waren einzudecken.
Was auch noch erwähnt werden sollte ist das amS ziemlich professionelle Management des Flohmarktes inklusive zügigem Auf- und Abbau durch den Betreiber. So bleibt der halbe Samstag, der Sonntag und der Rest der Woche für alle Bildungs- und sonstige Bürger ausreichend Gelegenheit, die wirklich empfehlenswerten Museen, die wir hier noch gar nicht wirklich angefangen haben zu qypen in Ruhe genießen zu können
Stichworte
flohmarkt, mainufer
Kommentare (2)
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