BallinStadt Hamburg, Veddeler Bogen 2, 20539 Hamburg
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27.12.2008
Veddel / BallinStadt
Ich fahre so häufig 'in die Stadt’ und habe mich immer gefragt, warum die S-Bahn-Station 'Veddel / BallinStadt’ heißt. Gestern habe ich es erfahren.
Inmitten einer underdog-Siedlung südlich der Elbe names Veddel (für Hamburger schon der Balkan) wurde 2005 ein wirklich interessantes Museum eröffnet. Auf dem Gelände der Auswanderer-Siedlung aus dem 19. und 20. Jahrhundert wurde eine Ausstellung in Szene gesetzt, die einen Einblick in die Realitäten der Auswanderer ermöglicht.
Im Ticket-Haus ein erster Überblick über das Gelände: Schlafhäuser für Auswanderer (werden in Haus 3 veranschaulicht), die wenig Geld hatten. Kirchen für Christen und Juden, getrennte Speisesäle und Küchen für Juden und Christen; viele Räume für Verwaltung und Beamte.
Alle meine Vorschreiber haben schon vieles gesagt, was ich auch geschrieben hätte. Also müßig, es noch mal zu wiederholen. Viele Hördokumente, die es sich lohnen, angehört zu werden. Man sollte sich einlassen auf den audio-visuellen Weg durch die Inszenierung.
Störend sind die über Lautsprecher kommenden Inszenierungen von Ballin und Chaplin und Szenen, wie es zu Auswanderungsbegehren gekommen ist. Dadurch werden die individuellen Genüsse unterbrochen.
Mein Nachbar berichtete mir gerade, dass am Anfang (2006) alle Hörspiele über Lautsprecher kamen und dass dies super nervig gewesen sein soll. Da hat das Museum mit den altertümlichen, individuellen Telefonhörern anscheinend deutlich nachgebessert.
Noch super interessant: Ganz am Schluß des Rundgangs im Mittelhaus und wahrscheinlich wegen information overflow selten beachtet: die Erfolgsgeschichten von Heinz, Strauss und Kellogs (alles Auswanderer via Hamburg) per Kopfhörer mit wunderbaren anekdotischen Details. Bitte, liebe Manager: das bitte auch mit Stühlen davor bestücken und der Möglichkeit, jede Geschichte von Beginn an zu hören und nicht in einer Endlosschleife, bei der man nie genau weiss, ob man den Anfang mitbekommen hat. Dafür sind die Geschichten zu gut erzählt und zu lang, um sie im Stehen am Ende des Rundgangs genießen zu können.
Wunderbar die speziellen Highlights für Kinder (Krabbeln in Kojen !), die wir nur en passant erleben durften. Denn die Kinder kriegen einen speziellen Chip für Inszenierungen, die nur für die gemacht sind.
Der gastronomische Service ist sehr nett und die Preise sind moderat.
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