Bewertung zu spaziergang durch haidhausen von Frostinchen

spaziergang durch haidhausen, weißenburger platz, München

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Kompliment Frostinchen (04.10.2007) •••••

Immer wieder stelle ich auf neue fest, dass ich Haidhausen einfach liebe. Für alle, die sich nicht so gut hier auskennen, hab ich mir einen kleinen Rundgang durch eines der schönsten Viertel Münchens überlegt. Danach kann mich sicher jeder verstehen.

Hier erst einmal ein kleines bisschen Geschichte:
Das ehemalige Dorf außerhalb der Stadt wurde 1854 nach München eingemeindet. Wie die Au war auch Haidhausen ein Herbergenviertel für Handwerker, Kleingewerbetreibende, Arbeiter und Tagelöhner vor den Toren der Stadt. Die kleinen Herbergshäuser erinnern an die ärmlichen und beengten Lebens- und Arbeitsverhältnisse der damaligen Zeit. Nach dem gewonnenen Krieg gegen Frankreich entstand in Haidhausen das "Franzosenviertel", gegliedert nach den Prinzipien französischer Stadtplanung und benannt nach Schlachtorten des Krieges von 1870/71.
Das historische Stadtteilbild von Haidhausen wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört, sondern blieb weitgehend erhalten. Vor allem das gründerzeitliche "Franzosenviertel" rund um den Pariser Platz westlich des Ostbahnhofs wurde verschont. Mehr als die Hälfte aller Wohnhäuser stammt aus der Zeit vor 1918. Einen Bereich der Ruhe und Erholung in Zentrumsnähe bieten die Maximiliansanlagen, die das rechte Isarufer vom Gasteig und rund um das Maximilianeum bis nach Bogenhausen säumen.
Ok, also hier mein Vorschlag für einen kleinen Rundgang.
Los geht es am Weißenburger Platz durch die Metzstraße vorbei an der Café Fortuna Bar (leckere heiße Trinkschoggi & kleine Snacks - YUMMIE) rüber zum Bordeauxplatz. Vielleicht der schönste Platz Münchens. Geprägt von alten Bürgerhäusern mit Gründerzeitfassaden liegt der Bordeauxplatz mitten im französischen Viertel. Bei schönem Wetter lädt er zum verweilen ein.
Weiter geht´s bis die Metzstraße endet. Da läuft man sogar am Papierladen von Werner Rosinger vorbei. Jeder der Papier liebt, sollte hier einen Blick rein werfen.
Hier ist am auch schon am Ende der Preysingstraße. Und die laufe bitte hoch. Hier gibt es die schon erwähnten kleinen Arbeiterhäuschen, den Alpenverein & den Preysinggarten. An der kleinen Ampelkreuzung bitte rechts in die Metzgerstraße abbiegen. Man kann sozusagen den Tramschienen folgen.
Der Johannisplatz wird dominiert vom imposanten neugotischen »Dom von Haidhausen«. Von der Grundsteinlegung der neuen katholischen Pfarrkirche 1852 bis zur Einweihung 1879 verging eine so lange Zeit, weil die Eingemeindung Haidhausens einen Streit um die Besitzrechte an der Kirche auslöste und die Stadt München die Bauarbeiten zeitweise einstellte. Ermöglicht wurde der Bau durch das Engagement des Stadtpfarrers (1848–1871) Johann Georg Walser, der sich aufgrund seiner unermüdlichen Sammeltätigkeit den Titel »Bettler von Haidhausen« erwarb. Den Baugrund für die Pfarrkirche lieferte der so genannte Metzgeranger, der – zeitweise im Besitz eines Metzgermeisters – eigentlich der zur Hofmark gehörige Schlossanger war.
1874/75 entstand direkt neben der Schlossschule der erste große Schulhausbau in Haidhausen, die Kirchenschule. Das alte Schulgebäude wurde 1893 abgerissen und durch ein neubarockes Feuerwehrhaus und das daneben gelegene Wannen- und Brausebad ersetzt.
In der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges brachten Bombengefahr und Kinderlandverschickung den Unterrichtsbetrieb in der Kirchenschule zum Erliegen. Sie wurde, ebenso wie andere Schulen, als Unterkunftslager für ausländische Zwangsarbeiter verwendet.
Außerdem befindet sich am Johannisplatz Nr.13 der Laden von Stephanie Dullien.
Weiter durch die Chorherrstraße geht es zum Wiener Platz.
Am Wiener Platz verlief vor der Eingemeindung Haidhausens die Burgfriedensgrenze. Während von der Südwestseite her die Kellerstadt der Münchner Brauereien an den Platz reichte, war seine Haidhauser Seite mit Herbergsanwesen bebaut. Ein solches großes Anwesen mit verschiedenen Handwerksbetrieben stand mitten auf dem Platz und wurde erst 1899 abgerissen. Um diese Zeit begann der Ausbau mit repräsentativen Miethäusern im Stil der Neurenaissance und des Neubarock. Zudem etablierte er sich als fester Marktplatz für Haidhausen. Hier befindet sich auch der Hofbräukeller, der im Sommer einen der schönsten Biergärten Münchens vorzuweisen hat.

Zurück geht es über die Steinstraße vorbei an kleinen Läden, Cafés und Restaurants zurück zum Rosenheimer Platz. Ich mag die Ecke Kellerstraße, Milchstraße, Sedanstraße sehr.

Viel Spaß !!!

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Kommentare (6) Bedenklicher Inhalt?

Kommentare:

Benutzerfoto: stilangel

stilangel

10.10.2007, 13:49

Genialer Rundweg, danke! Eine ähnliche Runde habe ich letztes Jahr auch gedreht, als ich frisch hergezogen war und mir einen Überblick über München verschaffen wollte. München ist halt doch keine Großstadt, sondern eine Ansammlung von Dörfern und Stadtteilen und dafür mag ich es.

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Benutzerfoto: VerenaAnna

VerenaAnna

05.12.2007, 10:26

Toller Rundgang mir schönen Tipps! Gut gemacht!

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Benutzerfoto: mwest

mwest

22.01.2008, 23:42

Vielen Dank, toller Beitrag!

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Benutzerfoto: hanseat040

hanseat040

07.02.2008, 18:38

Sehr schöner Beitrag, vielen Dank! Ja ja, Haidhausen ist sehr liebenswert!

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Benutzerfoto: Florian Jörk

Florian Jörk

16.02.2008, 23:57

Macht ein schönes Gefühl, so von seiner Wahlheimat zu lesen. Ich empfinde es genauso. Die Schiltbergerstraße mit ihren kleinen Lädchen, die zwischen Johannisplatz und Steinstraße liegt, hat z.B. nur zwei Hausnummern. Das ist das Straßen-Pendant zur kleinen Handwerkerherberge ;-) Auch die Seitenwege von dem Dorfteil der Preysingstraße lassen einen im Nu sich außerhalb der Stadt fühlen.

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Benutzerfoto: Hilfsarbeiter

Hilfsarbeiter

20.02.2008, 22:26

Die Gasteig-Gegend ist ja fast nicht mehr Haidhausen ..., hätte aber auch noch interessante historische Aspekte ...

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